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10.03.2015

Taktsicher im Schritt

Ein geregelter und taktreiner Schritt zwischen einzelnen Lektionen kann besonders bei übereifrigen Pferden fast zu einer Lebensaufgabe werden. Wie sie mit ihrem Ungeduldsmeier trotzdem zu einem klaren Viertakt kommen, erklärt Dressurrichterin und Pferdebuchautorin Dr. Britta Schöffmann.

Über Bodenricks kommen auch notorische Anzackler zu einem ruhigen und geregelten Schritt. © Nini Schaebel
Über Bodenricks kommen auch notorische Anzackler zu einem ruhigen und geregelten Schritt.
© Nini Schaebel
Taktstörungen im Schritt sind meist auf mangelnde Losgelassenheit und aufkommende Spannung zurückzuführen. Wobei letzteres aber nicht einmal mit starker Nervosität zusammenhängen muss, sondern auch in Übereifer begründet sein kann. Vor allem bei sensiblen, lernfreudigen und intelligenten Pferden passiert es häufig, dass diese die Aktion ihrer Reiterin schon vorausahnen und nicht auf die entsprechende Hilfe warten wollen. Die Crux: je mehr man übt, desto eher weiß das Pferd, was kommt – und desto mehr zackelt es, vor allem während der einfachen Galoppwechsel oder beim bloßen Verkürzen der Zügel kurz vor einer Lektion.

Im Schritt zum Schritt

Besonders hilfreich ist in solchen Fällen das Schrittreiten an sich zu üben und zwar mit wechselndem Zügelmaß. Das heißt, dass zunächst am längeren Zügel in leichter Anlehnung und leicht gewölbtem Hals Schritt geritten wird. Dann werden die Zügel verkürzt und damit der Rahmen und auch das Schrittmaß. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass der Rhythmus derselbe bleibt. Gelingt dies ohne Probleme, wird eine Lektion angeritten, beispielsweise ein  Kurzkehrt oder ein Angaloppieren – doch anstatt die Lektion tatsächlich auszuführen, werden die Zügel wieder nachgegeben und im Mittelschritt weitergeritten. Dies lässt sich mehrere Male wiederholen, ohne dass das Pferd dabei müde wird.

Gelingen die Übergänge zwischen Mittelschritt und verkürztem Schritt, kann beim nächsten Mal nach zwei, drei verkürzten Schritten die gewünschte Lektion nun endlich ausgeführt werden. Anschließend wiederholt man das Verändern des Zügelmaßes im Schritt wieder ohne Lektion. Das Ziel: Das Pferd soll nicht schon beim Nachfassen des Zügels das Gefühl bekommen, dass darauf jedes Mal eine Lektion folgt. Es sollte quasi im Unklaren darüber bleiben, ob es nach dem Nachfassen in eine Lektion geht oder aber wieder in den Mittelschritt. Auf diese Weise lernen viele Pferde, besser auf ihre Reiterin zu hören und abzuwarten.

Der Vorteil: Diese Übung lässt sich beim lösenden Schrittreiten am Anfang der Stunde ebenso reiten wie in der Arbeits- und in der Entspannungsphase. Eine gute Möglichkeit, den ruhigen und taktreinen Schritt auch während des Übens von einfachen Galoppwechseln zu verbessern, ist das Variieren der Schrittsequenz zwischen dem Galopp. Im Klartext heißt das: mal werden fünf, sechs oder gar sieben Zwischenschritte eingebaut, mal nach dem Durchparieren umgehend in einer Schrittvolte abgewendet oder ein Schulterherein im Schritt abgefragt, mal ein paar Meter Schenkelweichen geritten oder aber nach ein, zwei Schritten zum Halt durchpariert, rückwärtsgerichtet und wieder angeritten – und zwischendurch wieder die erwünschten drei bis vier Zwischenschritte. Auch hier ist das Ziel, das Pferd im Unklaren über das Kommende zu lassen. Soll es wieder angaloppieren? Oder eine Volte machen? Oder seitwärts gehen? Die Antwort auf diese Fragen liegt im Abwarten auf die Reiterhilfen und damit im ruhigen Schreiten.

Hilfe durch Cavaletti

Bei ganz hartnäckigen Fällen kann auch die Arbeit über Cavaletti helfen. Dazu stellt man drei bis vier Cavaletti im Abstand 0,80 bis 0,90 m (=Schrittdistanz) so in der Mitte der Bahn (entweder parallel zur langen Seite oder parallel zur kurzen Seite entlang der Mittellinie) auf, dass die Reiterin in Achten bzw. aus der Tour wechselnd oder in halben Volten links und rechts die Hand wechselnd darüber reiten kann.

Will man bei der Zirkel-/Achtenarbeit die Bodenricks nicht nutzen, bleibt man einfach auf einem kleineren oder größeren Kreisbogen. Je nach erwünschter Lektion werden die Schritt-Cavaletti eingesetzt: Beim einfachen Galoppwechsel wird kurz vorher durchpariert, die Bodenricks im Schritt überwunden, dann wieder angaloppiert. Auch beim entspannten Üben des Nachfassens zur Vorbereitung anderer Lektionen lassen sich die Cavaletti nutzen. Dazu wird im Schritt in Richtung der Cavaletti geritten, kurz vorher werden die Zügel nachgefasst – und nach den Cavaletti wird entweder eine Lektion wie ein Kurzkehrt oder ein Angaloppieren verlangt oder auch nur wieder im Mittelschritt mit verlängertem Zügel weitergeritten. Die Bodenricks verhindern, dass das Pferd den Takt verliert, außerdem leiten sie seine Aufmerksamkeit auf das Überwinden der leicht erhöhten Stangen und fördern so die Konzentration bei Pferd und Reiterin.

Copyright Pferderevue/Britta Schöffmann
 

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