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07.11.2014

Terriergroßes Urzeit-Pferdchen entdeckt

Wäre das Pferd im Laufe der Evolution nicht ein gutes Stück gewachsen, es stünde heute schlecht um den Reitsport. Vor 45 Millionen Jahren waren die Vorfahren unserer heutigen Reitpferde nämlich nicht größer als Terrier. Das beweist ein spektakulärer Fund deutscher Forscher.

Das 47 Millionen Jahre alte Pferdeskelett hat je vier Klauen an den Vorder- und je drei an den Hinterbeinen. Der weiße Kreis markiert die Lage des Fötus. © Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt
Das 47 Millionen Jahre alte Pferdeskelett hat je vier Klauen an den Vorder- und je drei an den Hinterbeinen. Der weiße Kreis markiert die Lage des Fötus.
© Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt
Klein wie ein Foxterrier mit 14 Klauen - so sieht das Urzeitpferdchen aus, das Paläontologen des Senckenberg-Forschungsinstituts Frankfurt am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentierten. Gefunden wurde das 47 Millionen Jahre alte, außergewöhnlich gut erhaltene Skelett einer Stute bereits im Jahr 2000, doch erst in den vergangenen beiden Jahren hatte man das Fundstück genau unter die Lupe genommen. Dabei entdeckte man im Uterus des Tieres ein gut entwickeltes Fohlen. Es wäre vor 47 Millionen Jahren ganz normal zur Welt gekommen, wäre das Muttertier nicht kurz vor der Geburt gestorben, sagte Forscher Jens Lorenz Franzen im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Warum das Muttertier starb, ist bislang noch nicht restlos geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass das Tier durch eine Gasvergiftung in der Nähe eines Maares starb, das damals die heutige Region um den Fundort als riesiger Süßwassersee bedeckte. Das Kohlendioxid könnte durch Erdlöcher nach außen geströmt sein - eine Spätfolge des Vulkanismus.

"Bei einem solchen Gasaustritt atmet man reines Kohlendioxid ein, ohne es zu bemerken", erläutert Franzen. "Das Gehirn wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Und der Tod tritt ganz schnell ein." Für diese Theorie spricht, dass Wissenschaftler seit den 1970er Jahren eine ganze Herde von fossilen Urzeit-Pferden in der Grube Messel gefunden haben - fast 60 Tiere, darunter acht trächtige Stuten. Eine davon ist besonders gut konserviert.

Urzeit-Pferde nicht größer als Hunde

Anhand der gekrümmten Wirbelsäule lässt sich nachvollziehen, wie sich die heutigen Pferde entwickelten. Ihre Urahnen waren nicht größer als heutige Hunde. Und auch ihr Lebensraum unterschied sich deutlich von jenem unserer Hauspferde. Die Tiere lebten in einem Klima, das den heutigen Tropen ähnlich ist - allerdings gab es trotzdem Jahreszeiten. "Solche Para-Tropen gibt es heute nicht mehr", so Franzen. Deutlich größere Übereinstimmungen zum heutigen Pferd gäbe es hingegen in puncto Schwangerschaft und Geburt. Diese seien damals ganz ähnlich verlaufen wie heute – das zeigen die Forschungsergebnisse, die im "Journal of Vetebrate Paleontology" veröffentlicht wurden.

Quelle
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