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29.07.2012

Vielseitigkeit: Japan vor Italien und Neuseeland

So lautet der sensationelle Zwischenstand nach dem ersten Tag der olympischen Vielseitigkeit in London. Es führt nämlich der japanische Dirk Schrade-Schüler Yoshiaki Oiwa vor dem italienische Carabinieri Stefano Brecciaroli und Neuseelands Pferdesportlegende Mark Todd, Weltmeister Michael Jung liegt vorerst nur auf Rang 11.

Selbst Weltmeister Michael Jung zeigte mit Sam Nerven. © Ernst Kopica
Selbst Weltmeister Michael Jung zeigte mit Sam Nerven.
© Ernst Kopica
Allerdings sind die Rückstände ganz knapp und es zeichnet sich ein hochdramatischer Cross-Country-Tag ab: Zwischen den Top-20 liegen gerade einmal 6,30 Punkte! Bei den Mannschaften sieht es hingegen wie erwartet nach einem Dreikampf zwischen Deutschland, Australien und Großbritannien aus. Generell war aber an beiden Tagen die große Anspannung zu spüren, die über dem Stadion lag. Auch die Teilnehmer gaben dies unisono zu, jeder war nervös und auch die Pferde zeigten nur selten die so geforderte Losgelassenheit. Selbst ein Routinier wie Michael Jung hatte zwei schwere Fehler, wobei das Angaloppieren im Schritt interessanterweise unterschiedlich bewertet wurde. Dafür gaben die drei Richter nämlich 4, 6 und 8!
Zara Phillips und High Kingdom beim Ausritt. © Ernst Kopica
Zara Phillips und High Kingdom beim Ausritt.
© Ernst Kopica
Nicht gerade königlich war auch die Dressur, die man von Zara Phillips bei ihrem Olympiadebüt zu sehen bekam. Ihr High Kingdom war sehr „spooky“, wie es so schön heißt. Das lag bei den beiden, wie auch bei so vielen anderen Paaren, in erster Linie an der Akustik des Stadions. Pferde mit empfindlichen Ohren werden in der Arena mehr als sonst abgelenkt, dazu noch ungewohnte musikalische Töne von Billy Joel bis Ave Maria. Aber die Nr. 13 in der englischen Thronfolge verlor trotzdem nicht die Fassung: „Es ist unglaublich, dass ich die Qualifikation fürs Team geschafft habe. Hier in London zu sein, ist ein sehr schönes Gefühl. Ich möchte das Beste für meine Mannschaft geben!“ Viel Medienwirbel, dürftige Wortspenden!
Keep smiling der Prinzessin. © Ernst Kopica
Keep smiling der Prinzessin.
© Ernst Kopica
Wenig Trost wird es Harald Ambros gewesen sein, dass auch seine anderen österreichischen Kollegen in der Schwimmarena und im Turnstadion am ersten Wettkampftag nicht gerade vom Glück verwöhnt waren. Aber heute sah für ihn die Welt schon wieder freundlicher aus, obwohl erstmals der englische Regen voll los prasselte und der Wettkampf wegen eines Gewitters kurz unterbrochen werden musste. Ambros freut sich schon auf die Geländestrecke, neben dem Bergabsprung Nr. 20 hat es ihm besonders die Nr. 24 angetan: „Das wird am Ende des Parcours noch einmal ganz schwer!“ Aber „Felix“ (O-Feltiz) wird mit seiner ¾-Vollblut-Abstammung genügend Ausdauer und Kraft haben, vielleicht geht es von Rang 71 doch noch weiter nach vorne. Übrigens gab es unter den Fachleuten auch schon Stimmen, die behaupten, es werde keinen einzigen Ritt in der erlaubtem Zeit (10 Minuten 3 Sekunden) geben!


Zwischenstand nach der Dressur

Von Zäunen und Zusehern

Vorweg einmal gesagt: Es ist wirklich o.k., dass Reiter und Pferde ihre eigenen Bereiche haben, in denen sie sich in aller Ruhe vorbereiten können. Konzentration ist gerade vor einem so wichtigen Ereignis wie den Olympischen Spielen wichtig. Und dem wird hier in London auch wirklich Rechnung getragen. Aber ist Pferdesport nicht auch für die Zuseher da? Gerade bei der Dressur haben die Freizeitreiter auch das immense Bedürfnis zu sehen, wie die Pferde für die jeweiligen Prüfungen abgeritten werden. Bei den Weltreiterspielen in Kentucky, aber auch jedes Jahr in Aachen war und ist das ideal möglich. Aber immer mehr geht die FEI dazu über das „normale Volk“ von diesem Prozedere auszuschließen, ja nicht einmal offiziell akkreditierte Photographen und Journalisten dürfen hinter die Zäune gucken. Ich konnte zwar ein (legales) Schlupfloch entdecken und Edward Gal sowie Kristina Sprehe beim Training zu beobachten, aber die Mehrzahl der Leute presst die Nase an die verhängten Schutzzäune. Was hat man zu verbergen? Oder will man youtube-Videos mit unschönen Szenen verhindern? Wird nur schwer möglich sein, denn Volunteers, Mitarbeiter und Pferdebesitzer dürfen in die Restricted Zone 2 (und man würde sich wundern, wer da aller als Besitzer akkreditiert ist).


Auch der amerikanische Wahlkampf ist Teil von Londons Olympia. Wie das? Ein US-Volunteer erzählte mir heute, dass er (und alle seine Kollegen) eine Willkommensbotschaft von Michelle Obama, die ihren Gatten für vier Tage bei den Spielen vertrat, auf ihrem Handy hatte. Aber auch Obamas republikanischer Gegenspieler Mitt Romney ist schon präsent. In der Dressur tritt nämlich der US-Reiter Jan Ebeling mit Rafalca an, die im Besitz von Romneys Ehefrau Ann ist!
Abreiteplatz hinter Zäunen. © Ernst Kopica
Abreiteplatz hinter Zäunen.
© Ernst Kopica
Edwards Gal bleibt mit Glock"s Undercover wirklich undercover. © Ernst Kopica
Edwards Gal bleibt mit Glock"s Undercover wirklich undercover.
© Ernst Kopica
Kristina Sprehe bräuchte ihren Desperados eigentlich nicht verstecken. © Ernst Kopica
Kristina Sprehe bräuchte ihren Desperados eigentlich nicht verstecken.
© Ernst Kopica