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20.10.2017

Springreiter unter Verdacht: Anzeige in zehn Fällen von Tierquälerei

Ein schwerer Fall von Tierquälerei in Wien-Freudenau erhitzt derzeit die Gemüter. Zu Wochenbeginn wurden vier halb verhungerte Pferde sichergestellt, nachdem ihr Besitzer, ein namhafter Springreiter, sie längere Zeit nicht versorgt hatte.

Erst im August war ein Pferd des burgenländischen Springreiters mit klaffenden Wunden an den Beinen von Pferdefreunden aufgelesen worden. © privat
Erst im August war ein Pferd des burgenländischen Springreiters mit klaffenden Wunden an den Beinen von Pferdefreunden aufgelesen worden.
© privat
Erst im August war eines der Pferde des Reiters auf dem Stallareal des ASKÖ in der Wiener Freudenau mit zwei tiefen Fleischwunden, stark blutend und in unorthodoxer Weise ausgebunden, aufgegriffen worden. Der Burgenländer hatte danach erklärt, er habe das Pferd an einen Baum festgebunden, weil er ohne Hilfe einen Sprung aufstellen wollte. Das Pferd habe sich daraufhin erschreckt und sich die Verletzungen bei seinem Fluchtversuch zugezogen. In der Folge kam es zu einer Anzeige wegen Tierquälerei – übrigens nicht seine erste: Wie ein Pressesprechers der Polizei auf Nachfrage mitteilte, wurde der Mann mittlerweile wegen Tierquälerei in mindestens zehn Fällen zur Anzeige gebracht, der Abschlussbericht liegt bereits bei der Wiener Staatsanwaltschaft.
 
Seit wenigen Tagen ist die unrühmliche Akte noch um ein trauriges Kapitel reicher. Wie die Kronenzeitung heute in ihrer Online-Ausgabe berichtet, wurden Anfang der Woche vier Pferde des Burgenländers sichergestellt, die dieser zuvor "geraume Zeit" sich selbst überlassen hatte. Die Tiere waren bei der Beschlagnahmung in einem erbärmlichen Zustand – teilweise verletzt und bis auf die Knochen abgemagert. Der Stall, in dem die Pferde untergebracht waren, so die Krone, sei nachweislich tagelang versperrt gewesen, die Tiere nicht versorgt worden.
Dasselbe Pferd wurde Anfang der Woche zusammen mit drei weiteren aus dem Besitz des Reiters in einem erbärmlichen Fütterungszustand sichergestellt. © privat
Dasselbe Pferd wurde Anfang der Woche zusammen mit drei weiteren aus dem Besitz des Reiters in einem erbärmlichen Fütterungszustand sichergestellt.
© privat
Dass es überhaupt so weit kommen konnte, ist für viele ein Skandal. Trotz der zahlreichen Zwischenfälle, Beschwerden und Anzeigen im Vorfeld mussten die Tiere bei ihrem Halter bleiben. Versäumnisse will man sich auf Behördenseite dennoch nicht eingestehen, es seien laufend Kontrollen durchgeführt worden, wird Susanne Lorenz von der zuständigen MA 60 (Magistratsabteilung 60 – Veterinärdienste und Tierschutz) von der Krone zitiert. Offenbar ist den Beamten dabei nichts Beanstandenswertes aufgefallen, was sie zu einem früheren Einschreiten veranlasst hätte.
 
Vom Österreichischen Pferdesportverband wurde der Reiter im Rahmen zweier vorläufiger Maßnahmen wegen einer Reihe von Vorfällen von der Teilnahme an allen pferdesportlichen Veranstaltungen ausgeschlossen, die Sperre als Reiter gilt noch bis 11. Dezember 2017.

red