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01.09.2014

Valegro vor Pensionierung, Damon Hill vor Verkauf?

Die Dressurbewerbe der siebenten Weltreiterspiele sind seit Freitag Geschichte, doch die Gerüchteküche brodelt mehr denn je. Ausgerechnet die beiden besten Dressurpferde der Welt, Valegro und Damon Hill, könnten bald in den Ruhestand treten bzw. ihren Besitzer wechseln.

Seit über einem Jahr ranken sich um Damon Hill NRW die Verkaufsgerüchte. Ein klares Dementi seitens der Besitzer bleibt allerdings aus. © Tomas Holcbecher
Seit über einem Jahr ranken sich um Damon Hill NRW die Verkaufsgerüchte. Ein klares Dementi seitens der Besitzer bleibt allerdings aus.
© Tomas Holcbecher
Die Weltreiterspiele in der Normandie wurden zum totalen Triumph der britischen Dressurstars Charlotte Dujardin und ihrem zwölfjährigen KWPN-Wallach Valegro. Nach einem kurzen Einbruch beim CHIO in Aachen, wo sich das sonst so erfolgsgewohnte Duo zwei Mal geschlagen geben musste (Platz 6 im Grand Prix, Platz 2 im Spécial), zeigten sich die Olympiasieger im französischen Stadion D’Ornano wieder in gewohnt souveräner Form, verhalfen ihrem Team zu Mannschafts-Silber und holten obendrein beide Einzel-Titel. Damit haben die junge Britin und ihr Negro-Sohn innerhalb von zwei Jahren alles gewonnen, was es in der Dressur zu gewinnen gibt: Doppel-Olympiagold (Mannschaft und Einzel), Doppel-EM und WM-Gold, den ReemAcra Dressur Weltcup und den Großen Dressurpreis von Aachen. Auch gehen sämtliche Weltrekorde (Grand Prix, Grand Prix Spécial, Olympischer Grand Prix Spécial und Grand Prix Kür) auf das Konto des Dreamteams aus Gloucestershire.

Der zwölfjährige Valegro hat seine Leistungsgrenze noch lange nicht erreicht, dennoch mehren sich die Gerüchte, dass dies das letzte Championat des Wallachs gewesen sein könnte. Neues Futter für derartige Spekulationen lieferte Dujardin bei der Pressekonferenz nach ihrem Goldritt in der Kür selbst. Auf die Frage, was denn ihr nächstes Ziel sei, nachdem sie nun praktisch alles erreicht hätte, antwortete die 29-Jährige scherzhaft: „Ich denke daran aufzuhören.“ Und fügte ernster hinzu: „Was ich mit Valegro erreicht habe ist mehr, als ich mir jemals erträumt habe. Jetzt will ich das auch mit einem anderen Pferd schaffen.“

Droht Damon Hill ein zweiter Fall Totilas zu werden?

Auch das aktuell zweitbeste Paar der Dressur steht im Fokus wilder Spekulationen. Seit gut einem Jahr ranken sich um Damon Hill hartnäckige Verkaufsgerüchte, die kurz vor den Weltreiterspielen erneut aufflammten. Als Damon Hill 2012 unter Helen Langehanenberg erstmals Deutscher Meister wurde, konnten sich die Besitzer, Familie Becks aus Senden (GER), vor Kaufinteressenten kaum noch retten. Damals hieß es allerdings ganz klar: „Damon Hill gehört zur Familie. Er wird nicht verkauft.“ Auf ein ähnlich klares Statement wartet man dieser Tage vergeblich. Gegenüber St. Georg-Mitarbeiterin Gabriele Pochhammer sagte Mitbesitzerin Melanie Becks auf die Verkaufsgerüchte angesprochen: „Dazu sage ich gar nichts, ich bin hier in der Normandie auf Urlaub und um Spaß zu haben.“ Und auch von der Reiterin gab es in Caen kein klares Dementi. Die Verkaufsgerüchte habe sie auch gehört, antwortete die 32-Jährige kühl, sie wolle dazu aber nichts weiter sagen, schließlich sei sie hier um zu reiten. Auch bei der Pressekonferenz nach ihrem zweiten WM-Silber hielt sich Langehanenberg bedeckt: „Wir werden uns später mit einem Plan für den Winter befassen“, lautete ihre Antwort auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen.

Dass ein Besitzer- und vor allem Reiterwechsel bei einem derart hochdekorierten Pferd durchaus mit gehörigen Schwierigkeiten verbunden sein kann, zeigte sich 2010, als der damals frischgebackene Doppel-Weltmeister Totilas vom deutschen Pferdehändler Paul Schockemöle für kolportierte 10 Millionen Euro gekauft wurde. Totilas’ neuer Reiter Matthias Alexander Rath konnte mit dem Hengst lange Zeit nicht an die Erfolge seines Vorgängers Edward Gal anschließen. Es hagelte international Häme von Reiterkollegen und der Presse, Totilas wurde bald als das teuerste Schulpferd der Welt betitelt. Erst im vergangenen Mai, knapp vier Jahre nach dem Verkauf, hat der Gribaldi-Sohn auch mit seinem neuen Reiter den Weg zurück an die Weltspitze gefunden.
 
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