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03.08.2012

Solider Start und ein bisschen Pech bei Olympia-Dressur

Einen wechselhaften Dressur Grand Prix erlebten die 20.000 Zuschauer in London, für Österreich gab es ein lachendes und ein weinendes Auge. In der Nationenwertung führen derzeit die Briten vor den Equipen aus Deutschland und den Niederlanden. Überragend: Charlotte Dujardin und Valegro.

Souveräner Auftakt für Victoria Max-Theurer und Augustin beim Olympia-GP in London. © Tomas Holcbecher
Souveräner Auftakt für Victoria Max-Theurer und Augustin beim Olympia-GP in London.
© Tomas Holcbecher
Die beiden österreichischen Dressurreiterinnen griffen heute erstmals ins olympische Geschehen ein. Für Victoria Max-Theurer geht es nach einer soliden Vorstellung am kommenden Dienstag mit Augustin im Grand Prix Special weiter, für Renate Voglsang ist trotz einer guten Runde das Abenteuer Olympia leider zu Ende. Die Dressur-Mannschaftsentscheidung verspricht spannender zu werden als erwartet, die Deutschen legten heute nämlich kräftig zu.
Beim Abreiten noch ganz locker, wurde Fabriano Renate Voglsang während der Prüfung etwas stark in der Hand. Die Trabvestärkungen zählten zu den Highlights des Paares. © Tomas Holcbecher
Beim Abreiten noch ganz locker, wurde Fabriano Renate Voglsang während der Prüfung etwas stark in der Hand. Die Trabvestärkungen zählten zu den Highlights des Paares.
© Tomas Holcbecher
Den rot-weiß-roten Auftakt machte Renate Voglsang am Vormittag als dritte Reiterin des Tages. Konzentriert ging ihr Fabriano am Abreiteplatz, perfekte Bedingungen bei Sonnenschein erwarteten die in Bayern lebende Österreicherin im rappelvollen Stadion. Und es ging auch gleich prächtig los, aber der Hengst schien doch ein wenig stark in die Hand zu gehen. Die Wertungsnoten pendelten immer so um die 70 Prozent, nur bei den Galoppwechseln ging es deutlich hinunter. Als sie unter dem Jubel der Fans ausritt, standen schließlich 69,635 Prozent zu Buche. Am Ende sollte sich herausstellen, dass 0,760 Prozent für die Grand Prix Special-Qualifikation fehlten. In der Einzelwertung bedeutete dies bei ihrem Olympiadebüt den 34. Platz.
Fabriano mit Karl Schweighofer auf dem Weg zurück in den Stall. © Pferde Revue
Fabriano mit Karl Schweighofer auf dem Weg zurück in den Stall.
© Pferde Revue
In der Mixed Zone schien sie dann doch ein wenig enttäuscht, denn sie wusste, da wäre vielleicht mehr drinnen gewesen: „Fabriano hätte ein bisschen leichter sein können. Bei ihm ist es so: Entweder wird er ganz grell oder er macht ein bisschen zu. Das hat er leider heute getan. Ich habe gehofft, dass er ein wenig aufmacht. Er war beim Abreiten wirklich gut, im Stadion war es ein bisschen mühsam. Gröbere Fehler waren allerdings nicht dabei, aber wir punkteten insgesamt halt leider ein bisschen weniger. Bei der Passage etwa, der starke Trab ging ein bisschen auf die Hand und da wo er normal stark punktet, bekam er halt eine Note weniger. Die Einerwechsel sind immer seine Schwachstelle und die Piaffen kann er auch besser, wenn er mehr zündet. Seine Stärke ist der starke Schritt, der war auch heute wieder sehr gut.“
Renate Voglsang in der Mixed Zone beim Interview. © Pferderevue
Renate Voglsang in der Mixed Zone beim Interview.
© Pferderevue
Alles in allem wirkte Voglsang aber entspannt und der äußere Eindruck sollte auch nicht täuschen: „Die Nervosität war nicht so arg. Ich habe das ganz gut geschafft, ich bin da rein und habe mich auf meinen Ritt konzentriert und es gelang mir das alles auszublenden. Ich hab nicht links geguckt, nicht rechts geguckt, erst auf der letzten Schlusslinie habe ich nach vorne gesehen und das war schon ein gewaltiger Eindruck. Es ist nur schade: Wenn man da drin reitet, kann man das gar nicht richtig genießen.“ Und auch die englischen Kommentatoren wollten ihre Eindrücke erfahren: „Fabriano war ein schwieriges Pferd, das keiner reiten wollte. Natürlich hätte es besser gehen könnte, aber immerhin, wir waren bei Olympia dabei!“
Letzte Vorbereitungen für Augustin. © Uschi Barth
Letzte Vorbereitungen für Augustin.
© Uschi Barth
Gott sei Dank blieben heute die Reiter vom Wolkenbruch verschont, der in einer Pause das Publikum heimsuchte. Übrigens ausgerechnet nach dem Ritt von Edward Gal mit Glocks Undercover! Als Victoria Max-Theurer dann mit Augustin den Grand Prix in Angriff nahm, schien aber wieder die Sonne und die Achleitnerin spulte Lektion um Lektion herunter. Bis zu den Galoppwechseln: Denn die Einser verhaute Augustin, wertvolle Punkte waren dahin: 73,267 Prozent, Rang 17 in der Einzelwertung, aber als zweitbeste Nicht-Team-Reiterin souverän in der nächsten Runde.
Beeindruckende Kulisse für Vici Max-Theurer und Augustin. © Tomas Holcbecher
Beeindruckende Kulisse für Vici Max-Theurer und Augustin.
© Tomas Holcbecher
Vici im Originalton: „Ich war nicht unzufrieden, Augustin war recht reserviert im Viereck, aber es waren schöne Sachen dabei wie Passagen und Pirouetten, leider war ein Fehler in den Einerwechseln, die sind in die Hosen gegangen, eigentlich sind die sonst nicht das Problem. Das wird natürlich doppelt abgestraft mit dem Koeffizienten. Aber trotzdem bin ich froh, dass er sich in dieser Kulisse so präsentiert hat. Es ist ein beeindruckendes Stadium und man hat ja nur kurz Zeit sich nach seinem Einritt zu akklimatisieren.“ Für die nächste Aufgabe zeigte sie sich voll motiviert: „Jetzt haben wir drei Tage bis zum Special, da werden wir versuchen ein Schäuferl drauf zu legen.“
Gut gemacht, im Special legen wir ein Schäuferl drauf. © Tomas Holcbecher
Gut gemacht, im Special legen wir ein Schäuferl drauf.
© Tomas Holcbecher
Unheimliche Nervenstärke bewiesen die deutschen Reiterinnen: Vorerst brachte Kristina Sprehe auf Desperados ihr Team sogar zwischenzeitlich in Führung, wobei sie von den Wertungsrichtern mit 79,119 Prozent sehr wohlwollend beurteilt wurde. Denn außer wirklich tollen Piaffen wirkte ihre Leistung nicht so perfekt. Die Briten konterten dann aber mit Charlotte Dujardin, ihr Valegro setzte mit 83,663 Prozent neue Maßstäbe. Aber als letzte Reiterin hielt Helen Langehanenberg mit Damon Hill nochmals dagegen, für die Mannschaftsentscheidung am Dienstag haben die Deutschen durchaus noch Goldhoffnungen.
Der rot-weiß-rote Fanclub. © Tomas Holcbecher
Der rot-weiß-rote Fanclub.
© Tomas Holcbecher
Einen abgesicherten dritten Platz haben derzeit die Niederländer inne, die heute ihre Österreicher-Pferde Glocks Undercover und Parzival ins Rennen schickten. Gal hofft natürlich auf eine Medaille, für Adelinde Cornelissen scheinen nach der heutigen Vorstellung sogar zwei in Griffweite. Denn ihr Fuchs erhielt im Grand Prix die zweitbeste Einzelbewertung und ist damit auch in der Kür ein heißes Eisen.
Setzten die Maßstäbe: Valegro und Charlotte Dujardin erzielten mit 83,663 neuen olympischen Rekord. © Kit Houghton / FEI
Setzten die Maßstäbe: Valegro und Charlotte Dujardin erzielten mit 83,663 neuen olympischen Rekord.
© Kit Houghton / FEI

Zwischenwertung nach dem Dressur Grand Prix

1. Charlotte Dujardin (GBR) - Valegro - 83.663
2. Adelinde Cornelissen (NED) - Parzival - 81.687
3. Helen Langehanenberg (GER) - Damon Hill - 81.140
4. Kristina Sprehe (GER) - Desperados - 79.119
5. Carl Hester (GBR) - Uthopia - 77.720
6. Steffen Peters (USA) - Ravel - 77.705
7. Laura Bechtolsheimer (GBR) - Mistral Hojris - 76.839
8. Dorothee Schneider (GER) - Diva Royal - 76.277
9. Valentina Truppa (ITA) - Eremo del Castegno - 75.790
10. Juan Manuel Munoz Diaz (ESP) - Fuego - 75.608
11. Edward Gal (NED) - Undercover - 75.395
12. Anna Kasprzak (DEN) - Donnperignon - 75.289
13. Nathalie zu Sayn Wittgenstein (DEN) - Digby - 74.924
14. Tinne Vilhelmson Silfven (SWE) - Don Auriello - 74.271
15. Patrik Kittel (SWE)    - Scandic - 74.073
16. Anky van Grunsven (NED) - Salinero - 73.343
17. Victoria Max-Theurer (AUT) - Augustin - 73.267

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie hier

Schöner wohnen

Während Victoria Max-Theurer von den gelockerten ÖOC-Bestimmungen Gebrauch macht und gemeinsam mit ihrem gesamten Vorbereitungsteam in fußläufiger Entfernung vom Greenwich Park in einem angemieteten Haus wohnt, hat Renate Voglsang ihr Quartier im Olympischen Dorf. Dort zogen mittlerweile auch die deutschen Springreiter ein. Der frischgebackene Vater Christian Ahlmann bekam die Wohnung der erfolgreichen Vielseitigkeitsreiter: „Es roch etwas nach Champagner!“ Janne-Friederike Mayer teilt das Appartement mit Meredith Michaels-Beerbaum und schwärmte gleich: „Supermusik zum Feiern in der Nachbarschaft!“ Meredith war eher um ihre Nachtruhe besorgt, die nahegelegene Basketballhalle hält die Sportler bis nach Mitternacht wach, weshalb sich sicherheitshalber Ohrenstöpsel mitgebracht hatte. Privilegiert ist hingegen Marcus Ehning mit einem Einzelzimmer: „Fantastisch, vielleicht bekam ich es, weil ich so groß bin!“ Ehning bringt es gerade einmal auf 1,70! Ein Village-Verweigerer ist hingegen der Kanadier Ian Millar bei seinen 10. (!) Spielen, er war – ebenso wie Hugo Simon, der übrigens heute seinen 70-iger feiert – auch schon 1972 dabei.

Damit sich auch Nicht-Olympioniken von den Gegebenheiten im Village und im Olympic Park ein Bild machen können, habe ich mich mit der Kamera auf den Weg gemacht, hier die Ausbeute:
Der Eingang zum Olympic Park. © Pferderevue
Der Eingang zum Olympic Park.
© Pferderevue
Die Beat-Box mit Supermusik. © Pferderevue
Die Beat-Box mit Supermusik.
© Pferderevue
Der weltgrößte McDonald mit Endlos-Warteschlangen. © Ernst Kopica
Der weltgrößte McDonald mit Endlos-Warteschlangen.
© Ernst Kopica
Letztes Training auf dem Balkon. © Ernst Kopica
Letztes Training auf dem Balkon.
© Ernst Kopica
Haarschnitt fürs Siegerfoto? Jedenfalls zum Nulltarif. © Ernst Kopica
Haarschnitt fürs Siegerfoto? Jedenfalls zum Nulltarif.
© Ernst Kopica
Shopping für Kasachstan. © Ernst Kopica
Shopping für Kasachstan.
© Ernst Kopica
Limousinenservice für Athleten. © Ernst Kopica
Limousinenservice für Athleten.
© Ernst Kopica
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