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31.05.2017

Studie: Komplementär- und Alternativmedizin bei orthopädischen Problemen erste Wahl

Egal ob Lahmheit oder Rückenbeschwerden: Wenn es um orthopädische Probleme geht, ziehen Schweizer Pferdebesitzer komplementär- und alternativmedizinische Therapien der Schulmedizin vor. So lautet das interessante Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Studie.

Komplementär- und alternativmedizinische Therapien beim Pferd - wie hier die Akupunktur - gewinnen seit einigen Jahren immer mehr an Bedeutung. © www.slawik.com
Komplementär- und alternativmedizinische Therapien beim Pferd - wie hier die Akupunktur - gewinnen seit einigen Jahren immer mehr an Bedeutung.
© www.slawik.com
An der Studie nahmen 170 Pferdebesitzer teil, deren Pferde an unterschiedlichen orthopädischen Problemen litten: Bei 62 Pferde waren Rückenprobleme festgestellt worden, bei 96 eine Lahmheit diagnostiziert. Zwölf Pferde waren lahm und von Rückenschmerzen geplagt.

Wie eine Umfrage zeigte, wurde ein Großteil dieser Probleme komplementär- oder alternativmedizinischer behandelt - nämlich knapp 74 Prozent. Allerdings in den seltensten Fällen von einem Veterinärmediziner. 88 Prozent nahmen dafür die Dienste eines Tierheilpraktikers in Anspruch. Noch deutlicher zeigte sich die Tendenz zu Komplementär- und Alternativmedizin bei Rückenerkrankungen. Hier wurde in fast 92 Prozent abseits der Schulmedizin behandelt.  

Bei der Diagnosestellung vertraute hingegen der Großteil auf die Fähigkeiten eines Tierarztes. In über drei Viertel der Fälle wurde erst ein Veterinärmediziner beauftragt. „Die Mehrheit der Pferdebesitzer hat ursprünglich einen Tierarzt konsultiert. Ließ sich das Problem nicht lösen, wurde ein Heilpraktiker herangezogen“, schildern Catharina Lange und ihre Kollegen von der Universität Bern in der Fachzeitschrift Veterinary Medicine and Science das übliche Vorgehen. „Ein komplementär- und alternativmedizinisch arbeitender Heilpraktiker war nur in einem Drittel der Fälle die erste Wahl für eine Erstkonsultation.“

Anders als in Österreich, wo die Behandlung von Pferden (und anderen Tieren) ausschließlich ausgebildeten Tiermedizinern vorbehalten ist, ist der Beruf des Tierheilpraktikers in der Schweiz ebenso wie in Deutschland gesetzlich nicht reglementiert. Die Ergebnisse der Studie würden die Notwendigkeit eines Bildungssystems für Therapeuten ohne veterinärmedizinischen Hintergrund im Hinblick auf eine angemessene Qualifikation in Bezug auf die Pferde-Anatomie und -Pathologie, Erfahrung und Umgang mit dem Tier als Ergänzung zu den komplementär- und alternativmedizinischen Therapien verdeutlichen, so das Fazit der Forscher. Auch werde dadurch die Forderung nach einer synergetischen Nutzung schulmedizinischer, komplementär- und alternativmedizinischer Therapien insbesondere in der Behandlung von orthopädischen Problemen deutlich.
Vor allem bei Rückenproblemen greifen Pferdebesitzer häufig auf Alternativen zur Schulmedizin zurück. © www.slawik.com
Vor allem bei Rückenproblemen greifen Pferdebesitzer häufig auf Alternativen zur Schulmedizin zurück.
© www.slawik.com

Alternative und ergänzende Therapieformen weltweit auf dem Vormarsch

Unter den Teilnehmern der Schweizer Studie war Osteopathie mit 52,9 Prozent die am häufigsten angewandte Therapieform, gefolgt von Homöopathie (22,2%), Akupunktur (14,7%), Chiropraktik (11,6 %), Physiotherpaie (11,1%), Massage (8,0%), Magnetfeldtherapie (5,3%), Tierkommunikation (1,3%), Kinesiologie (0,9%) und Naturheiler (2,2%).

Dass die Nachfrage nach Alternativen und Ergänzungen zur Schulmedizin nicht nur in der Schweiz stark ist, beweisen auch frühere internationale Untersuchungen. Laut einer 2011 durchgeführten Studie setzt knapp ein Drittel der neuseeländischen Sportpferdebesitzer bei Rückenproblemen ihrer Pferde auf komplementär- und alternativmedizinische Behandlungsformen, bei Lahmheiten ist es immerhin ein Viertel. Besonders beliebt ist in Neuseeland die Chiropraktik, gefolgt von Physiotherapie.

Auch eine europäische Studie aus dem Jahr 2007 thematisierte die ansteigenden Bedeutung der Komplementärmedizin beim Pferd. Mit 67 Prozent war hier die Akupunktur die am häufigsten praktizierte Methode, gefolgt von der Homöopathie (54%), der Chiropraktik und der Osteopathie (je 38%). Rund 55 Prozent gaben zu, immer häufiger auf Alternativen zur Schulmedizin bei der Behandlung ihrer Pferde zurückzugreifen, 39 Prozent führten an regelmäßig davon Gebrauch zu machen.

ps
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