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24.04.2018

Tausende fordern Reglementierung des Hufschmiedegewerbes

Der seit Oktober gültigen Öffnung des Hufschmiedeberufs stehen nicht nur Fachleute ablehnend gegenüber. Am Donnerstag wurde dem Nationalrat eine Petition überreicht, in der Tausende Pferdebesitzer die Aufnahme des Huf- und Klauenbeschlags in die Liste der reglementierten Gewerbe fordern.

Die korrekte Bearbeitung des Pferdehufs ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, für die es neben handwerklichen Fertigkeiten auch ein umfangreiches Wissen aus den Bereichen Anatomie und Physiologie braucht. © www.slawik.com
Die korrekte Bearbeitung des Pferdehufs ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, für die es neben handwerklichen Fertigkeiten auch ein umfangreiches Wissen aus den Bereichen Anatomie und Physiologie braucht.
© www.slawik.com
Seit der Reform der Gewerbeordnung gilt der ehemals teilgeregelte Beruf des Hufschmieds als freies Gewerbe. Für gelernte Hufschmiede, aber auch viele Pferdebesitzer eine unhaltbare Situation. Denn seit der Öffnung darf jeder x-Beliebige am Pferdehuf herumschneiden, -raspeln und -nageln. Ganz gleich, ob er davon etwas versteht oder nicht. „Das ist ethisch unvertretbar. Gerade die Arbeit am lebenden Tier erfordert höchste Kompetenz. Falsch beschlagene Hufe stellen eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Pferde dar“, bringt Hufschmiedemeister Josef Frech, Sprecher der Österreichischen Hufschmiede, seine Sorgen und die seiner Kollegen auf den Punkt.

Dass er mit dieser Meinung nicht alleine dasteht, zeigen die Reaktionen vieler Experten. Die kommen nicht nur aus dem Hufschmiede- und Metallerlager, sondern insbesondere auch aus der Veterinärmedizin. So hält etwa die Österreichische Tierärztekammer fest, dass für eine fachgerechte Huf- und Klauenbearbeitung ein umfangreiches Wissen aus den Bereichen Anatomie und Physiologie unbedingt notwendig sei. „In der orthopädischen Behandlung von Pferden ist der Hufschmied für den behandelnden Tierarzt deshalb ein wichtiger Partner, ohne den in vielen Fällen keine erfolgreiche Therapie erreicht werden kann“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme zum Thema.

Dass sich dieses Wissen nicht in einem Wochenendlehrgang aneignen lässt, liegt auf der Hand. Trotzdem fühlen sich immer mehr Menschen nach einem Crashkurs in Sachen Hufbearbeitung dazu berufen, ihre frisch erworbenen Kenntnisse am lebenden Objekt anzuwenden – und sie als Dienstleistung gegen bare Münze anzubieten. Ein Vorgehen, das seit Oktober des Vorjahres vollkommen legal ist.
(v.l.n.r.) Hufschmiede-Ausbilder Günther Stocker, Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka, OEPS-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer, Nationalratsabgeordneter Peter Gerstner, Hufschmiedemeister Josef Frech © Archiv
(v.l.n.r.) Hufschmiede-Ausbilder Günther Stocker, Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka, OEPS-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer, Nationalratsabgeordneter Peter Gerstner, Hufschmiedemeister Josef Frech
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Petition übergeben

Kampflos wollen sich die Hufschmiede mit den neuen Gegebenheiten allerdings nicht abfinden. Am Donnerstag der Vorwoche wurde deshalb eine Delegation des Österreichischen Hufschmiedeverbands bei Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka und Nationalratsabgeordnetem Peter Gerstner vorstellig. Zusammen mit OEPS-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer übergab man bei dieser Gelegenheit knapp 9.500 Unterschriften, die eine erneute Änderung der Gewerbeordnung fordern. Anstelle des freien Gewerbes soll der Huf- und Klauenbeschlag in die Liste der reglementierten Gewerbe verschoben werden. Ein solches knüpft die Ausübung des Berufs zwingend an einen Befähigungsnachweis von offizieller Stelle.

In den kommenden Wochen will man intensiv Gespräche führen um Entscheidungsträger für das Anliegen zu gewinnen, eine erste Evaluierung des Themas wird es voraussichtlich im Herbst geben. Ist sie erfolgreich, könnte die Änderung der Gewerbordnung bereits im Frühling 2019 möglich sein.

ps
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