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29.08.2014

Vici mit Traumritt erneut auf Rang 6

Aller guten Dinge sind drei: Victoria Max-Theurer klassierte sich nach einem Traumritt auf Augustin im Freestyle erneut auf dem 6. Platz. WM-Gold ging an einen überragenden Valegro mit Charlotte Dujardin, Silber für Helen Langehanenberg/Damon Hill und Bronze für Adelinde Cornelissen/Parzival.

Dreimal WM-Sechste: Bravo Vici! © Tomas Holcbecher
Dreimal WM-Sechste: Bravo Vici!
© Tomas Holcbecher
Aber die Schlagzeilen aus österreichischer Sicht gehörten diesmal natürlich Augustin und seiner Reiterin. Es war schon imponierend, wie die beiden im Hexenkessel des Fußballstadions von Caen ihre Nerven im Griff hatten: "Ich bin überwältigt gewesen von der Atmosphäre, man hörte es bis zum Abreitplatz, wenn applaudiert wurde." Auch das rhythmische Klatschen des Publikumswar so seine Sache: "Das erlebten wir zwar schon in Herning bei der EM, aber man gewöhnt sich nicht daran."
© Tomas Holcbecher
Auch in der Kür vollkonzentriert an der Arbeit: Augustin und Victoria Max-Theurer.
© Tomas Holcbecher
Mit besonders gelungener Galopptour zu 81,036 %! © Tomas Holcbecher
Mit besonders gelungener Galopptour zu 81,036 %!
© Tomas Holcbecher
Ihrem Oldenburger Hengst streute sie nur Rosen: "Heute hat er besonders im Galopp eine Superleistung abgeliefert, schade dass er einmal misten musste. Es war aber mehr, als wir uns je erwünscht oder erträumt hätten." Und im Stil einer wahren Championesse streckte sie nach dem Ritt, der ihr nicht weniger als 81,036 % brachte, die Faust in die Höhe: "Als dann die Eins bei meinem Ergebnis stand, wusste ich, es kann nicht mehr viel passieren!" In der Vorbereitung erlebten die beiden eine völlig neue Situation, denn es waren nur noch die 15 besten Dressurpferde im Stall: "Dawar es richtig ruhig oben und dann kommt man in diesen Kessel, das war wirklich heftig." Bevor es zu den Interviews mit den TV-Anstalten ging, brachte die Achleitnerin im schönsten Oberösterreichisch ihre Gefühle auf den Punkt: "Ich pack es nicht."
Gewaltige Kulisse für die Österreicherin beim Einritt ins Stadion. © Ernst Kopica
Gewaltige Kulisse für die Österreicherin beim Einritt ins Stadion.
© Ernst Kopica
Die Medaillenentscheidung brachte ein unglaubliches Duell zwischen Helen Langehanenberg, die mit Damon Hill 88,286 % vorlegen konnte und Charlotte Dujardin. Die Britin bekam diese Marke noch vor Beginn ihrer Kür mit und wusste, sie durfte sich keinen Fehler erlauben. Aber mit unwahrscheinlicher Coolness hielten sie und ihr Valegro dem Druck stand. Ohne Fehler absolvierte der Braune die Lektionen, wie ein Uhrwerk im Trab, losgelöst und ausdrucksstark. Den Richtern war dies 92,161 %wert, erneut Gold für das Traumpaar der Dressur!
Nicht nur schöne Bilder gab es beim Distanzritt: Hier der spätere Sieger Scheich Hamdan Bin Mohd Al Maktoumaus Dubai vor Mont St. Michel. © FEI/Dick Caremans
Nicht nur schöne Bilder gab es beim Distanzritt: Hier der spätere Sieger Scheich Hamdan Bin Mohd Al Maktoumaus Dubai vor Mont St. Michel.
© FEI/Dick Caremans

So geht’s einfach nicht!

Bis spät in die Nacht gingen am Donnerstag noch die Diskussionen rund um den Endurance-Bewerb, der mit Rekordausfällen, einem toten Pferd, einigen verletzten Reitern und einem unpopulären Sieger endete. Von einem Schweizer Kollegen erfuhr ich kurz vor Mitternacht noch an der Hotelbar, dass der Wagen der Sanitäter für die verunglückte Reiterin aus Costa Rica (für das Pferd gab es leider keine Rettung mehr) im Graben steckenblieb und die Hilfskräfte zu Fuß anrücken mussten. Claudia Romero Chacon, die Nummer 496 der Weltrangliste, war nach dem Sturz unter dem Pferd zu liegen gekommen und wurde erst mit der Hilfe eines Schweizer Hufschmiedes befreit.
Viel mehr diskutiert wurde aber die Auswahl der Distanzstrecke, von der die Offiziellen später behaupteten, sie wäre bewusst so schwierig ausgewählt worden, nur die Regenfälle hätte sie so heimtückisch gemacht. Aber da fragt man sich schon, ob nicht vorher bekannt war, dass die Normandie als Regenecke Frankreichs gilt!
Zum ersten Vet-Check kommt Stephanie Kunz  mit Omar noch sehr entspannt. © Tomas Holcbecher
Zum ersten Vet-Check kommt Stephanie Kunz mit Omar noch sehr entspannt.
© Tomas Holcbecher
Für die österreichische Vertreterin Stephanie Kunz überwogen trotz aller Widrigkeiten die positiven Eindrücke: "Die Zuschauer an der Strecke waren fantastisch!" Vor der schwierigen zweiten Runde gab sich auch Helga Wunderer zuversichtlich, allerdings meinte sie auch hier schon: "Es ist sehr, sehr schwer zu reiten, der tiefe Boden und das Wetter verlangen einem alles ab!"
Teilweise kamen sich die Reiterinnen und Reiter vor wie die Teilnehmer an der Tour de France, ein dichtes Spalier an Zusehern säumte die Strecke am Strand. Mit den an diesen Weltreiterspielen gemachten Erfahrungen bezüglich der Organisationskünste der Franzosen fragt man sich allerdings schon, wie das Megaspektakel der Radfahrer einigermaßen geordnet über die Bühne gehen kann.

In Insiderkreisen der FEI hieß es, dass die technisch schwierige Strecke in erster Linie deshalb so gewählt wurde, um die Dominanz der Reiter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Qatar ein wenig einzudämmen. Und das gelang ja auch teilweise, denn unter den ersten 8 Klassierten fanden sich nur 3 arabische Paarungen. Aber eine gesamte Ausfallsquote von 23 % ist dann doch nicht akzeptierbar. Werbung für diesen Sport, der eigentlich alle Nuancen der Reiterei beinhaltet, war das auf keinen Fall. Und der Jubel um den Sieger, den 31jährigen Stiefsohn von Prinzessin Haya, beschränkte sich in erster Linie auf die Entourage der Dubaischeichs. Stephanie Kunz freute sich hingegen über die Silbermedaille der erst 21 Jahre alten Niederländerin Marijke Visser: "Sie ist – so wie wir - kein Profi und daher gönne ich ihr den Erfolg!"

Liest man aber dann die offizielle FEI-Aussendung, dachte man i einem anderen Film gewesen zu sein: " “Dieser Bewerb verdient zu Recht den Titel World Championships,” meinte nämlich Brian Sheehan, der FEI-Chef der Distanzreiter. “Es war ein Weltklasse-Event und ich bin stolz dabei gewesen zu sein.”
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