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21.02.2017

Tote Ponykörper als Warnung für Autoraser

Im britischen Dartmoor griff eine Züchterin zu einer drastischen Maßnahme, nachdem zwei ihrer Ponys bei einem Horror-Crash ums Leben gekommen waren.

Die 3.000 im Dartmoor freilebenden Ponys werden meist nur einmal im Jahr von ihren Besitzern zusammengetrieben. Den Rest der Zeit durchstreifen die Tiere auf sich allein gestellt die hügelreiche Landschaft der südendlischen Grafschaft Devon © georgeheap
Die 3.000 im Dartmoor freilebenden Ponys werden meist nur einmal im Jahr von ihren Besitzern zusammengetrieben. Den Rest der Zeit durchstreifen die Tiere auf sich allein gestellt die hügelreiche Landschaft der südendlischen Grafschaft Devon.
© georgeheap
Kollisionen zwischen Autos und Pferden sind keine Seltenheit, oft sind bei solchen Vorfällen unvorsichtiges Verhalten der Lenker und überhöhte Geschwindigkeit mit im Spiel. Dies dürfte auch bei einem Horror-Crash der Fall gewesen sein, der sich vergangenen Freitag im britischen Dartmoor ereignet hat.

Bei einem Zusammenstoß mit einem Auto verloren zwei Dartmoor Ponys ihr Leben. Eines der Tiere erlag seinen schweren inneren Verletzungen, ein weiteres hatte Knochenbrüche an beiden Hinterbeinen und einem Vorderbein davongetragen. Der Fahrer selbst blieb unverletzt, am Fahrzeug entstand ein Totalschaden, wie Karla McKechnie, Nutztier-Schutzbeauftragte im Dartmoor, berichtet.

Zu schnell

Grund für den Unfall dürfte überhöhtes Tempo gewesen sein. Trotz der Geschwindigkeitsbeschränkung von 40 Meilen pro Stunde – etwa 65 Stundenkilometer – gelang es dem Lenker nicht mehr rechtzeitig zu bremsen um einen Unfall noch zu verhindern. Die Ponys wurden im Abstand von knapp 37 Metern angefahren.

Für McKechnie, die im Gespräch mit dem britischen Magazin The Herald entsetzliche Szenen schildert, ist die Schuld damit ganz klar beim Fahrer zu suchen. „Es war eine klare Nacht, da gibt es keine Entschuldigungen. Ich habe in fünf Jahren, die ich hier arbeite noch nie etwas Derartiges gesehen. Eines der Ponys hatte schreckliche Verletzungen.“

Beide verunglückten Stuten waren hochträchtig.

Abschreckendes Beispiel

Tote Ponys sind im Dartmoor keine Seltenheit. Mit dem Unfall am Freitag erhöhte sich die Zahl der alleine seit Anfang 2017 verunglückten Tiere auf traurige acht. Die Hügellandschaft in der südenglischen Grafschaft Devon ist seit 1951 Nationalparkgebiet. Etwa 3000 Ponys leben hier und können sich ebenso wie Rinder und Schafe frei im Gebiet bewegen. Dabei queren sie bisweilen auch die durchziehenden Straßen. Trotzdem dieser Umstand bestens bekannt ist, laden die einsamen Straßen Autofahrer dazu ein, schneller unterwegs zu sein als erlaubt. Sehr zum Leidwesen unzähliger Tiere, die jährlich bei Kollisionen mit Autos ihr Leben lassen müssen.

Für Züchterin Verity Nicholls, Besitzerin der beiden verunglückten Stuten, ein unhaltbarer Zustand. Nach dem jüngsten Vorfall entschied sie sich deshalb mit einer drastischen Maßnahme ein Zeichen zu setzen. Anstatt die toten Körper wie gewöhnlich abzutransportieren, ließ sie die beiden Ponys drei Tage lang gut sichtbar am Straßenrand liegen. „Ich möchte mich für den bedrückenden Anblick entschuldigen, aber sie dort liegen zu lassen veranlasst den einen oder anderen Fahrer vielleicht dazu, künftig besser auf sein Tempo zu achten.“

ps