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25.11.2016

Van Grunsven: „Streicht das Halten und die Grußaufstellung aus dem Grand Prix“

Manche Reformpläne der FEI, den Dressursport fit für die Zukunft zu machen, stoßen bei den Reitern auf wenig Begeisterung. Zu ihnen gehört auch Anky van Grunsven. Die niederländische Dressur-Ikone hat ihre ganz eigenen Vorschläge, wie man den Sport entstauben könnte.

Anky van Grunsven und Salinero bei den Olympischen Spielen in London 2012 © Tomas Holcbecher
Anky van Grunsven und Salinero bei den Olympischen Spielen in London 2012
© Tomas Holcbecher
Mannschaftsbewerbe in Form von Pas de Deux oder Quadrille bei Olympia? Die Reformpläne des Weltreiterverbandes brachten manch abenteuerliche Idee hervor, wie man die Dressur künftig für das Publikum attraktiver machen könnte. In ihrer regelmäßigen Kolumne in der größten niederländischen Tageszeitung, De Telegraaf, erteilt die dreifache Olympiasiegerin Anky van Grunsven Vorschlägen wie diesen eine klare Absage. Damit würde man die Entwicklung des Sports nicht auf das nächste Level heben, sondern sie 100 Jahre zurückwerfen. „All die Dressurreiter, die den Sport in den vergangenen Jahren stark vorangetrieben haben sollen dann zurückkehren zum Reiten von symmetrischen Bewegungen, wie das an der Spanischen Hofreitschule praktiziert wird? Das ist eine wunderschöne Show, keine Frage, aber doch sehr anders als Sport auf höchstem Niveau.“

Dass die Dressur vor allem in Hinblick auf Olympische Spiele dringend ein Facelift braucht, davon ist auch van Grunsven überzeugt. 60 Paare im Grand Prix, die alle ein und dieselbe Aufgabe reiten – das sei selbst für hartgesottene Dressurfans kaum durchzuhalten, so die Niederländerin. Ihr Vorschlag: „Stellt bei Olympischen Spielen die Teams der Top Sechs Dressurnationen auf, dazu die zehn besten Einzelreiter. Damit wird den Leuten spannender Sport geboten und sie müssen sich nicht durch 60 Kombinationen quälen.“

Verbesserungspotenzial sieht van Grunsven auch in der Notenvergabe. Geht es nach ihr, sollten künftig jeweils die höchste und niedrigste Wertung aus dem Notenprotokoll eines Reiters gestrichen werden. „Das führt zu genaueren Urteilen“, ist van Grunsven überzeugt.

Und auch in den Prüfungen selbst ortet die langjährige Nummer Eins des Dressursports Raum für Reformen. „Der Grand Prix sollte erneuert werden. Wir haben jetzt zehn Jahre lang ein und dieselbe Prüfung gesehen.“ Wie solch ein überarbeiteter Grand Prix aussehen könnte, dazu hat van Grunsven bereits konkrete Vorstellungen: „Unnötige Lektionen wie das Halt oder der Gruß am Anfang des Tests sollten gestrichen werden. Tempo ist das Credo unserer Zeit. In der Dressur haben wir in diesem Bereich einfach Verbesserungspotenzial.“

Dieser Vorschlag ist so neu freilich nicht. Seit Jahren plädieren vereinzelt Trainer und Reiter (insbesondere aus den Niederlanden) für eine Eliminierung der beiden Lektionen auf Grand-Prix-Niveau. Einen Vorstoß in diese Richtung haben die Oranjes zumindest auf nationaler Ebene bereits umgesetzt. Mit April diesen Jahres wurde die Grußaufstellung am Prüfungsbeginn in Aufgaben bis zur Klasse ZZ-licht, ungefähr vergleichbar mit dem hiesigen M-Niveau, ersatzlos gestrichen. Argumentiert wurde die Regeländerung damit, dass die Grußaufstellung unnötig den Fluss der Prüfung störe.

Eurodressage/ps
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