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09.05.2018

USA: Vernachlässigtes Pferd klagt auf 100.000 Dollar Schadensersatz

Ein Gericht in Washington beschäftigt sich dieser Tage mit einem ungewöhnlichen Fall. Ein Pferd verklagt seine vormalige Besitzerin auf 100.000 Dollar Schadensersatz, nachdem diese es über Monate hinweg schwer vernachlässigt hatte.

Nach Monaten extremer Vernachlässigung wurde Justice im März 2017 an den Tierschutz übergeben. Der Quarter-Mix bleibt aufgrund der Misshandlungen für den Rest seines Lebens ein Pflegefall. © Animal Legal Defense Fund
Nach Monaten extremer Vernachlässigung wurde Justice im März 2017 an den Tierschutz übergeben. Der Quarter-Mix bleibt aufgrund der Misshandlungen für den Rest seines Lebens ein Pflegefall.
© Animal Legal Defense Fund
Selbst in den klagewütigen USA hat ein Fall wie dieser Seltenheitswert: Mit dem acht Jahre alten Quarter Horse-Appaloosa-Mix Justice tritt ein Tier als Kläger gegen seine einstige Besitzerin vor Gericht auf. Der Animal Legal Defense Fund in Portland hat im Namen des Pferdes Klage wegen schwerer Vernachlässigung eingereicht. Gefordert werden 100.000 Dollar Schadensersatz.

Dass ein Pferd überhaupt vor Gericht ziehen kann, macht die ungewöhnliche Gesetzeslage in Oregon möglich. Der US-Bundesstaat gilt als besonders fortschrittlich in Tierschuztfragen. „Die Legislative von Oregon hat eindeutig ein Anti-Grausamkeitsgesetz für die Sicherheit und den Schutz von Tieren geschaffen“, sagte Sarah Hanneken, eine der Anwältinnen, die Justice vor Gericht vertreten. „Opfer von Verbrechen können ihre Täter verklagen. Tiere sind fühlende Wesen die nach dem Gesetz von Oregon als Opfer anerkannt werden.“ Demnach solle es Justice auch erlaubt sein, Schadensersatz für seine Schmerzen und sein Leid zu fordern, genauso, wie es ein menschliches Opfer tun würde. „Wir sind sehr zuversichtlich, was unsere Haltung in diesem Fall anbelangt“, so Hanneken.
Der Quarter Horse-Appaloosa-Mix soll monatelang unter furchtbaren Bedingungen gelebt haben. Als der achtjährige Rappe im März 2017 von Tierschützern übernommen wurde, war er stark abgemagert, litt unter Läusebefall, einem Regenekzem sowie einem Penisvorfall als Folge schwerer Erfrierungen. Er werde den Rest seines Lebens eine besondere medizinische Versorgung benötigen, heißt es in der der 14-seitigen Klageschrift, die am vergangenen Dienstag eingereicht wurde.

Sollte die Klage Erfolg haben, könnte das weitreichende Folgen für den Tierschutz haben. Der Fall wäre der erste in dem festgestellt wird, dass Tiere ein gesetzliches Recht haben, Menschen vor Gericht zu verklagen. „Damit würde ein wichtiger Präzedenzfall geschaffen, der tiefgreifende Auswirkungen auf das Gesetz hätte und einen besseren Schutz für alle Tiere möglich machen würde“, sagte ein Sprecher von Animal Legal Defense Fund.
Bevor er in die Hände seiner Peinigerin kam, war Justice ein lebenslustiges, gesundes Pferd. © Animal Legal Defense Fund
Bevor er in die Hände seiner Peinigerin kam, war Justice ein lebenslustiges, gesundes Pferd.
© Animal Legal Defense Fund
Justice lebt derweilen in der Obhut einer gemeinnützigen Tierschuztorganisation in Oregon, die den Rappen in den vergangenen Monaten wieder aufgepäppelt hat. Aus medizinischer Sicht bleibt der Quarter-Mix jedoch ein aufwändiger und kostenintensiver Pflegefall. Seine Chancen, ein neues Zuhause bei einer Privatperson zu finden, stehen schlecht. Sämtliche vor Gericht erstrittenen Gelder sollen deshalb in einen Treuhandfonds fließen, um die Kosten für die Pflege des Pferdes zu finanzieren.

ps
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