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27.06.2017

Streit um Hitzeferien für Fiaker: Bislang alles regelkonform, sagt Gemeinderätin

Auf die Vorwürfe, die Stadt Wien würden die im Vorjahr beschlossenen Hitzeferien für Kutschenpferde in der Innenstadt einfach ignorieren, reagiert Gemeinderätin Nina Abrahamczik mit Unverständnis. Bislang sei der erforderliche Temperaturgrenzwert noch gar nicht erreicht worden, heißt es aus dem Rathaus.

Erreicht die von der Wetterstation Wien Innere Stadt der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gemessene Temperatur an einzelnen Tagen einen Wert von mindestens 35 Grad Celsius, bekommen Wiener Fiakerpferde an diesem Tag hitzefrei. © www.slawik.com
Erreicht die von der Wetterstation Wien Innere Stadt der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gemessene Temperatur an einzelnen Tagen einen Wert von mindestens 35 Grad Celsius, sind an diesem Tag weitere Rundfahrten und bestellte Fahrten für Fiaker unzulässig. Laut Wiener Gemeinderat wurde der Grenzwert in diesem Jahr allerdings noch nicht erreicht.
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Mit den ansteigenden Temperaturen haben sich in den vergangenen Tagen hitzige Diskussionen um die im Vorjahr beschlossenen Hitzeferien für Fiakerpferde in der Wiener Innenstadt ergeben. Als Grenze wurden im Mai 2016 35 Grad Celsius vereinbart. Ab diesem Wert müssen die Fiaker runter von der Straße und zurück in den heimatlichen Stall.

Diese magische Grenze soll lt. Angaben des Wiener Tierschutzvereins (WTV) am Donnerstag der Vorwoche zum ersten Mal in diesem Jahr überschritten worden sein. Die Konsequenzen blieben allerdings aus. Die Fiakergespanne verrichteten wie gehabt ihren Dienst in der Wiener Innenstadt. „Diese gesetzliche Maßnahme war zwar nur ein ganz kleiner Schritt in die richtige Richtung, dennoch hat der Wiener Tierschutzverein diesen begrüßt. Doch wie sich nun zeigt, war unsere Hoffnung wieder einmal umsonst“, zeigte sich WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic enttäuscht.

„Wir bemühen uns seit Jahren um ein Verbot oder zumindest um einen vernünftigen Kompromiss, wie etwa die Fiakerstrecken auf verkehrsberuhigtere und im Sommer auch kühlere Strecken zu verlegen, wie etwa den Wienerwald. Das aktuelle Beispiel ist jedenfalls der Beweis, dass auch gesetzliche Regeln in der Praxis nicht umgesetzt werden und der Druck der Fiaker-Lobby anscheinend zu stark scheint. Es kann nicht sein, dass an derart heißen Tagen die gesetzlichen Bestimmungen, die für uns Tierschützerinnen und Tierschützer ohnehin nur eine Notlösung bedeuten, angewandt werden“, so Petrovic.

Den Vorwurf, sich nicht an die selbst beschlossene Regelung zu halten, weist man bei der Stadt Wien dezidiert zurück. Ausschlagebend für gesetzlich verordnete Hitzeferien sei die von der Wetterstation am Stephansplatz (Innere Stadt) der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gemessene Temperatur. Und dort habe die Quecksilbersäule noch an keinem Tag die 35 Grad-Marke erreicht, heißt es in einer Aussendung des Wiener Gemeinderats. Auch nicht am Donnerstag, dem bislang heißesten Tag. „Wir leben in einem Rechtsstaat und daher beziehen sich die Maßnahmen auf die Werte der ZAMG und nicht auf selbstgemessene Grade. Egal ob es um Feinstaub, Alkoholkontrollen oder sonstige gesetzlich definierte Grenzwerte geht: es gibt Rechtsgrundlagen, auf die Bezug genommen werden muss, alles andere ist Willkür und würde Einsprüchen nicht standhalten“, stellt SP-Gemeinderätin Abrahamczik klar.

Bei den regelmäßig von den Amtstierärzten durchgeführten Kontrollen habe man keinerlei Auffälligkeiten feststellen können. Auf allen Standplätzen stünden Wasseranschlüsse für die Versorgung mit quellfrischem Trinkwasser und einer Abkühlmöglichkeit der Pferde zur Verfügung. Auch für Schatten sei gesorgt. Zudem werde bei jeglichen tierschutzrechtlichen Verstößen sofort gehandelt, heißt es aus dem Wiener Gemeiderat.

ps
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