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20.04.2014

Triumphaler Weltcupsieg für Charlotte Dujardin und Valegro

Nach Olympiagold und dem EM-Sieg darf das britische Dream-Team Charlotte Dujardin und Valegro seit Sonntagnachmittag nun also auch den Weltcup-Titel seiner stattlichen Erfolgsliste hinzufügen. Völlig zurecht, denn das Duo ließ der Konkurrenz mit einer nahezu fehlerfreien Kür praktisch keine Chance.

Nach Olympiagold und dem EM-Doppeltriumph im Vorjahr sind Charlotte Dujardin und Valegro nun also auch Weltcup-Gesamtsieger 2014. © Tomas Holcbecher
Nach Olympiagold und dem EM-Doppeltriumph im Vorjahr sind Charlotte Dujardin und Valegro nun also auch Weltcup-Gesamtsieger 2014.
© Tomas Holcbecher
Die neue Kür des Erfolgsteams aus dem britischen Gloucestershire ist gespickt mit technischen Schwierigkeiten und anspruchsvollen Details. Das absolute Highlight: eine nahezu endlos dauernde Piaffe-Pirouette mit zweifachem Richtungswechsel, die der erst zwölfjährige Ferro-Sohn in einer Souveränität und Taktmäßigkeit ausführt, als gäbe es nichts Einfacheres auf der Welt. Toll! Sowohl die neue Choreografie als auch die von Tom Hunt zusammengestellte Musik, die auf dem Dreamworks-Animationshit „Drachenzähmen leicht gemacht“ basiert, kamen bei den Richtern an. Österreichs einziger 5*-Richter Thomas Lang sowie dessen US-Kollege waren gar der Meinung „besser geht’s nicht“ und vergaben satte 99 Prozent für die B-Note. Ganze sechs Prozent weniger gab’s hingegen von den Richtern aus Frankreich und den Niederlanden. In der A-Note fielen die Differenzen sogar noch größer aus. Während der Däne Leif Törnblad die Technik nur mit 84 Prozent bewertete, war der Franzose Roudier hingerissen und zückte 92,750 Prozent. Derartige Unterschiede lassen sich wohl kaum durch die unterschiedlichen Sitzpositionen erklären und liefern neues Material für die Diskussionen rund um die Nachvollziehbarkeit der Richterentscheidungen.
Die Piaffe-Pirouette auf der Schlusslinie mit zwei Richtungswechseln hat es in sich - Valegro führt sie scheinbar mühelos aus. © Tomas Holcbecher
Die Piaffe-Pirouette auf der Schlusslinie mit zwei Richtungswechseln hat es in sich - Valegro führt sie scheinbar mühelos aus.
© Tomas Holcbecher
Auch bei der Benotung von Helen Langehanenberg und Damon Hill gab es deutliche Unterschiede in den Prozenten – hinsichtlich der Platzierung waren sich die Richter dann aber doch einig, denn mit der Perfektion der Olympiasieger konnten die Titelverteidiger heute einfach nicht mithalten. Obwohl Langehanenberg den athletischen Westfalenhengst erneut in bestechend schönem Rahmen bei feiner Anlehnung präsentierte, unterliefen dem Duo einfach zu viele Fehler. Der erste passierte unmittelbar nach der Grußaufstellung als der Übergang zwischen Passage und Piaffe nicht recht glücken wollte. „Wir haben auf der Mittellinie nicht richtig zusammengefunden, ich weiß nicht warum. Es war wohl ein klassisches Missverständnis“, gestand die 31-Jährige nach ihrem Ritt. Aber auch sonst schlichen sich immer wieder kleinere und größere Unsauberkeiten ein, die es dem Paar unmöglich machten, sein 90-Prozent-Ergebnis von Neumünster zu wiederholen. Am Ende gab es für das deutsche Vorzeige-Dressur-Duo 87,339 Prozent und Platz zwei. „Wir haben jetzt lange keinen Fehler gemacht, schade, dass es heute passiert ist. Aber ich werde natürlich nicht aufgeben“, gab sich Langehanenberg gewohnt kämpferisch. Zurecht, denn wie viel Potenzial in diesem Damon Hill steckt, zeigte der ganggewaltige Dunkelfuchshengst erneut in zahlreichen Lektionen, etwa den energiegeladenen Verstärkungen, den ungemein federnden Passagen oder der ausdrucksstarken Schritt-Tour, in der er seinem britischen Rivalen um nicht nur sprichwörtliche Längen voraus ist.
Heute klar die Zweitbesten: Helen Langehanenberg und Damon Hill © Tomas Holcbecher
Heute klar die Zweitbesten: Helen Langehanenberg und Damon Hill
© Tomas Holcbecher
Deutlich abgeschlagen auf Rang drei landeten Edward Gal und Glock’s Undercover. Der amtierende Weltmeister aus den Niederlanden präsentierte seinen dreizehnjährigen Ferro-Sohn heute zwar deutlich entspannter als noch im Grand Prix, die Schwachpunkte im Schritt, in den Trabverstärkungen und den Halts blieben jedoch, sodass der Publikumsliebling nicht über 83,696 Prozent hinauskam.
Siegertrio 2014: Helen Langehanenberg (GER) auf Rang zwei, Charlotte Dujardin (GBR) auf Platz eins und Edward Gal (NED) an dirtter Position. © Tomas Holcbecher
Siegertrio 2014: Helen Langehanenberg (GER) auf Rang zwei, Charlotte Dujardin (GBR) auf Platz eins und Edward Gal (NED) an dirtter Position.
© Tomas Holcbecher
Während dieses Weltcup-Finale insgesamt mit einem sehr hohen Niveau aufwarten konnte, enttäuschte die verhaltene Begeisterung des französischen Publikums doch sehr. Gut die Hälfte aller Sitze in der großen Lyoner Messehalle blieb unbesetzt. Bleibt zu hoffen, dass sich bei den Bewerben im Rahmen der diesjährigen Weltreiterspiele in der Normandie etwas mehr Enthusiasmus einstellt.

Die Ergebnisse im Detail
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