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07.08.2012

Vici bleibt im Rennen, Briten holen zweites Mannschaftsgold bei Olympia

Mit einem 17. Rang im Grand Prix Special qualifizierte sich Victoria Max-Theurer mit ihrem Augustin beim olympischen Grand Prix Special für die Musik-Kür am Donnerstag. Die britische Dressurmannschaft ließ sich den Olympiasieg nicht nehmen, Silber ging an das deutsche Team vor den Niederländern.

Großer Jubel bei den Briten: Nach Teamgold bei der EM 2011 holen Carl Hester (Uthopia), Laura Bechtolsheimer (Mistral Hojris) und Charlotte Dujardin (Valegro) auch olympisches Gold. © Tomas Holcbecher
Großer Jubel bei den Briten: Nach Teamgold bei der EM 2011 holen Carl Hester (Uthopia), Laura Bechtolsheimer (Mistral Hojris) und Charlotte Dujardin (Valegro) auch olympisches Gold.
© Tomas Holcbecher
Aus österreichischer Sicht war der heutige Dressurvormittag nichts für schwache Nerven. Bis zum Ritt von Victoria Max-Theurer sah man nämlich bereits schon einige exquisite Vorstellungen. Aber die Oberösterreicherin warf trotz ihrer Jugend ihre ganze Routine (mit ihrer dritten Olympiateilnahme) in die Waagschale und punktete Lektion um Lektion. Mitten in der Prüfung schien plötzlich der Faden gerissen. Der ohnedies nicht so tolle versammelte Schritt und die anschließende Piaffe kosteten Punkte, eine Schrecksekunde für das Österreicherlager. Aber die beiden fanden rasch wieder ihre Ruhe und kamen auf eine Wertung von 73,619 %. Das bedeutete den 5. Zwischenrang und 16 Paare kamen noch – eine Zitterpartie, denn 18 kommen weiter. Als dann aber die Italienerin Valentina Truppa und die im GP so starke Belgierin Claudia Fassaert auch nicht ohne Fehler aus der Arena kamen und hinter Vici zurückfielen, war das Erreichen der Musik-Kür und ihr dritter Auftrtt in London fix.
Waren ein echtes Highlight: Die Pirouetten und Piaffen von Vici Max-Theurer und Augustin © Tomas Holcbecher
Waren ein echtes Highlight: Die Pirouetten und Piaffen von Vici Max-Theurer und Augustin
© Tomas Holcbecher
Die Mixed Zone für die Interviews war heute auch von den anderen österreichischen Kollegen gut besucht, eine ausgepumpte Max-Theurer im Originalton: „Heute hat sich Augustin besser präsentiert als im Grand Prix, die Zweierwechsel sind leider im wahrsten Sinn in die Hose gegangen mit dem Misten. Der Übergang vom versammelten Schritt in die Piaffe geht auf meine Kappe, da hätte ich ihm klarer mitteilen sollen, was ich von ihm will. Aber sonst war er echt gut, schöne Pirouetten, Passagen und Haltparaden, ich bin wirklich sehr zufrieden. Eine Spur spritziger könnte er noch sein, aber wir sind ja schon seit 23. Juli unterwegs. Man hatte jetzt drei Tage Pause nach dem Grand Prix, da kann man auch nicht einfach nichts tun und über die lange Zeit zieht sich das schon sehr. Er war aber echt auf Zack!“
Tierärztin Uschi Barth und Elisabeth Max-Theurer in Anspannung vor dem Start. © Pferderevue
Tierärztin Uschi Barth und Elisabeth Max-Theurer in Anspannung vor dem Start.
© Pferderevue
Auch Trainer Wolfram Wittig, den nichts aus der Ruhe zu bringen scheint, nickte anerkennend: „Augustin war vielleicht immer noch ein wenig beeindruckt vom Stadion, aber die Pirouetten waren wirklich gut, wenngleich die erste etwas unterbewertet wurde. Diesmal waren leider die Zweierwechsel nicht ganz in Ordnung und auch der Übergang vom versammelten Schritt in die Piaffe. Aber Vici hat das dann sehr gut gelöst. Wir waren deutlich zufriedener, darauf kann man aufbauen“. Nämlich auf das Musikreiten, wie Wittig die Grand Prix Kür bezeichnet und damit bei den deutschen Journalisten Heiterkeit erzeugt.
Erschöpft, aber zufrieden mit dem Erreichen der Kür: Vici und Augustin. © Pferderevue
Erschöpft, aber zufrieden mit dem Erreichen der Kür: Vici und Augustin.
© Pferderevue
Nachdem die patriotische Pflicht abgehakt ist und der Finaltag im Greenwich Park am Donnerstag nochmals die rot-weiß-roten Farben sieht, kommt es zum großen Showdown der Dressurmannschaften. Wie bei den Springreitern sollte es auch hier ein Zweikampf werden, wenngleich am Ende weniger spannend. Dorothee Schneider legte zwar mit einem Bilderbuchritt auf Diva Royal (scheinbar mit Nerven wie Stahlseile) eine gute Marke für die deutsche Mannschaft vor, aber dann war Carl Hester das Maß aller Dinge. Bei den ersten Trabverstärkungen von Uthopia kam das erste Raunen aus dem Publikum. „The Great Pretender“ erklingt, der Schritt misslingt! Aber dann beweist Uthopia, dass er nach seiner Verletzung endlich wieder fit ist, vielleicht nicht zu 100 %, aber die Führung der Briten wird größer


2. Akt: Kristina Sprehe auf Desperados, Regentropfen, erste Passage und was ist das? Der Hengst ist gestört, ein Fehler, mit 4 Punkten beinhart abgestraft. Keine beneidenswerte Aufgabe für das Küken im deutschen Team, aber sie kämpft bis zur Schlussaufstellung. Bewundernswert auch ihre Ehrlichkeit, denn im TV-Interview nimmt sie den Fehler auf ihre Kappe, viele ReiterInnen hätten da was von einem „spooky horse“ oder irgendwelchen störenden Kameraleuten erzählt. Damit hatte Laura Bechtolsheimer trotz matter Galoppwechsel ihres Mistral Hojris keine Mühe die Führung auszubauen: „Mission Gold“ for Great Britain war auf dem bestem Weg.
Einfach ein Traum: Valegro unter Charlotte Dujardin. © Tomas Holcbecher
Einfach ein Traum: Valegro unter Charlotte Dujardin.
© Tomas Holcbecher
Das Finale: Helen Langehanenberg knallt gleich einmal Passagen vom Feinsten raus. Damon Hill erhält dafür fast 90 %, aber an fast derselben Stelle wie Vici gibt es auch für die beiden Probleme - dennoch ein wunderschöner Ritt, aber Gold? Nein, dieses Edelmetall gehört heute eindeutig den Briten. Charlotte Dujardin im Freudenjubel bei der Schlussaufstellung ihres Valegro, „standing ovations“ der 23.000 Besucher im Stadion. Das war Dressurreiten vom Feinsten und ein Valegro, der dies alles zu genießen schien.


Auch um die Bronzemedaille gibt es keine Diskussionen, die Niederlande gaben sich hier keine Blöße. Vor allem Adelinde Cornelissen und ihr Parzival mit der zweitbesten Tageswertung sollten in der Einzelentscheidung noch ein wichtiges Wort mitreden können.

Das Ergebnis des Grand Prix Special und die Mannschaftswertung finden sie hier.

Olympiatouristen?

Es muss Renate Voglsang heute nicht leicht gefallen sein auf der Aktiven-Tribüne mitzuverfolgen wie ihre Teamkollegin Victoria Max-Theurer und die anderen 31 (?) Reiterinnen und Reiter die Aufgaben des Grand Prix Special absolvierten. „Aber wenn ich es schon zu Olympia geschafft habe, möchte ich natürlich alles mitbekommen. Wir waren auch schon bei den Beachvolleyballern, so eine Stimmung sollten wir einmal in der Dressur haben,“ lachte sie nach dem Ausflug nach Horse Guards Parade, wo das Stadion mitten in der City aufgebaut wurde – Beach-Stimmung direkt neben Westminster! Fans des englischen Königshauses ist dieser Platz bestens bekannt, findet dort doch jedes Jahr die Geburtstagsparade für die Queen statt. Und auch die Österreicherinnen Doris und Stefanie Schwaiger hatten sich dort heuer sehr wohl gefühlt, erst im Semifinale war gegen die überragenden Chinesinnen (immerhin Nummer 2 der Welt) Endstation. Bei einem Sieg hätte es die erste österreichische Olympiamedaille gegeben. So sind wir leider immer noch ohne Edelmetall. Wenn aber ein österreichischer Minister von Olympiatouristen spricht, die sich in London nur vergnügen, dann kommt mir doch die Galle hoch – ich habe hier keinen einzigen Sportler aus unserem Team gesehen, der auch nur annährend eine solche Einstellung hatte. Am allerwenigsten die drei Austria-Rider in Greenwich. Fazit: Ein Politiker muss nicht zu allem eine Wortspende abgeben!
Renate Voglsang bei den schönen Männern am Beachvolleyballstrand. © Renate Voglsang
Renate Voglsang bei den schönen Männern am Beachvolleyballstrand.
© Renate Voglsang
Bisher nur auf Fotos gesichtet: Die Olympiamedaillen. © IOC
Bisher nur auf Fotos gesichtet: Die Olympiamedaillen.
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