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31.01.2014

Streit um Isabell Werth

Neues im Medikationsfall Isabell Werth: In einer Pressemitteilung stellt sich mit Fendt einer der Hauptsponsoren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in höchst öffentlichkeitswirksamer Form vehement auf die Seite der Reiterin und fordert die sofortige Einstellung des Verfahrens. Sehr zum Missfallen des Verbandes.

Hauptsponsor Fendt beurteilt das Verfahren gegen Dressurreiterin Isabell Wert wegen unerlaubter Medikation als unfair und fordert die sofortige Einstellung. © Tomas Holcbecher
Hauptsponsor Fendt beurteilt das Verfahren gegen Dressurreiterin Isabell Wert wegen unerlaubter Medikation als unfair und fordert die sofortige Einstellung.
© Tomas Holcbecher
Werth war im November wegen verbotener Medikation ihres Grand Prix-Pferdes El Santo zu sechs Monaten Sperre verurteilt worden. Weil die fünffache Olympiasiegerin gegen das Urteil Berufung eingelegt hat, ist die Sperre derweil nicht rechtskräftig - Werth darf deshalb weiterhin auf Turnieren starten.

Wenig Verständnis für die Entscheidung der ersten Kammer der FN bekundete jetzt einer der Hauptgeldgeber des Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei. Fendt, seit Jahren Sponsor der deutschen Championatsreiter, drückt in einer Pressemitteilung unmissverständlich sein Missfallen aus: „Wir lehnen entschieden die unfaire Behandlung der Weltklasse-Reiterin ab und fordern eine sofortige Einstellung des Verfahrens.“ Man halte es für nicht richtig, eine so anerkannte Reiterin aufgrund von spekulativen Äußerungen zu verurteilen und die Einschätzung von unabhängigen Sachverständigen einfach abzutun, kommentierte Fendt-Geschäftsführer Paffen.

Isabell Werth hatte die positive Probe mit Problemen des Tränkensystems in ihrem Stall begründet und dafür einen Sachverständigen-Gutachten erstellen lassen. Unter Berücksichtigung aller ermittelten Tatsachen war die FN-Disziplinarkommission allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Kontamination des Tränkenwassers hochgradig unwahrscheinlich sei und die Reiterin mit eine sechsmonatigen Sperre belegt.

Mit großer Verwunderung und Enttäuschung reagiert nun die Deutsche Reiterliche Vereinigung auf diese ungewöhnliche Einmischung in ein laufendes Verfahren. Man habe für diesen Schritt kein Verständnis, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes, besonders weil man Fendt in den vergangenen Wochen bereits angeboten habe, die Zusammenhänge der Verbandsgerichtsbarkeit zu erklären. Es sei unüblich, dass Sponsoren aktiv Einfluss auf juristische Verfahren nehmen, kritisiert FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau.

Gegen die von Fendt aufgestellte Behauptung, dass die beiden Gutachter nachgewiesen hätten, die verbotene Substanz sei durch das Tränkesystem in Isabell Werths Pferd gelangt, wehrt sich die FN entschieden. „Die Gutachten beschrieben lediglich die technischen Möglichkeiten, sie trafen aber keine Aussagen zur Wahrscheinlichkeit“, erklärt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Der deutsche Pferdesport habe seit vielen Jahren ein unabhängiges und anerkanntes Rechtssystem, das auf den nationalen Bestimmungen der Antidoping-Agentur NADA basiere, betont der Verband in seiner Aussendung. Die Mitglieder der Disziplinarkommission und das Große Schiedsgericht seien unabhängig und bekleideten außer ihrem Ehrenamt in den juristischen Gremien keine offiziellen Ämter bei der FN. Die meisten von ihnen seien namhafte Juristen (sowie ein Tierarzt) und verfügten über jahrzehntelange Erfahrung in Pferdesport und Pferdezucht.

FN-Präsident Graf zu Rantzau stellt klar: „Wir als FN können und wollen keinen Einfluss auf die Entscheidungsprozesse dieser Gremien nehmen. Wir schätzen Isabell Werth als sehr verdiente Sportlerin, doch das darf für die Verbandsgerichte keine Rolle spielen. Alle Pferdesportler in Deutschland müssen nach denselben Regeln behandelt werden.“

Quelle: dpa/FN
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