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25.04.2016

Studie: Rangniedrige Pferde sind anfälliger für Darmparasiten

Was haben der soziale Rang eines Pferdes innerhalb der Herde und die Anfälligkeit für Darmparasiten gemeinsam? Eine ganze Menge, wie eine jüngst veröffentlichte französische Studie nahelegt. Ihr zufolge sollen vor allem rangniedrige Pferde empfänglich für Würmer sein.

Eine französische Studie zeigte: Doninantere Pferdehaben weniger Würmer als ihre rangniedrigen Herdenkollegen © Sven Kramer - fotolia.com
Eine französische Studie zeigte: Doninantere Pferdehaben weniger Würmer als ihre rangniedrigen Herdenkollegen
© Sven Kramer - fotolia.com
Dass die Darmparasiten unserer Pferde zunehmend unempfindlicher auf Entwurmungspräparate reagieren, ist längst nichts Neues. Die Resistenzen gegen die auf dem Markt befindlichen Produkte sind stetig im Steigen begriffen, neue Wirkstoffe vorläufig nicht in Sicht. Im Kampf gegen Wurm und Co ist daher ein immer ausgeklügelteres Vorgehen vonnöten, will man den Parasiten auch langfristig noch wirkungsvoll Einhalt gebieten.

Dabei sind längst nicht alle Pferde gleichermaßen anfällig für Schmarotzer im Darm. Die Erkenntnis, warum das so ist, gewinnt im Hinblick auf eine zielgerichtete Medikation zusehends an Bedeutung. Einen interessanten Aspekt in diesem Zusammenhang zeigt eine französische Studie auf, die vergangene Woche in Paris präsentiert wurde. Sie legt nahe, dass zwischen dem sozialen Rang in der Herde und dem Grad der Verwurmung ein unmittelbarer Zusammenhang besteht.

Rangniedrige Pferde haben mehr Würmer

Ein Team der Universität in Straßburg untersuchte eine Herde von 13 Pferden im Alter zwischen vier und 27 Jahren. Alle Pferde hatten noch nie ein Entwurmungspräparat erhalten. Um herauszufinden, welchen Rang die Tiere innerhalb der Herde einnahmen, beobachteten die Wissenschaftler die Pferde über drei Monate hinweg sechs Tage die Woche je sechs Stunden lang. Gleichzeitig wurde der Wurmstatus der einzelnen Tiere durch regelmäßige Kotuntersuchungen erhoben und genau dokumentiert.

Bei der Auswertung der Daten stellte sich heraus, dass eine eindeutige Verbindung zwischen dem sozialen Rang und dem Parasitenbefall bestand. „Je dominanter ein Tier war, desto geringer war seine Parasitenbelastung“, erklärte Studienleiterin Léa Briard.

Ein möglicher Grund für diesen Zusammenhang könne in der erhöhten Stressbelastung rangniedriger Pferde liegen. Diese würde sich negativ auf die körpereigene Abwehr auswirken und die jeweiligen Tiere deshalb empfänglicher für Darmparasiten machen. Allerdings steht diese Theorie entgegen den Erkenntnissen neuerer Studien, die zeigen, dass rangniedrige Pferde nicht zwingend größerem Stress ausgesetzt sind als ihre dominanten Herdenkollegen.

Einen weiteren potenziellen Auslöser für die größere Parasitenbelastung vermuten die Forscher in der schlechteren Futterqualität, mit der sich rangniedrige Pferden häufig begnügen müssen. Anders als ihre ranghohen Kollegen bleiben ihnen oft nur die Reste – vor allem dann, wenn Rauhfutter nur in begrenzten Ausmaßen zur Verfügung steht. Doch auch diese These scheint weniger wahrscheinlich, zumal alle Tiere in der Studie einen guten Fütterungszustand aufwiesen.

Eher wahrscheinlich sei es, so Briard, dass rangniedrige Pferde häufiger die weniger bevorzugten Bereiche des Auslaufs bzw. der Weide frequentierten, die vermehrt durch Kot verunreinigt seien. „Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass Pferde von Natur aus verschmutzte Bereich meiden“, erklärte Briard. Rangniedrigen Pferden bliebe jedoch oft nicht die Wahl. Sie seien einem erhöhten Parasitenrisiko ausgesetzt, weil sie häufiger in kontaminierten Bereichen grasten, als ihre höhergestellten Herdenmitglieder, so das Fazit.

Beliebte Pferde haben weniger Würmer

Eine Entdeckung die die Wissenschaftler besonders überraschte: Pferde mit einer größeren Anzahl an sozialen Partnern wiesen in der Studie eine geringere Parasitenbelastung auf als Einzelgänger. Diese Tatsache verblüffte die Forscher umso mehr, als dass man im Vorfeld davon ausgegangen war, dass große Nähe zu anderen Pferden das Risiko einer erhöhten Wurmbelastung eher erhöhe. Doch möglicherweise sind es die positiven Begleiterscheinungen von körperlicher Nähe und sozialer Fellpflege wie etwa ein verringerter Herzschlag, eine vermehrte Produktion von Beta-Endorphinen und eine Stimulierung des Immunsystems, die dieses Phänomen möglich machen.

Die Tatsache, dass die Studie lediglich auf der Beobachtung einer einzelnen Gruppe von Pferden basiert, macht sie freilich nur wenig repräsentativ, wie Briard selbst einräumt. Allerdings ist sie ein erster Schritt im Bestreben die unterschiedliche Parasitenbelastung innerhalb einer Herde besser zu verstehen. Ein Schritt, dem noch viele weitere folgen sollen.

Quelle

ps
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