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19.05.2016

Taugt Knoblauch zur Insektenabwehr beim Pferd?

Wenn es überall schwirrt, summt und krabbelt haben sie wieder Hochsaison: Futterzusätze aus Knoblauch. Doch ist die Knolle im Kampf gegen Insekten überhaupt wirksam?

Knoblauch kann die Insektenabwehr unterstützen © www.slawik.com
Lästige Insekten können nicht nur Allergien auslösen oder Krankheiten übertragen, sie sind auch eine psychische Belastung für die Pferde. Knoblauch kann die Insektenabwehr unterstützen.
© www.slawik.com
Eines gleich vorweg: Eine wissenschaftliche Studie, die die Wirkung von Knoblauch zur Abwehr von lästigen Insekten bei Pferden eindeutig belegt, gibt es bislang noch nicht. Dennoch schwören unzählige Pferdehalter auf Knoblauch, um ihre Vierbeiner vor den schwirrenden Plagegeistern zu schützen.

Futterzusätze mit Knoblauch sollen Pferde durch einen schwefelhaltigen Geruch, der über Körperausdünstungen abgegeben wird, unattraktiv für blutsaugende Insekten machen. Diese Wirkung fällt jedoch sehr unterschiedlich aus und kann individuell deutlich variieren. Fest steht: Wer sich auf Knoblauch als alleinige Maßnahme zur Insektenabwehr verlässt, wird aller Voraussicht nach enttäuscht werden. Unterstützend können einschlägige Futterzusätze aber durchaus sinnvoll sein.

Ist Knoblauch schädlich fürs Pferd?

Das Motto „viel hilft viel“ ist bei Knoblauch wie bei den meisten Dingen allerdings mit Vorsicht zu genießen. Eine Überdosierung von mehr als 0,2 Gramm Trockenmasse pro Kilogramm Körpergewicht
und Tag kann zu Blutarmut führen. Verantwortlich dafür ist eines der im Knoblauch enthaltenen Sulfide, das die Phosphat-Dehydrogenase, ein wichtiges Antioxidans der roten Blutköperchen, zerstört. Als Folge bilden sich sogenannte „Heinz-Körper“, sichtbare Verklumpungen des roten Blutfarbstoffs, die über die Milz ausgeschieden werden. Bei sehr hohen Knoblauchmengen kann der Körper den Verlust an roten Blutkörperchen nicht mehr ausgeglichen – eine Anämie entsteht.

Ist Knoblauch also schädlich fürs Pferd? Unter normalen Umständen nein. Auch beim Knoblauch gilt, wie bei allen anderen Dingen: Die Dosis macht das Gift. Um den kritischen Wert zu erreichen, ist eine große Menge an Knoblauch nötig. Weit mehr, als ein Pferd unter normalen Umständen überhaupt fressen würde. Das wären bei einem 500 Kilogramm zumindest 100 Gramm täglich. In einer kanadischen Studie waren es 240 g Knoblauchpulver, die bereits nach vier Tagen zu einer signifikanten Abnahme von Erythrozyten im Blut führten.

Die Fütterungsempfehlungen solcher aus reinem Knoblauch bestehenden Zusatzfuttermittel geben jedoch eine weitaus geringere tägliche Dosis an. Überlicherweise bewegt sie sich bei ca. 25 Gramm für ein 600 Kilo schweres Pferd. In dieser Menge sollten die positiven Eigenschaften der Knolle überwiegen – vom Schutz der Verdauungstrakts über Blutreinigung und Stärkung der Atemwege bis hin zur verbesserten Parasitenabwehr – und der Knoblauch unbedenklich für Pferde sein – außer das Pferd hat eine Allergie gegen Knoblauch oder eine bestehende Leber- bzw. Nierenerkrankung.

ps
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