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08.08.2012

Steve Guerdat holt Einzelgold im Springreiten

Mit Steve Guerdat gab es bei der olympischen Einzelentscheidung der Springreiter einen würdigen Sieger. Der Schweizer blieb auf dem 11-jährigen Nino des Buissonetts als einziger Reiter in beiden Umläufen fehlerfrei und holte sich seinen ersten großen Championats-Titel. Um die beiden anderen Medaillen gab es ein Stechen, in dem sich schließlich Gerco Schröder (NL) auf London gegen den Iren Cian O’Connor, der erst in allerletzter Minute ins Team rutschte, durchsetzte.

Jubelt über Goldmedaille für die Schweiz: Steve Guerdat. © Tomas Holcbecher
Jubelt über Goldmedaille für die Schweiz: Steve Guerdat.
© Tomas Holcbecher
Mit einem Schock für die Schweden begann dieser lange Tag der Springreiter. Rolf-Göran Bengtssons Pferd Casall wurde nämlich von den Tierärzten bei der Verfassungsprüfung in die Holding-Box geschickt, wo sich der Schwede dann sofort entschloss, sein Pferd aus der Konkurrenz zu nehmen! Der in Norddeutschland lebende Bengtsson, seines Zeichens amtierender Europameister und Mitfavorit für Gold, war zwar enttäuscht, bekannte aber gleichzeitig: „Casall zog sich im Teamspringen links vorne einen Kratzer zu, gestern schien er aber o.k. So schade es ist, aber das Pferd geht vor!“
Gerco Schröder holte mit London im Stechen Silber. © Michael Rzepa
Gerco Schröder holte mit London im Stechen Silber.
© Michael Rzepa
Der erste Umlauf sollte gleich die Spreu vom Weizen trennen. Die bereits vierte Runde in fünf Tagen verlangte den Pferden wirklich alles ab, aber Parcoursbauer Bob Ellis bewies wieder viel Fingerspitzengefühl, sodass man keine hässlichen Szenen sah, einmal abgesehen von den eher rustikalen Ritten der Bronzemedaillengewinner aus Saudi-Arabien. Wie man stilistisch überzeugen und auch erfolgreich bleiben kann, bewies schon im ersten Umlauf Steve Guerdat, dem eine von sechs Null-Runden gelang. Jubel natürlich beim Publikum, dass auch die beiden Briten Scott Brash und Nick Skelton fehlerfrei blieben. Die weiteren Medaillenanwärter nach Runde eins hießen Cian O’Connor (IRL), Olivier Guillon (FRA) und Marcus Ehning (GER). Mit einem Zeitfehler waren Luciana Diniz (POR), Gerco Schröder (GER), Pius Schwizer (SUI) und Kamal Bahamdan (KSA) immer noch in Medaillennähe. Einige große Namen mussten zur Halbzeit aber bereits im Stall bleiben: Eric Lamaze (CAN), Kevin Staut (FRA), Meredith Michaels-Beerbaum (GER) und Jos Lansink (BEL).
Bronze für Cian O"Connor und Blue Loyd 12. © Pferderevue
Bronze für Cian O"Connor und Blue Loyd 12.
© Pferderevue
In Runde zwei der besten 22 war Bob Ellis mit seiner Schwierigkeitswahl wieder auf der richtigen Seite. Vorerst machte Alberto Michan mit Rosalia La Silla auf sich aufmerksam, sein Nuller brachte den Mexikaner am Ende auf Rang fünf. Gerco Schröder brillierte mit seinem Hengst London wie in so vielen Nationenpreisen und hielt in der Gesamtwertung nach einem makellosen Parcours bei nur einem Fehlerpunkt. Dann verfehlte Cian O’Connor mit Blue Loyd 12 die erlaubte Zeit um lächerliche 2 Hundertstelsekunden und musste sich mit Schröder die Zwischenführung teilen. Als sich dann Steve Guerdat mit der Doppelnull vorbeischob, waren aber noch drei Paare draußen und die Entscheidung schien noch nicht gefallen. Natürlich hoffte das Publikum auf einen weiteren britischen Erfolg, aber sowohl Scott Brash als auch Nick Skelton hatten einen Abwurf. Und auch bei Marcus Ehning („Ich bin zutiefst enttäuscht, das ist ärgerlich, denn so nah dran kommt man nicht oft!“) war nach dem Fehler beim Steilsprung die Luft draußen, damit stand Guerdats Triumph endgültig fest.
Der Olympiasieger ist ein Stilist im Sattel. © Michael Rzepa
Der Olympiasieger ist ein Stilist im Sattel.
© Michael Rzepa
Im noch notwendigen Stechen um Silber und Bronze ging Schröder nicht volles Tempo, war aber ohne Abwurf. O’Connor schien schon zu Hause, als wieder einmal der letzte Sprung die Entscheidung brachte. Die Stange fiel, aber der Ire war dennoch über Bronze happy.
Happy Steve. © Pferderevue
Happy Steve.
© Pferderevue
Großer Jubel herrschte natürlich im Lager der Eidgenossen, die nach der „Blechernen“ in der Mannschaft endlich wieder zu einem ganz großen internationalen Erfolg kamen. Ausgerechnet Steve Guerdat, dem mit 30 Jahren jüngsten Mannschaftsmitglied war es vorbehalten, nach einem gewissen Alphonse Gemuseus (1924) die zweite Einzel-Goldmedaille im Springreiten zu holen. In Österreich ist Guerdat ja auch bestens bekannt, feierte er doch seinen ersten internationalen Sieg ausgerechnet in der Wiener Stadthalle. Großer Redner ist der eher introvertierte Goldmedaillengewinner, der in seiner noch nicht so langen Karriere schon genug Rückschläge hinnehmen musste, immer noch keiner: „Ich gab Nino nach dem Weltcupfinale, wo ich Zweiter wurde, eine lange Pause und startete nur in wenigen Springen!“ Nur über ein großes Vorbild geriet er ins Schwärmen: „Roger Federer!“

Das Ergebnis finden sie hier
Der stolze Vater: Ex-Springreiter und Trainer Philippe Guerdat. © Pferderevue
Der stolze Vater: Ex-Springreiter und Trainer Philippe Guerdat.
© Pferderevue
Zur Siegerehrung und Olympiagold: Nino des Buissonetts. © Pferderevue
Zur Siegerehrung und Olympiagold: Nino des Buissonetts.
© Pferderevue

Reden wir vom Wetter

Leicht verdienen sich in London die Leute von der Wettervorhersage ihr Geld. An 350 Tagen im Jahr heißt es nämlich: „Sunny spells and scattered showers!“ Das war auch bei den Olympischen Spielen so. Erstaunlicherweise nehmen aber die Besucher im Greenwich Park von den gelegentlichen Regengüssen kaum Kenntnis. Die verweichlichten Kontinentaleuropäer und US-Amerikaner packen dann zwar ihr Schirme aus und ziehen die bereitgestellten Regenponchos über, den Engländern ist das alles aber zu mühsam, da in einer halben Stunde ohnedies wieder die Sonne scheint. Und auch die Reiter selbst sind die Launen der Natur gewohnt.


Nur Alvaro Affonso de Miranda Neto meinte lachend: „Ich finde es toll hier, dass man sogar das Wetter perfekt zu den einzelnen Nationen gestaltet, bei den Engländern regnete es, bei uns Brasilianern schien die Sonne, die wir so sehr lieben!“ Prinz Abdulla Al Saud meinte wiederum: „Der Springparcours war wie eine Sightseeingtour durch London, Doppeldecker-Busse, Tower Bridge und das alles im Regen!“


Apropos Sprüche - Anabel Balkenhol meinte nach ihrem relativ niedrig bewerteten GP Special: „Das ist halt Dressur und wem das nicht gefällt, der muss sich eine andere Sportart suchen!“ Sie wird übrigens gemeinsam mit ihren drei Kolleginnen auf ganz ungewöhnliche Art und Weise nach Deutschland zurückfahren, nämlich mit dem Kreuzfahrtschiff MS Deutschland, das derzeit fünf Minuten von Greenwich entfernt am South Quay in Canary Wharf als Hotelschiff an der Pier liegt. „Wir haben die letzten zwei Kabinen bekommen und stechen am 13. August in See, zwei Tage später gibt es für uns und die übrige deutsche Olympia-Mannschaft, die an Bord sein wird, im Hamburger Hafen einen Riesenempfang,“ freut sich Balkenhol, für die London etwas enttäuschend verlief, auf diese Reise.
Mein Arbeitsplatz bei strahlendem Sonnenschein. © Pferderevue
Mein Arbeitsplatz bei strahlendem Sonnenschein.
© Pferderevue
Kristina Sprehes Desperados ist offenbar auch in Greenwich sehr beliebt. © Ernst Kopica
Kristina Sprehes Desperados ist offenbar auch in Greenwich sehr beliebt.
© Ernst Kopica
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