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05.12.2013

Verheizte Pferde – die FEI schweigt

Die Kritiker an den illegalen Praktiken im Distanzsport mehren sich zunehmend, im Reitsportmagazin L’Eperon erhob eine führende französische Distanzreiterin jüngst schwere Vorwürfe rund um den Tod des Maktoum-Pferdes Eclipse.

Dopingvergehen, Bestechnungsversuche Todesfälle und die FEI schaut zu - wie lange soll das noch so weitergehen? © hhurma13 - Fotolia.com
Dopingvergehen, Bestechnungsversuche, Todesfälle und die FEI schaut zu - wie lange soll das noch so weitergehen?
© hhurma13 - Fotolia.com
Ende Juli diesen Jahres lief der Schimmel unter seinem Reiter Saaed Ahmad Jaber Al Harbi bei den Weltmeisterschaften der Jungen Pferde in Tardes (FRA) auf den zweiten Rang, wurde jedoch anschließend wegen Lahmheit ausgeschlossen. Wie später bekannt wurde, wurde Eclipse zwei Tage danach euthanasiert.

Die Ursache für den Tod ist bislang unklar, auch von Seiten der FEI gab es hierzu trotz eines Berichtes aus den Vereinigten Arabischen Emiraten keine Untersuchung. Ein Grund dafür mag sein, dass Eclipse zu den Ställen Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktums gehörte, seines Zeichens Ehemann von FEI Präsidentin Prinzessin Haya von Jordanien.

In der Dezemberausgabe des französischen Reitsportmagazins schildert Morgane Payen, eine der erfolgreichsten Distanzreiterinnen ihres Landes, ihre Beobachtungen, die sie während des Rennens in Tardes gemacht hat. „Nach dem Zieleinlauf wurde das Pferd (Eclipse, Anm.) von einer Armada an Pflegern in einen Bereich außerhalb der offiziellen Grooming-Area gebracht. Ich bin ihnen gefolgt, weil mir das seltsam vorkam. Dort habe ich gesehen, wie sie erst das Bein des Pferdes in einen Kübel mit Eis gestellt haben. Doch dann habe ich auch eine Person bemerkt, die eine Spritze in der Hand hielt und diese ebenfalls in den Kübel steckte. Ein Freund von mir hat die Szene mit meinem Handy gefilmt bis wir entdeckt wurden. Man machte mir klar, das nicht zu tun und hat mir sogar 150.000 Euro für mein Telefon geboten.“

Erklärungen des Schweizer Veterinärs Dr. Fred Barrelet zufolge, wollte man mit der Eisbehandlung vermutlich eine Desensibilisierung des scherzenden Beines erreichen. Er vermutet, dass die Injektion zusätzlich ein Schmerzmittel enthielt. Beides sollte vermutlich die vorhandene Lahmheit vertuschen.

Im Anschluss an diesen Vorfall verfasste Payen ein Schreiben an die verantwortliche Person bei der Dopingkontrolle (Medication Control Programme): „Ich wollte, dass dieser Brief auf dem Schreibtisch von FEI-Distanzsportdirektor Ian Williams landet und hilft, den Missbrauch in unserem Sport zu stoppen.“ Doch die Reaktionen von offizieller Seite blieben aus. Eclipse wurde weder einer Dopingkontrolle unterzogen, noch gab es eine anschließende Untersuchung post mortem. Die offizielle Begründung: für die Entnahme einer Dopingprobe hätte es vor Ort nicht genügend Stewards gegeben.

Auch in einem zweiten Todesfall beweist die FEI keinen großen Aufklärungswillen. Wie der Telegraph Sport in seiner Onlineausgabe vom 3. Dezember berichtet, starb mit Django de Vere nur einen Monat später beim 120 km-Distanzrennen in Sardinien ein zweites Pferd, das von Eclipse–Reiter Saaed Ahmad Jaber Al Harbi geritten und in den Maktoum-Ställen trainiert wurde. Auch hier wurden vonseiten des Weltreiterverbandes laut Telegraph Sport bisher keinerlei Untersuchungen angestrengt.
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