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22.01.2013

Vetmeduni Wien mit neuer Pferdechirurgie-Leiterin

Seit 1. Jänner ist Florien Jenner die neue Leiterin der Pferdechirurgie an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Die international erfahrene Großtierklinikerin setzte bisher in ihrer Forschung zu Therapien für Arthrose beim Pferd Maßstäbe. Für ihre Zukunft in Wien hat sie viele Pläne.

Neuer Arbeitsplatz für Univ. Prof. Dr. Florien Jenner: Seit 1. Jänner ist die Innsbruckerin und international erfahrene Großtierklinikerin Leiterin der Pferdechirurgie an der Vetmeduni Vienna. © Walter Dvorak
Neuer Arbeitsplatz für Univ. Prof. Dr. Florien Jenner: Seit 1. Jänner ist die Innsbruckerin und international erfahrene Großtierklinikerin Leiterin der Pferdechirurgie an der Vetmeduni Vienna.
© Walter Dvorak
Die meiste Zeit ihrer beruflichen Karriere verbrachte die gebürtige Innsbruckerin Univ. Prof. Dr. Florien Jenner außerhalb Österreichs: zuerst Tierarztstudium in München, dann viele Jahre USA, zuletzt Irland. „Meine gesamte berufliche Laufbahn habe ich in englischsprachigen Ländern verbracht“, so Jenner. Jetzt ist sie in ihre Heimat zurückekehrt und leitet seit 1. Jänner die Klinische Abteilung für Pferdechirurgie der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna).

Jenner nimmt von ihren jahrelangen auslandsaufenthalten viele Erfahrungen und Pläne mit: „Vor allem in den USA, aber auch in Irland, sind die Hierarchien an den Universitäten flach, unsere Studierenden sehen wir als Kunden. Ich möchte diese Aspekte auch in meine Arbeit in Wien verstärkt einfließen lassen“, sagt sie.

Die Pferdechirurgie arbeitet nahezu ausschließlich mit Tieren, die  zur Behandlung an die Vetmeduni Vienna überwiesen werden. Die neu Leiterin möchte deshalb in Zukunft der Kommunikation und Zusammenarbeit mit den überweisenden Kolleginnenen und Kollegen noch mehr Aufmerksamkeit widmen. „Wir sehen die Tierärzte draußen als wichtige Partner“, erklärt sie, „wir arbeiten rein auf der Basis von Überweisungen und übergeben die behandelten Patienten mit einem detaillierten telefonischen und schriftlichen Bericht wieder an den überweisenden Tierarzt zurück.“ Zudem möchte Jenner das Angebot der Klinik für Fachkollegen in Beratung und Fortbildung weiter ausbauen.

Wirksame Therapien gesucht

Jenners Spezialgebiet sind die Gelenke an Pferdebeinen. „Pferde leiden wie auch Menschen sehr häufig an Arthrosen, das sind Entzündungen und Abnützungen der Gelenke“, schildert sie einen der Schwerpunkte ihrer bisherigen Arbeit. Die Suche nach wirksamen Therapien für diese Erkrankungen war und ist ihre Motivation, auch in der Forschung aktiv zu sein.
Jenner will nach us-amerikanischem Vorbild die Studierenden als Kunden sehen. Zudem soll die Zusammenarbeit mit externen Tierärzten intensiviert werden. © privat
Jenner will nach us-amerikanischem Vorbild die Studierenden als Kunden sehen. Zudem soll die Zusammenarbeit mit externen Tierärzten intensiviert werden.
© privat
„Die klinische Arbeit ist die Inspiration für meine Forschung, denn es ist frustrierend, für ein leidendes Tier keine Behandlung parat zu haben.“

Diese Forschungsarbeit führte auch zu Jenners Habilitation. Dafür untersuchte sie, wie sich die Knorpel in den Gelenken von heranwachsenden Pferdeembryos ausbilden. Ihr Ziel ist es basierend auf der natürlichen embryonalen Knorpelentwicklung, eine Behandlungsmethode zur Regeneration beschädigter Gelenksknorpel zu entwickeln.

Ergebnisse aus ihrer Arbeit könnten sich durchaus auch auf den Menschen übertragen lassen, wie sie meint. Das entsprechende Forschungsgebiet der Stammzell-Forschung erlebt derzeit einen Aufschwung, sowohl in Österreich als auch international. „Bevor wir die Mechanismen der Knorpelentstehung für Behandlungen von Gelenken nützen können, müssen wir sie aber in ihren vielen Details genau verstehen“, so die Veterinärin.

Quelle
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