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01.04.2015

Vielseitigkeit: Reglementänderung entschärft

Die im Dezember 2014 veranlasste Regeländerung der FEI im Bezug auf abwerfbare Hindernisse sorgte für großes Unbehagen bei Reitern und Veranstaltern. Sie fürchteten dramatische Auswirkungen auf die Sicherheit in der Vielseitigkeit. Nun hat die FEI eingelenkt und das neue Reglement entschärft.

Vielseitigkeit © Bob Haarmans
Vielseitigkeitsreiter und Kursdesigner fürchteten wegen einer Regeländerung der FEI einen Rückgang von abwerfbaren Hindernissen. Die FEI hat diese Regelung nun entschärft.
© Bob Haarmans
Im Dezember vergangenen Jahres gab der Weltreitverband eine Revision des Paragraphen 548,1 bekannt, wonach der Reiter beim Abwurf eines Sicherheitshindernisses automatisch mit 21 Strafpunkten belastet werde. Dabei ist es egal, ob die Auslösung des Sicherheitsmechanismus durch bloßes Streifen mit der Vor- oder Hinterhand, einen Reiterfehler oder den Sturz des Pferdes verursacht wurde. Die Strafe könnte zwar von der Ground Jury rückgängig gemacht werden, allerdings nur „wenn eine eindeutige Fehlfunktion des Mechanismus nachgewiesen werde.“
Diese neue Regelung stieß bei ReiterInnen, InteressensvertreterInnen und ParcoursbauerInnen international auf heftige Kritik. Sie befürchteten dadurch einen maßgeblichen Einfluss auf Team-Ergebnisse, Qualifikationen und die Erreichung der Mindestkriterien. Daher ließen laut Bruce Haskell, Präsidenten der Vereinigung britischer Vielseitigkeitsreiter, bereits einige Kursdesigner anklingen, dass der Einsatz abwerfbarer Hindernisse wohl dadurch reduziert werde. Dies wäre ein herber Rückschlag für die neuen Sicherheitsmaßnahmen im Vielseitigkeitssport.

11 statt 21 Strafpunkte

Die FEI nahm die Kritik und den Widerstand der Szene ernst und lud InteressensvertreterInnen und namhafte Kursdesigner am 10. März zu einer Diskussionsrunde ein. Gestern verkündete die FEI die offiziell neue Revision des Paragraphen, der mit dem gestrigen Tag (31. März) in Kraft getreten ist. Wie die Internetplattform horseandhound.co.uk berichtet, wurde das Strafmaß beim Abwurf eines Sicherheitshindernisses von 21 auf elf Strafpunkte reduziert. Aus dem Büro der FEI heißt es zu der erneuten Änderung des Paragraphen: „Die Änderung wurde im Interesse des Risikomanagements nach dem Treffen mit Vielseitigkeitsreitern sowie Drei- und Vier-Stern-Vielseitigkeits-Kurs-Designern gemacht, die die Sorge äußerten, dass die derzeitigen Regelungen die Verwendung von abwerfbaren Hindernissen beschränken würden.“ Auch der Wortlaut des Paragraphen wurde geringfügig geändert.
Der Beschluss wurde im Einvernehmen alles teilnehmenden Diskussionsmitglieder getroffen. Damit sollte dem vermehrten Einsatz von abwerfbaren Hindernissen nichts mehr im Wege stehen.

FEI-Reglement ab 31. März 2015:

"An jeden Athleten, der ein zerbrechlichen Hindernis aktiviert, werden 11 Strafpunkte vergeben, sofern die Aktivierung wie erwartet erfolgt (d.h. Aktivierung durch erheblichen vom Pferd ausgelösten Druck auf das Hindernis). Im Fall einer unerwarteten Aktivierung (d.h. Aktivierung durch geringfügigen Kontakt) wird die Ground-Jury aufgerufen über eine mögliche Aufhebung der Strafe zu entscheiden. "Bei der Beurteilung der möglichen Aufhebung der Strafe, wird die Ground jury nicht dazu angehalten zu untersuchen, ob das Pferd gestürzt wäre oder nicht, ob der Kontakt mit der Vor- oder Hinterhand war oder ob der Reiter gefährlich geritten ist oder nicht, aber nur, wenn ein unerwartete Aktivierung durch einen leichten Schlag erfolgte. Dies ist der einzige Fall, in dem Strafen aufgehoben werden können. [...]“
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