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17.05.2018

Starker Pferderücken: 4 Top-Kraftübungen vom Boden aus

Wer den Rücken seines Pferdes trainieren will, muss sich dafür nicht zwingend in den Sattel schwingen. Auch vom Boden aus können gezielt Muskelgruppen im Bauch- und Rückenbereich trainiert werden. Physiotherapeutin Dr. Karen Barker-Benfield verrät die vier besten Übungen für einen starken Pferderücken.

Wenn die Karotte lockt, lassen sich Pferde gerne zur Rückenfitness überreden. Für den optimalen Trainingseffekt sollte die Karotte allerdings auf Höhe des Sprunggelenks gehalten werden. © www.slawik.com
Wenn die Karotte lockt, lassen sich Pferde gerne zur Rückenfitness überreden. Für den optimalen Trainingseffekt sollte die Karotte allerdings auf Höhe des Sprunggelenks gehalten werden.
© www.slawik.com
Gute Dienste leisten hier spezielle therapeutische Übungen, wie sie auch in der Rehabilitation zur Anwendung kommen. „Mithilfe von therapeutischen Übungen lässt sich die Wirbelsäule hervorragend mobilisieren. Zudem helfen sie, die oberflächlichen und tiefen Muskeln von Hals, Rücken, Bauch und Becken zu stärken. Rumpfstabilität ist für Pferde genauso wichtig wie für Reiter“, weiß Tierärztin und Physiotherapeutin Dr. Karen Barker-Benfield aus Wien. Entsprechendes Training verbessert deshalb nicht nur die Körperhaltung, Stabilität und Balance, es führt auch zu einer Leistungssteigerung und vermindert das Verletzungsrisiko.

Grundsätzlich können die dafür nötigen Übungen auch von Laien durchgeführt werden – vorausgesetzt, sie beruhen auf der Freiwilligkeit des Pferdes. Kann der Vierbeiner selbst entscheiden, wie weit er gehen möchte, wird die Gefahr einer Überforderung deutlich reduziert. Dennoch sollte man darauf achten es nicht zu übertreiben. Viel hilft viel, ist eben nicht immer die richtige Devise.

Als idealer Trainingsbehelf bietet sich in diesem Zusammenhang die Karotte an. Mit der Rübe vor der Nase, führen Pferde die nachfolgenden vier hoch effizienten Übungen mit Begeisterung aus. Den gesunden Rücken gibt es als Nebenprodukt zum Entertainmentprogramm quasi geschenkt.

1. Kinn Richtung Sprunggelenk der Hintergliedmaße

Halten Sie Ihrem Pferd die Karotte vor die Nase. Hat es die Witterung aufgenommen, gehen sie langsam am Pferdekörper entlang immer weiter zurück, bis sie auf der Höhe des Sprunggelenks der Hinterhand angekommen sind. Das Pferd soll sich seitlich zu Ihnen herumbiegen, ohne mit den Vorderbeinen mitzulaufen oder mit der Hinterhand auszufallen. „Bei dieser Übung wird der Hals sowie die Brust- und Lendenwirbelsäule maximal gedehnt und die Aktivierung der Bauchmuskeln und der stabilisierenden Beckenmuskulatur gefördert. Diese Übung ist wie ein seitlicher Situp, der die Rumpfmuskulatur stärkt. Zudem wird die Beweglichkeit des Rückens erhöht“, erklärt Dr. Barker-Benfield.

2. Kinn zur Brust

Was beim Reiten verpönt ist, ist hier Programm. Bei diesem Stretch soll Ihr Pferd seinen Hals der Karotte folgend einrollen, bis es mit dem Kinn (fast) seine Brust berührt. Barker-Benfield: „Durch diese Dehnung wird die tiefe Beugung des oberen und mittleren Halses stimuliert, die Beweglichkeit gefördert, Verspannungen werden gelöst.“

Gleich weiterlesen: Den Rücken gesundreiten

Nur mit einem kräftigen Rücken kann das Pferd das Reitergewicht tragen, ohne selbst gesundheitliche Schäden zu nehmen. Dressurtrainerin Dr. Britta Schöffmann zeigt 9 Powerübungen für effizientes Rückentraining.

3. Kinn zwischen die Karpalgelenke

Noch ein weniger weiter als bei der vorangegangenen Übung geht es bei dieser Dehnung. Auf der Jagd nach dem Leckerbissen streckt sich das Pferd bis auf die Höhe der Karpalgelenke. „Die tiefe Beugung stimuliert den mittleren und unteren Teil des Halses und dehnt den Widerrist“, so die erfahrene Pferde-Physiotherapeutin.

4. Karotte zwischen den Vorderbeinen auf Höhe der Hufe

Muskeltraining pur bietet diese Übung. Das Pferd wird mit der Karotte zwischen den Vorderbeinen hindurch bis auf Höhe der Hufe gelockt. Die Auswirkungen auf den Pferdekörper sind umfassend, wie Dr. Karen Barker-Benfield erklärt: „Dieser Stretch ist vergleichbar mit dem geraden Sitz-up beim Menschen. Durch die große Dehnung wird die Bauchmuskulatur gekräftigt und gleichzeitig die Rückenmuskulatur und die tiefe Beckenmuskulatur gestärkt. Zudem wird der Rücken mobilisiert und zusammen mit dem Widerrist gedehnt.“
Für alle Übungen gilt: Um die größtmögliche Wirkung zu erzielen und Verletzungen zu vermeiden, sollten sie nur mit einem aufgewärmten Pferd und möglichst langsam und keinesfalls ruckartig ausgeführt werden. Ein Kräftigungseffekt wird übrigens erst durch Wiederholungen erreicht. Ideal sind zwischen acht- und zehn Wiederholungen.
Zu besonderer Vorsicht rät Dr. Karen Barker-Benfield bei Pferden mit bestehenden gesundheitlichen Problemen. Hier sollte im Vorfeld mit einem Tierarzt besprochen werden, welche Übungen geeignet sind und diese zumindest zu Beginn nur unter Anleitung einer kundigen Person durchgeführt werden.

ps
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