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04.09.2014

Steffi schafft Doppelnull - Niederlande holt Gold

Was für eine Nationenpreisentscheidung bei den WEG 2014: Die Österreicherin Steffi Bistan ritt ein zweites Mal null und qualifizierte sich als 29. für die nächsten beiden Runden am Samstag. Nur Beezie Madden, Mario Zanotelli, Rodrigo Pessoa und Rolf Göran Bengtsson blieben in den beiden schweren Parcours ebenfalls fehlerfrei.

Nach sensationellem Doppelnuller geht es für Steffi Bistan und Bogegaardes Apollonia sogar ums "Final Four"! © Tomas Holcbecher
Nach sensationellem Doppelnuller geht es für Steffi Bistan und Bogegaardes Apollonia sogar ums "Final Four"!
© Tomas Holcbecher
Die gebürtige Tirolerin Bistan legte als zweite Reiterin des Nachmittags eine Wahnsinnsrunde hin. Vor den zehn besten Mannschaften kamen die ebenfalls qualifizierten Einzelreiter dran und sogar der französische Stadionsprecher war begeistert von ihrem Ritt: "Zero! C'est magnifique! Stefanie Bistan, Autriche!"
Mitfiebern im "Kiss & Cry-Corner" für die Österreicher. © Tomas Holcbecher
Mitfiebern im "Kiss & Cry-Corner" für die Österreicher.
© Tomas Holcbecher
Und Steffi strahlte beim Interview übers ganze Gesicht. Im Originalton unmittelbar nach dem Ritt meinte sie auf die unvermeidliche Frage, wie sie sich fühle: "Na super! Nach gestern dachte ich mir, das kann es doch nicht sein. Aber heute hat Apollonia wieder super mitgemacht. Ich habe keinen Reiter vorher gesehen, da ich die Nummer 2 hatte. Ich wusste daher nicht, wie es zu reiten ist, aber mir ist alles aufgegangen. Da es heute technisch schwieriger war, musste man auch rasch reagieren, ob man einen mehr oder weniger reitet! Über dem letzten Sprung hatte ich Angst, dass es sich nicht ausgeht, aber als das Publikum klatschte, wusste ich: Es ist gut gegangen! Ich hatte ja nichts zu verlieren, darum bin ich entspannt geritten."
Einsprung Zweierkombination, noch drei Sprünge, aber alles bleibt liegen: Zero points, Stefanie Bistan, Autriche! © Tomas Holcbecher
Einsprung Zweierkombination, noch drei Sprünge, aber alles bleibt liegen: Zero points, Stefanie Bistan, Autriche!
© Tomas Holcbecher
Erst im Laufe der Konkurrenz wurde einem bewusst, welche Sensationsleistung der Österreicherin gelungen war. Glückwünsche von den Journalistenkollegen prasselten auf unser kleines Team ein, nun nahmen auch die deutschen Journalisten meinen kleinen Scherz von gestern, dass sie statt Ludger Beerbaum eine Steffi Bistan brauchten, plötzlich ernst, denn der "Altmeister" kam mit Chiara erneut nicht fehlerfrei über die Sprünge, sodass auch die Nullrunde von Christian Ahlmann und Codex One nicht ausreichte, unseren Nachbarn die erhoffte Medaille zu sichern.
Die Führung wechselte während der Konkurrenz ein paar Mal, einmal war Deutschland vorne, dann Frankreich, am Ende hatten aber die zur Halbzeit führenden Niederländer das beste Ende für sich.
Sie überraschten alle: Stefanie Bistan und Apollonia. © Tomas Holcbecher
Sie überraschten alle: Stefanie Bistan und Apollonia.
© Tomas Holcbecher
Die Kehrseite von guten Ergebnissen bei Großereignissen bekam Bistan bereits vor der Prüfung zu spüren, denn es lagen zwei seriöse Kaufangebote für die Stute vor. Nach dieser phänomenalen Vorstellung werden sicherlich noch weitere dazu kommen. Es wäre aber jammerschade, sollte Steffi nach Juvina (die heuer übrigens schon auf der Global Champions Tour zu sehen war) erneut eine Hoffnungsträgerin abgeben müssen.

Showjumping round the world

So eine Leistungsdichte im Springreiten wie bei dieser WM sah man bei Großereignissen noch nie. Arrivierte Länder wie Großbritannien (immerhin der regierende Olympiasieger und Europameister), die Schweiz (Europameister von Windsor 2009), Italien (Silbermedaillengewinner in Windsor) und Belgien (WM-Dritter vor vier Jahren) blieben nach Runde 1 des Nationenpreises schon vorzeitig auf der Strecke. Erstaunlich die starken Vorstellungen der Teams aus Übersee (USA, Kanada, Brasilien und Kolumbien) sowie der Mannschaft rund um Oleksandr Romanowytsch Onischtschenko, die allesamt weiterkamen. Die Legionärstruppe des ukrainischen Oligarchen (neben dem Chef reiten auch noch die Deutsche Katharina Offel, der Brasilianer Cassio Rivetti und der ungarische Schockemöhle-Schüler Ferenc Szentirmai für die krisengeschüttelte ehemalige Sowjetrepublik) lässt ja bei Großereignissen immer wieder mit Top-Ergebnissen aufhorchen.

Ebenso aufhorchen ließen in den vergangenen Jahren die Erfolge der KWPN-Pferde. Diese noch junge Pferderasse entstammt einer Kreuzung von Gelderländer und Groninger, wobei die Abkürzung KWPN für "Koninklijk Warmbloed Paard Nederland" steht, auf deutsch also Niederländisches Warmblut. Bei den Weltreiterspielen der Normandie stellten die KWPN-Pferde mit 30 Teilnehmern das Hauptkontingent im Springreiten, gefolgt von BWP (Belgisches Warmblut) mit 22 Pferden. 21 Selle Français, 15 Holsteiner, 11 Westfalen und 8 Oldenburger waren die nächsten wichtigen Zuchtbücher. Der Clinton-Sohn Cornet Obolensky ist der derzeit beste Zuchthengst, sieben seiner Nachkommen – darunter auch Daniel Deussers Cornet d'Amour – gingen in den Parcours von Caen. Wikipedia weist als Besitzer des aus belgischer Zucht stammenden Schimmelhengstes Valentjn Mychyporenko und die B&S Sportpferde GmbH (an der Ludger Beerbaum zu 50 % beteiligt ist) aus.
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