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07.05.2015

Stress lass nach: Magnesium entspannt Pferde nachweislich

Dem Mineralstoff Magnesium wird eine entspannende Wirkung bei Pferden nachgesagt. Diese konnte jetzt in einer australischen Studie erstmals wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Pferde mit Magnesiummangel erschrecken schnell und häufig und sind verspannt. © Petra Eckerl - fotolia.com
Pferde mit Magnesiummangel erschrecken schnell und häufig und sind verspannt.
© Petra Eckerl - fotolia.com
Das Pferd ist ein Beutetier und als solches mit einem ausgeprägten Fluchtinstinkt ausgestattet. Doch während die ständige Bereitschaft zur blitzschnellen Flucht dem einstigen Wildpferd das Überleben sicherte, stellt sie das Zusammenleben mit dem Menschen manchmal auf eine harte Probe. Wenn Training und Haltung aufgrund übermäßiger Nervosität zum Problem werden, greifen Besitzer schreckhafter Pferde gerne zu Magnesium, einem Mineralstoff der Nervenbündeln zu mehr Gelassenheit verhelfen soll.
 

Lebenswichtiges Mineral

Tatsächlich ist Magnesium für Pferde von elementarer Bedeutung. Das Mengenelement ist für die Funktion vieler Enzyme vor allem in Nerven- und Muskelgewebe wichtig und hat eine entscheidende Bedeutung bei der Energiebereitstellung und der Muskelspannung. Doch Magnesium kann noch mehr: es unterstützt beim Aufbau von Knochensubstanz und Sehnen und – was viele Pferdehalter besonders schätzen – es beruhigt die Nerven. Weil es die Erregungsweiterleitung hemmt, verringert Magnesium Stress.

Diese Eigenschaft wurde jüngst durch eine australische Studie erstmals wissenschaftlich bestätigt. Ein Team der Charles Stuart Universität in South Wales untersuchte die Auswirkungen einer gesteigerten Zufütterung von Magnesium auf die Reaktionsschnelligkeit von sechs Vollblutpferden. Durch die Zugabe von 10 g Magnesium zur täglichen Rau- und Kraftfutterration, die den Tagesbedarf des Mengenelements bereits ausreichend abdeckte, konnte eine Verringerung der allgemeinen Reaktionsschnelligkeit um mehr als ein Drittel erzielt werden. Ohne die gesteigerte Magnesiumfütterung lag die Reaktionszeit bei 5,3 Metern pro Sekunde, mit Supplementation verlangsamte sie sich auf 3,1 Meter pro Sekunde.

Magnesiummangel hat viele Gesichter

Fehlt dem Pferd Magnesium, zeigt es das in verschiedenen Beschwerdebildern. Oft erhöht sich die Schreckhaftigkeit und die Pferde neigen zu Verspannungen. Aber auch allgemeine Mattigkeit, Arbeitsunlust, angelaufene Beine, Kreislaufprobleme eine schwere Atmung und sogar Verdauungsprobleme können die Folge sein.

Wie viel Magnesium ein Pferd benötigt, ist von Gewicht und Leistung des jeweiligen Tieres abhängig. Der tägliche Bedarf wird in der Literatur mit Werten zwischen 4 g (Pony mit 200 kg Lebendgewicht in der Erhaltung) und 20 g (Großpferd mit 800 kg Lebendgewicht bei schwerer Arbeit) angeführt.

Nach Prof. Helmut Meyer sind diese Mengen bei ausgewogener Fütterung ausreichend gedeckt. Ein Mangel kann trotzdem auftreten, beispielsweise dann, wenn die Tiere auf intensiv gedüngten Weideflächen mit einseitigem Bewuchs grasen oder das Heu von ebensolchen Wiesen stammt. In solchen Fällen kann es notwendig sein, Magnesium als Futterergänzung beizumischen.

Eine Supplementierung ist auch dann angezeigt, wenn das Mineral durch vermehrtes Schwitzen in größeren Mengen ausgeschieden wird. Aber auch bei trächtigen Stuten, in Stresssituationen wie bei Stallwechseln, Transporten oder Klimaänderungen sowie bei Durchfallerkrankungen steigt der Bedarf an Magnesium. Besonders bei jungen Sportpferden, die erste Turniereinsätze haben, nimmt der Adrenalinspiegel zu. Dadurch wird die Fettverbrennung in Gang gesetzt und freie Fettsäuren verbinden sich irreversibel mit Magnesium, was zu erhöhten Verlusten führt.

Grund für eine Unterversorgung kann aber auch ein Kalziumüberschuss sein. Ein zu Viel an Kalzium verdrängt das Magnesium und erzeugt so einen Mangel. In der täglichen Fütterung spielt das richtige Verhältnis der beiden Stoffe deshalb eine entscheidende Rolle. Optimal stehen Kalzium und Magnesium in einem Verhältnis von 2 bis 3:1.

Natürlich in größeren Mengen enthalten ist Magnesium vor allem in Leinsamen, Weizenkleie und Bierhefe. Eine Überversorgung mit dem Mineralstoff ist in der Regel kein großes Problem für Pferde. Selbst Verabreichungen einer bis zu vierfachen Dosis des Bedarfs führten in Tests zu keinen Nachteilen. Lediglich in Kombination mit einem Phosphor-Überschuss nimmt das Risiko für Darm- und Harnsteinbildung zu.

Falls Zweifel bestehen, ob ein Magnesiummangel vorliegt, kann der Tierarzt dies durch ein großes Blutbild bestimmen. Dieses wird allerdings erst dann anschlagen, wenn bereits ein Großteil des Mineralstoffes aus dem Knochen aktiviert wurde.
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