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26.05.2011

Tödliche Gefahr für Pferde

Wunderschön gelb blüht sie, die schlanke bis zu 1,20 Meter hohe Pflanze mit ihren sternförmigen Blüten. Doch hinter dem hübschen Äußeren des Jakobskreuzkrautes verbirgt sich eine große Gefahr.

Das Jakobskreuzkraut gilt als hoch giftig. Die in der ganzen Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sind stark leberschädigend und krebsauslösend. Gelangen sie ins Heu, verlieren sie bei der Trocknung zwar die Bitterstoffe, nicht jedoch die Alkaloide.

Die auffälligen Blüten enthalten die höchsten Konzentrationen an Alkaloiden, doch von den jungen, unscheinbaren Pflanzen geht die größte Gefahr aus. Während Pferde älteres Jakobskreuzkraut auf der Weide wegen seines unangenehmen Geruchs normalerweise meiden, wir die Pflanze im Rosettenstadium insbesondere von (unerfahrenen) Jungtieren oder bei Futterknappheit immer häufiger. Dies liegt vor allem auch daran, dass die jungen Triebe für sechs bis sieben Wochen noch keine Bitter- und Geruchsstoffen enthalten und damit frei von Warnstoffen sind.

Weil Pferde sehr empfindlich auf Pyrrolizidinalkaloide reagieren, sind sie besonders anfällig für Vergiftungen durch das Jakobskreuzkraut. Bei der Aufnahme größerer Mengen innerhalb kurzer Zeit, kommt es schon nach wenigen Tagen zum Tod des betroffenen Tieres. Häufiger als eine akute Vergiftung erleiden Pferde durch kontinuierliche Aufnahme eine chronische Intoxikation, die erst nach Wochen, Monaten ihre Wirkung zeigt. Als tödliche Dosis werden für Pferde 40 bis 80 Gramm Frischpflanze pro Kilogramm Körpergewicht genannt.
Jakobskreuzkraut © Christian Fischer
© Christian Fischer

Steckbrief Jakobskreuzkraut

Die Pflanze: Das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) hat goldgelbe Blüten mit Zungen- und Röhrenblüten. Es blüht von Mitte Juni bis August. Die Pflanzen sind 30 bis 100 cm hoch. Die zerriebenen Blätter riechen unangenehm.

Symptome bei Aufnahme
akut: Nervenschädigung, Lähmung, später Leberschädigung, dadurch dann zentrale Blindheit, Darmlähmung, Taumeln, Dummkoller, Tod
chronisch (durch Heu oder Silage): Appetitlosigkeit, blutiger Durchfall, häufiges Gähnen, Unruhe, Taumeln, zielloses Wandern, Zehenschleifen, Blindheit, Kopfpressen, hepatisches Koma, Tod.

Jakobskreuzkraut auf dem Vormarsch

Die Giftpflanze kommt vor allem im Tiefland auf eher trockenen und mäßig nährstoffhaltigen Böden, wie Dauerweiden, Ruderalflächen sowie an Eisenbahn- und Straßenböschungen vor. Durch die extensive Nutzung von Weiden und der Zunahme von Brachflächen, konnte sich das Jakobskreuzkraut stark ausbreiten. Bis zu 150.000 Samen kann jede einzelne Pflanze bilden, die im Boden mehr als 10 Jahre lang keimfähig bleiben. Um eine Verbreitung durch Wind oder landwirtschaftliche Maschinen zu verhindern, ist es wichtig die Pflanze vor dem Blühstadium zu bekämpfen, am besten durch Ausreißen oder Ausstechen. Auf Schnitt reagiert das Jakobskreuzkraut mit stärkerem Austreiben. Zudem steigt der Alkaloidgehalt innerhalb kürzester Zeit um das Hundertfache. Deshalb sollte vom Mähen zur Eindämmung der Pflanze unbedingt abgesehen werden! Weil die Bekämpfung von Kreuzkräutern sehr arbeitsaufwändig ist, muss ein Vorkommen bereits im Anfangsstadium erkannt werden um umgehend Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung unternehmen zu können. Entfernte Pflanzen müssen mit allen Teilen im Restmüll entsorgt werden.

Bekämpfung durch Früherkennung

Die Früherkennung des Kreuzkraut-Problems ist von entscheidender Bedeutung für seine Bekämpfung, denn das Sanieren von verseuchten Parzellen ist sehr schwierig. Eine regelmäßige Weidekontrolle ist mit die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen die Giftpflanze. Zudem sorgen eine sorgfältige Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden und der Erhalt einer dichten Grasnarbe dafür, dass die Giftpflanze keine Möglichkeit zum Keimen vorfindet. Offene Flächen sollten deshalb rasch nachgesät werden.
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