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27.07.2012

Sparmeister Harald Ambros verblüfft die Londoner

Auf die Frage, warum er mit einem normalen Pferdeanhänger nach London gekommen sei und nicht mit einem Pferdetransporter, bewies die österreichische Vielseitigkeitshoffnung Harald Ambros im Interview britischen Humor: „Ich wollte nicht die Low-Emission-Abgabe bezahlen.“ Diese ist nämlich in der britischen Metropole für Schwerfahrzeuge verpflichtend.

Auf und ab, wie im Mühlviertel. © Ernst Kopica
Auf und ab, wie im Mühlviertel.
© Ernst Kopica
Seine Eindrücke über den Cross-Country-Kurs fasste er hingegen seriöser zusammen: „Wunderbar, aber er ist eine richtige Herausforderung. Der Abwärtssprung Nr. 20 ist der schwierigste, außerdem hat man immer nur wenig Platz. Das Gelände bietet für die Zuseher eine einmalige Kulisse mit Blick über London. Für die Pferde wird es eine echte Herausforderung. Es geht ständig bergauf und bergab. Da wird die Kondition bis aufs Letzte ausgereizt. Für die Flachländer wird das nicht einfach. Mein Pferd dagegen ist das Mühlviertel gewohnt. Er geht jeden Tag mindestens eine Stunde bergauf. Also müsste ihm das Gelände hier liegen.“ Seine Chancen beschreibt er wie folgt: „Ich setzte mir keine konkreten Ziele. Wenn die Tagesverfassung bei mir und Felix stimmt, dann können wir es ins Finale schaffen.“ Ihren ersten Auftritt haben die beiden am Samstag um 14:54, als vierte Starter des Nachmittagsprogrammes. Richtig königlich dürfte es dann am Sonntagmorgen werden, wenn Zara Philipps ihr Olympiadebüt (nachdem ihre Pferde 2004 und 2008 verletzt waren) geben wird.
Michael Jung zeigt wie es ins Wasser geht. © Ernst Kopica
Michael Jung zeigt wie es ins Wasser geht.
© Ernst Kopica
Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier konnten sich auch die Medienleute vom Gelände ihre eigene Meinung bilden – und ich muss gestehen, so was habe ich noch nie gesehen. Sue Benson hat hier einen richtigen Championatskurs geschaffen. Erstaunlich nur, wie relaxed der deutsche Weltmeister Michael Jung an die Sache heranging und einem japanischen Kollegen Tipps gab.

Hier eine Auswahl von der Strecke:
Nicht viel Platz bei Hindernis 11. © Ernst Kopica
Nicht viel Platz bei Hindernis 11.
© Ernst Kopica

Wasserhindernis als Landidylle. © Ernst Kopica
Wasserhindernis als Landidylle.
© Ernst Kopica
Hindernis Nr. 20 - die große Klippe. © Ernst Kopica
Hindernis Nr. 20 - die große Klippe.
© Ernst Kopica
Steiler als es aussieht! © Ernst Kopica
Steiler als es aussieht!
© Ernst Kopica
So steil ist es wirklich! © Ernst Kopica
So steil ist es wirklich!
© Ernst Kopica

Aus dem Journalistenalltag

Eine feine Sache ist in London das Österreicher-Haus. Eigentlich heißt es ja offiziell Austria-Haus-Tirol, denn ohne die Unterstützung von Wirtschaft und Fremdenverkehrswerbung wäre die Finanzierung der Anmietung des altehrwürdigen Trinity-Houses beim weltberühmten London Tower nicht möglich gewesen. 9.000 englische Pfund Tagesmiete sind ja nicht ohne. Hier hat das ÖOC-Team seinen Stützpunkt, die österreichischen Journalisten bei Olympia schätzen die zentrale Lage dieser Location und auch das ORF-Olympia-Studio befindet sich gleich nebenan.



Dass man eine Olympiaakkreditierung bekommt ist nicht selbstverständlich, denn es gibt auch für die Journalisten – wie bei den Sportlern – für jedes Land Quotenplätze. Das System lautet: Je größer ein Land und je größer die internationalen Erfolge der Sportler, desto mehr Plätze gibt es. Es berichten daher insgesamt nur 28 heimische Kolleginnen und Kollegen gemeinsam mit mir aus London, dazu kommen noch 16 akkreditierte Fotografen, sieben Radioleute und ein Tross von 90 ORF-Technikern. Die medienmäßige Betreuung der rot-weiß-roten Mannschaft liegt in den bewährten Händen von Wolfgang Eichler und seinem Team. Für Pferdesportfreunde ist Julia Wiltschko keine Unbekannte, war sie doch lange Zeit im Presseteam des Österreichischen Pferdesportverbandes. Und bisher kann ich nur sagen, wäre die Zusammenarbeit immer nur so toll wie hier!



Auf der ÖOC-Homepage wird auch Tag für Tag der Wettkampfkalender übersichtlich präsentiert, nur so kann man den Überblick bewahren, welche Entscheidungen gerade anstehen. Für uns Journalisten gibt es ein eigenes Infosystem, das wirklich vom Feinsten ist, allerdings auch zu einem geschmalzenen Preis: 180 Pfund! Wer noch mehr über Österreichs Reiterinnen und Reiter erfahren möchte, kann auch auf die Homepages von Victoria Max-Theurer, Renate Voglsang und Harald Ambros klicken.



Medienarbeit ist auch für die Aktiven Schwerarbeit. Denn nach jeder Prüfung heißt es für alle, einmal dem englischen Broadcasting-Team der BBC Rede und Antwort zu stehen, dann warten die sogenannten Right-Holders (das sind TV-Stationen, die um teures Geld die Übertragungsrechte erworben haben, also etwa ORF, ARD/ZDF) auf intelligente Wortspenden. Die sogenannten Non-Right-Holders (wie z.B. SAT 1 oder RTL) dürfen übrigens keine eigenen Bilder von den olympischen Wettkampfstätten bringen. Dann kommen die Reporter der großen internationalen Nachrichtenagenturen wie Reuter oder AFP. Zu allerletzt stehen dann noch die normalen Journalisten wie ich in der sogenannten Mixed Zone und warten auf einen Kommentar der erschöpften Sportler, die eigentlich schon längst beim Betreuerteam oder unter der Dusche sein wollen. Aber Gott sei Dank sind gerade die drei österreichischen Aktiven im Greenwich Park in dieser Hinsicht Superprofis.