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21.08.2015

Und wieder die Oranjes

Ein unglaubliches Finale gab es bei der EM-Mannschaftsentscheidung der Springreiter in Aachen. Die Goldmedaille ging wie im Vorjahr bei der WM in Frankreich an die Niederländer. Gastgeber Deutschland blieb am Ende nur Silber und ein sensationelles Schweizer Team erkämpfte sich noch die Bronzemedaille. Unser Max Kühner hatte leider zwei Abwürfe und wurde 29.

Wie in Caen: Gold für die Niederlande - Jur Vrieling, Gerco Schröber, Maikel van der Vleuten, Jeroen Dubbeldam und Rob Ehrens! © Ernst Kopica
Wie in Caen: Gold für die Niederlande - Jur Vrieling, Gerco Schröber, Maikel van der Vleuten, Jeroen Dubbeldam und Rob Ehrens!
© Ernst Kopica
Als hätte es Jur Vrieling als dritter Reiter der späteren Siegermannschaft absichtlich gemacht! Alles schien bereits klar, mit einer weiteren Nullrunde seines Zirocco Blue wäre den Niederlanden Gold nicht mehr zu nehmen gewesen, denn Jeroen Dubbeldam (mit seinem Weltmeisterpferd Zenith) und Maikel van der Vleuten (mit Salzburg-Triumphator Verdi) hatten zwei blitzsaubere fehlerfreie Ritte vorgelegt. Aber elf Hundertstel langsamer als die erlaubten 89 Sekunden brachten für die Oranjes doch noch einen Punkt auf ihr Konto – die vierte Runde musste die Entscheidung bringen!
Machte es noch einmal spannend: Jur Vrieling kassierte mit Zirocco Blue einen Zeitfehler. © Tomas Holcbecher
Machte es noch einmal spannend: Jur Vrieling kassierte mit Zirocco Blue einen Zeitfehler.
© Tomas Holcbecher
Nachdem die führenden Franzosen schon aus dem Rennen waren, lief die Entscheidung auf das ewige Duell Deutschland gegen Niederlande hinaus. Daniel Deußer durfte sich mit Cornet d'Amour nach Ludger Beerbaums Abwurf keinen Fehler mehr erlauben, aber ausgerechnet der "Sparkassen"-Sprung sollte den weiterhin ohne Gold dekorierten Hausherren den Sieg kosten.
Wird Max Kühner je wieder mit Turkish Airlines fliegen? Hier passierte seinem Coeur de Lion der erste Fehler. © Tomas Holcbecher
Wird Max Kühner je wieder mit Turkish Airlines fliegen? Hier passierte seinem Coeur de Lion der erste Fehler.
© Tomas Holcbecher
Für Max Kühner lief es leider nicht so genial wie am Tag zuvor. Der österreichische Team-Reiter sollte schon bei der Parcoursbegehung recht behalten, als er Sprung Nummer 4 (eine gewellte Planke) als Knackpunkt erkannte. Dort gab es leider bald den ersten Abwurf, ein Hinterhandfehler bei Sprung Nummer 11 folgte später noch. Der tückische Steilsprung bildete auch für eine Reihe anderer Reiter eine unüberwindbare Klippe, etwa für die Französin Penelope Leprevost, deren Flora de Mariposa dort den ersten Fehler in dieser Woche machte. Dass Coeur de Lion am Platz ein Eisen verlor hatte mit den insgesamt acht Fehlerpunkten aber nichts zu tun. So notierte Marcus Wallishauser für seinen Schützling am Ende 13,77 Gesamtfehlerpunkte. Später meinte Kühner auf der Reitertribüne: "Das klingt wahrscheinlich seltsam, aber wenn ich jetzt nochmals reiten könnte, wäre entweder ein Nuller oder vier Fehler drinnen. So eine Runde darf passieren, muss aber nicht. Beim Steilsprung berührten wir das Hindernis nur ganz leicht!" Schade, denn so gab es in der Einzelwertung Gesamtrang 29, die besten 25 Paare reiten am Sonntag um den Titel.
Ohne Titelverteidiger Roger-Yves Bost - hier an der Rider"s Bar - fielen die führenden Franzosen noch auf Rang 5 zurück! © Ernst Kopica
Ohne Titelverteidiger Roger-Yves Bost - hier an der Rider"s Bar - fielen die führenden Franzosen noch auf Rang 5 zurück!
© Ernst Kopica
Auch der Kampf um die Olympiaqualifikation verlief in der untergehenden Sonne dramatisch. Die  von Rang 13 nach vorne breschenden Schweizer holten sich auch ohne Steve Guerdat sensationell die Bronzemedaille, die Briten dürfen als Vierte 2016 ebenfalls nach Brasilien. Und der spanische Schlussreiter Sergio Alvarez Moya kickte mit seinem kleinen Schimmel Carlo die Iren hauchdünn noch raus und sicherte so seinem Team das Rio-Ticket.

Beste Stimmung natürlich bei Bondscoach Rob Ehrens, der sein Team bei der Presskonferenz mit Lob überhäufte und auch die Austragungsstätte Aachen einschloss: "Von mir aus könnten hier jedes Jahr Championate stattfinden!" Sein deutscher Kollege Otto Becker konterte mit gequälter Miene: "Ja, aber ohne niederländische Mannschaft!" Und der blutjunge Martin Fuchs erwies sich als Alleinunterhalter der sonst nicht gerade gesprächigen Schweizer: "Wir kämpften für Steve (Guerdat), damit er in Rio seinen Olympiasieg verteidigen kann, er selbst war auch hier und hat uns Tipps gegeben!"
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