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22.09.2013

Vienna Masters: London siegt am Rathausplatz

Die 11. Etappe der Global Champions Tour sah am Wiener Rathausplatz mit Gerco Schröder und London auch den elften Sieger der Saison. In einem dramatischen Stechen setzte sich der olympische Silbermedaillengewinner 2012 gegen Harrie Smolders, Rolf-Göran Bengtsson und Luciana Diniz durch.

Die großen Triumphatoren der GCT-Etappe in Wien: Gerco Schröder (NED) und sein fantastisch springender London. © Stefano Grasso/Longines Global Champions Tour
Die großen Triumphatoren der GCT-Etappe in Wien: Gerco Schröder (NED) und sein fantastisch springender London.
© Stefano Grasso/Longines Global Champions Tour
Um Punkt 18.30 wurde es am Rathausplatz ernst, als mit Johannes Ehning der erste der insgesamt 47 TeilnehmerInnen in den Parcours für den Hauptbewerb der Global Champions Tour einritt. Und der „kleine Ehning“, der im Vorjahr im Wiener Sonntags-GP siegreich war, legte mit seinem Salvador V gleich ein saubere Null-Runde vor. Es schien als hätte Parcours-Chef Frank Rothenberger auf die widrigen Witterungsumstände allzu viel Rücksicht genommen, denn gleich der übernächste Reiter, der Däne Sören Pedersen schaffte mit Startnummer drei ein weiteres makelloses Resultat. Auch die übrigen ReiterInnen, die sich über die Qualifikationen der Vortage einen Startplatz erkämpft hatten, hielten sich recht gut, für Gerfried Puck und seinenneunjährigen  Balou Blom sah es bis zum vorletzten Sprung nach einem Aufstieg in die zweite Runde aus, doch dann fiel leider eine Stange - aus der Traum!

Ausgerechnet vor den beiden weiteren rot-weiß-roten Teilnehmern, Dieter Köfler und Stefan Eder, ging wieder ein ordentlicher Regenguss nieder. Während Köflers Glock’s Prince de Vaux mit 13 Fehlern etwas überfordert schien, war der Abwurf durch Eders Chilli van Dijk am zweiten Hindernis vielleicht vermeidbar. Doppelt ärgerlich, denn der restliche Umlauf war absolut souverän, so blieb es leider bei Rang 22 für Österreichs Nummer eins. Nach Eders Abwurf ruhten die letzten Hoffnungen auf Julia Kayser, die mit ihrer Sterrehof's Ushi gut begann, aber im Laufe des Parcours kamen dann doch noch neun Fehlerpunkte auf das Konto des Paares.

Mit ihrer Leistung mussten sich die österreichischen ReiterInnen nicht verstecken, im weiteren Verlauf des Springen blieben viele hochkarätigere Duos auf der Strecke, unter anderem die Mannschaftsolympiasieger- und -europameister Ben Maher und Scott Brash aus Großbritannien, der Schweizer Einzelolympiasieger Steve Guerdat, der neue Europameister Roger Yves Bost aus Frankreich, sein Landsmann Kevin Staut und die routinierten Deutschen Daniel Deußer, Marcus Ehning, Marco Kutscher und Meredith Michaels-Beerbaum.
Gerco Schröder und London auf dem Weg zum Sieg und 100.000 Euro Preisgeld. © Stefano Grasso/Longines Global Champions Tour
Gerco Schröder und London auf dem Weg zum Sieg und 100.000 Euro Preisgeld.
© Stefano Grasso/Longines Global Champions Tour
In der zweiten Runde behielten von den elf TeilnehmernInnen nur Gerco Schröder (NED), Harrie Smolders (NED), Rolf-Göran Bengtsson und Luciana Diniz ihre weiße Weste. Als erster Reiter ging der immer coole Schwede ins Stechen, eine zu enge Linkswendung am vorletzten Sprung führte zum Abwurf und vier Fehlerpunkten. Dann der gewohnt souveräne Auftritt von London, nur ein einziges Mal klapperte es, aber alles blieb liegen und mit der Zeit von 36,65 Sekunden sorgte Schröder unter dem frenetischen Jubel des Publikums für eine schnelle, aber doch überbietbare Marke. Nun kam Harrie Smolders, der mit seinem Jackson Hole noch am Vorabend im Six-Bar triumphiert hatte. Und genau dieser erst neunjährige Jackson Hole blieb ein drittes Mal fehlerfrei, klar dass Smolders nicht auf Tempo ritt und die Zeit nicht zur Führung reichte. Dann folgte der finale wilde Parforceritt von Luciana Diniz, ihr Schimmel Winningmood ging wie immer volles Risiko, beim Aussprung der Zweifachen kam aber das Ende der Träume, nach einem weiteren Fehler hatte die sympathische Portugiesin sogar Schwierigkeiten im Sattel zu bleiben: Rang vier und ein großer Sprung nach vorne in der GCT-Gesamtwertung.

Ein trotz Regen tapfer ausharrendes Publikum bejubelte schließlich das niederländische Siegerduo und die übliche Champagnerdusche, während der erfolgsgewohnte London mit stoischem Blick die Geschehnisse auf der Vidi-Wall verfolgte. Insgesamt war die Stimmung auf den Rängen an diesem Tag wirklich phänomenal und erinnerte an die ganz großen Turnieren wie Aachen oder Hamburg!

In der Gesamtwertung der GCT schob sich nach dem Wiener Springen vor dem entscheidenden Finale in Doha im November alles noch enger zusammen: Laura Kraut USA) führt wieterhin mit 187 Punkten gefolgt vom Deutschen Christian Ahlmann (185), der Australierin Edwina Tops-Alexander (181), Luciana Diniz (178) und Rolf-Göran Bengtsson (175).
Harrie Smolders (NED) ging es im Stechen mit Jackson Hole ruhig und überlegt an und sicherte sich Platz zwei. © Stefano Grasso/Longines Global Champions Tour
Harrie Smolders (NED) ging es im Stechen mit Jackson Hole ruhig und überlegt an und sicherte sich Platz zwei.
© Stefano Grasso/Longines Global Champions Tour

Platz drei für Frühmann und The Sixth Sense im Gold-Tour-Finale

Fürs Stechen im Finale der Gold-Tour gab Ben Maher der jungen Kanadierin Kara Chad auf der Reitertribüne noch die letzten Anweisungen, denn mit Alberto II war ihr eine feine Nullrunde gelungen und sie bereitete sich auf den Show-Down vor. Aber die Tipps waren am Ende nicht nötig, denn kein weiterer Reiter blieb ohne Fehlerpunkte, sodass sich Chad ohne abschließendes Jump-off den Sieg sichern konnte. Österreichs Aushängeschild Thomas Frühmann schien auf dem besten Weg zu sein, auch Null zu bleiben, aber sein The Sixth Sense zeigte Anzeichen die Dreierkombi nochmals springen zu wollen, was wertvolle Zeit kostete und am Ende einen Zeitfehler und Rang drei einbrachte. Bei den Platzierten sah man zwei Pferde, die mit anderen Reitern schon tolle Erfolge feierten: Der zweitplatzierte Emil Hallundbaek ritt Catoki (bekannt geworden unter Philipp Weishaupt) und die junge Russin Natalia Belova hatte als Fünfte Coeur de Lion (erst in der Vorwoche von Max Kühner gekauft) unter dem Sattel.

Erfolge in rot-weiß-rot

Für die rot-weiß-roten Reiter begann der Samstag am Rathausplatz mit einem schönen Erfolg, denn Burgenlands Nachwuchstalent Josefina Goess-Saurau holte sich mit Cinderella Girl in 23,41 Sekunden den Sieg im Preis der Firma Carnuntum. In gleicher Weise ging es für Österreich im Finale der Silbertour weiter, das Christian Schranz mit Whisper von Lichten als vorletzter Reiter des Stechens (das 15 Paare erreichten) für sich entschied. Hinter dem Belgier Danny Van den Bosch belegte Johanna Sixt mit Anturio den dritten Platz. Und auch die „Seitenblicke“-Fraktion war in den Platzierungen, nämlich durch Electra Niarchos, der Enkelin des griechischen Multimillonärs, Reedereibesitzers und Großrennstalleigentümers Stavros Niarchos als Vierte.

Knappe Entscheidung in der Pony-Dressur

Im Internationalen Pony Dressage Masters sah man eine ganz knappe Entscheidung: Mit einer grandiosen Musikkür legte das Auftaktsiegerpaar vom Grand Prix, Nadine Krause und ihr zehnjähriger Ponyhengst Danilo, ordentlich vor. Die am Freitag zweitplatzierte Sophie Kampmann behielt als letzte Reiterin aber die Nerven und hatte am Ende eine um 0,125 Prozent höhere Bewertung als Krause. Das beste österreichische Ergebnis lieferte - ebenso wie Tags davor im Grand Prix - die Wienerin Nicola Luise Ahorner auf ihrem erst siebenjährigen Mad Max WE auf dem fünften Platz.

Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.
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