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03.11.2015

Studie: Verstärkungen erhöhen Risiko für Fesselgelenksprobleme

Dass Gangverstärkungen nicht gerade zu den gesündesten Bewegungen unserer Reitpferde zählen, ist längst kein Geheimnis mehr. Dennoch wurden die genauen Auswirkungen des Zulegens bislang noch kaum wissenschaftlich untersucht. Eine Gruppe britischer Forscher hat dieses Versäumnis nun nachgeholt.

Trabverstärkungen belasten die gesamte Vorhand des Pferdes. © www.slawik.com
Trabverstärkungen belasten die gesamte Vorhand des Pferdes.
© www.slawik.com
Überdehnungen, Zerrungen und Entzündungen im Bereich der Fessel sind längst keine Probleme mehr, mit denen sich vornehmlich Springpferde herumplagen müssen. Ganz im Gegenteil: Schmerzende Fesseln – vor allem der Vorhand - zählen immer häufiger zum Berufsrisiko moderner Dressurpferde. Dies gilt ganz besonders für Pferde mit extravagantem Bewegungsablauf im Trab.

„Bisher wissen wir nur wenig darüber, welche Auswirkungen die unterschiedlichen Varianten des Trabs auf die Vorhand des Pferdes haben“, erklärte Victoria Walker auf dem Kongress der British Equine Veterinary Association. Dies sei auch der Grund, warum man derzeit nur schwer fundierte Aussagen darüber treffen könne, wie sich Erkrankungen des Fesselbereiches wirkungsvoll vermeiden ließen.

20 Pferde im Vergleich

Einen Schritt, diese Wissenslücke zu schließen, haben Walker und ihre Kollegen mit ihrer jüngst veröffentlichten Studie beigesteuert. Sie wollten herausfinden, welche Auswirkungen sich im Bewegungsablauf zwischen versammeltem Trab, Mitteltrab und starkem Trab ergeben. Als Probanden dienten 20 Dressurpferde unterschiedlicher Rassen im Alter von rund neun Jahren und mit einem Durchschnittsgewicht von ca. 600 kg. Alle Pferde waren etwa auf M-Niveau ausgebildet.

Um etwaige Unterschiede in der Belastung der Vorhand zu ermitteln, wurden die Pferde von ihren Reitern ausgesessen erst im versammelten und dann im Mitteltrab bzw. im starken Trab vorgestellt. Vier Tritte je Trab wurden mit einer Highspeed Kamera erfasst und anschließend mithilfe von zuvor an den Pferdebeinen angebrachten Messpunkten genau analysiert.

Die Auswertung der Daten ergab, dass sich der Fesselgelenkwinkel im Mitteltrab deutlich gegenüber jenem im versammelten Trab erhöhte. Ebenso gestaltete sich der Vergleich starker Trab und versammelter Trab. Der Fesselgelenkwinkel fiel umso größer aus, je mehr Vorderfußwurzelgelenk und Schultergelenk gestreckt wurden. Walker und ihre Kollegen schlossen daraus, dass sich der Fesselgelenkwinkel mit zunehmender Verlängerung der Tritte erhöhte, im starken Trab damit noch mehr als im Mitteltrab.
Die Messungen von Victoria Walker und ihrem Team zeigten, dass die Belastung des Fesselgelenks mit zunehmender Trittlänge steigt. © www.slawik.com
Die Messungen von Victoria Walker und ihrem Team zeigten, dass die Belastung des Fesselgelenks mit zunehmender Trittlänge steigt.
© www.slawik.com
„Die Belastung von Vorderfußwurzelgelenk und Schulter stand in direktem Zusammenhang mit dem Fesselgelenkwinkel, woraus sich schlussfolgern lässt, dass Gangverstärkungen Auswirkungen auf die gesamte Vorhand haben", erklärte Walker. Verstärkungen könnten damit insbesondere bei weich gefesselten Pferden und solchen mit bestehenden Problemen ein Risiko darstellen, lautet das wenig überraschende Fazit der Forscher. „Sie stellen möglicherweise einen Risikofaktor bei derartigen Problemen dar.“ Inwieweit auch der Untergrund bei der Belastung des Fesselbereichs eine Rolle spiele, müsse noch gesondert untersucht werden.

Eine Zusammenfassung der Studie „What Effect Does Medium and Extended Trot Have on the Kinematics of the Forelimb in Dressage Horses?” von V. A. Walker, C. A. Tranquille, S.J. Dyson, R. Newton und R.C. Murray gibt es hier.
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