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16.08.2016

Vier Teams ohne Fehler

Nach dem ersten Tag der Olympia-Mannschaftsentscheidung der Springreiter liegen vier Nationen gleichauf in Führung: USA, Niederlande, Deutschland und Brasilien halten bei Null Punkten. Die Nationenpreisentscheidung am Mittwoch verspricht ein Krimi zu werden.

Länderspielstimmung herrschte am ersten Tag des olympischen Nationenpreises. © Tomas Holcbecher
Länderspielstimmung herrschte am ersten Tag des olympischen Nationenpreises.
© Tomas Holcbecher
Auf dem fünften Platz lauert derzeit die französische Equipe, bei der ausgerechnet der sonst so schnelle Roger-Yves Bost einen Zeitfehler in Kauf nehmen musste, der vielleicht noch teuer werden kann. Das Weiterkommen schafften auch noch die Kanadier (mit Ian Millars Tochter Amy als Streichresultat), die mit vier Punkte pönalisiert sind. Auf den letzten Drücker konnten auch die mit acht Punkten ex aequo auf Rang sieben liegenden Mannschaften aus Schweden und der Schweiz weiterreiten. Wobei ausgerechnet ein zutiefst unzufriedener Steve Guerdat mit einem Wasserhindernisfehler und Abwurf am folgenden Steilsprung für das Streichresultat sorgte.
Pedro Veniss und Quabri de l"Isle hielten die Brasilianer auf Medaillenkurs. © Tomas Holcbecher
Pedro Veniss und Quabri de l"Isle hielten die Brasilianer auf Medaillenkurs.
© Tomas Holcbecher
Das Aus für den Altmeister: John Whitaker und Ornellaia. © Tomas Holcbecher
Das Aus für den Altmeister: John Whitaker und Ornellaia.
© Tomas Holcbecher
Das bittere Aus kam hingegen für Großbritannien, ihres Zeichens Olympiasieger von London 2012. Dem „Seniorenteam“ gelang keine einzige fehlerfrei Runde, völlig verunglückt verlief der Auftritt der Springlegende John Whitaker auf Ornellaia: 23 Fehlerpunkte! Damit hieß es auch in der Einzelwertung Olympia ade für den mittlerweile 61jährigen Briten.
Auch ein Michael Whitaker (Cassionato) verliert einmal die Peitsche. © Tomas Holcbecher
Auch ein Michael Whitaker (Cassionato) verliert einmal die Peitsche.
© Tomas Holcbecher
Jury behält den Durchblick und greift beim Springen härter durch. © Tomas Holcbecher
Jury behält den Durchblick und greift beim Springen härter durch.
© Tomas Holcbecher
Positives gibt es von der Jury zu berichten. Sah man am ersten Tag schon einige unschöne Ritte, die auch zur Disqualifikation von Nicola Philippaerts und Jur Vrieling führten, so griffen sie auch heute von Beginn an durch. Cassio Rivetti, der Startreiter der Ukraine, bekam wegen übermäßigem Gebrauch der Sporen nach einem Vier-Fehler-Ritt ebenso die rote Karte wie der Brasilianer Stephan de Freitas Barcha.
Brasilianische Fans wollen auch geschminkt sein. © Tomas Holcbecher
Brasilianische Fans wollen auch geschminkt sein.
© Tomas Holcbecher
Gewöhnungsbedürftig ist der Lautstärkepegel während der Auftritte der heimischen Reiter, da glaubte man die Seleção habe die Fußball-WM gewonnen. Allerdings kommt dieser Lokalpatriotismus bei anderen Sportarten nicht so gut an. Der französische Stabhochsprungfavorit Renaud Lavillenie kann davon ein Lied singen. Seine Versuche beim Finale im Olympiastadion wurden von einem Buh-Orkan begleitet, entnervt und kopfschüttelnd unterlag er dem Brasilianer Thiago Braz da Silva.
Luciana Diniz glückte am zweiten Tag mit Fit for Fun eine Nullrunde. © Tomas Holcbecher
Luciana Diniz glückte am zweiten Tag mit Fit for Fun eine Nullrunde.
© Tomas Holcbecher
Viel Wirbel herrschte auch beim Ritt der Spanierin Pilar Lucrecia Cordon, als ein Zuseher, der offenbar seine Tochter verloren hatte, gestikulierend auf der Tribüne stand und nach seiner Isabel brüllte. Da halfen keine Beschwichtigungsversuche der Volunteers, die Schreierei nahm kein Ende. Bitter für Cordon, da sie doch irritiert wurde und an den letzten zwei Sprüngen Fehler hatte. Das bedeutete für sie und auch die Mannschaft das Ausscheiden. Übrigens, nach einer Viertelstunde waren Papa und Tochter wieder vereint. Von den neun Einzelreitern überzeugte Luciana Diniz, die am ersten Tag mit Fit for Fun acht Fehlerpunkte kassiert hatte. Ihr glückte eine von insgesamt 21 Nullrunden.

Ein Österreicher im Kür-Finale

Beim gestrigen Dressur-Finale kam mit Thomas Lang auch ein Österreicher zum Einsatz. Der 55jährige saß als einer von sieben Richtern bei M und machte seine Sache ausgezeichnet. So erkannte er etwa den kleinen Fehler der Bronzemedaillengewinnerin Kristina Bröring-Sprehe bei den Wechseln und wertete diese mit 6,5. Außer dem Österreicher war dies nur der Dänin Susanne Baarup und dem Präsidenten der Jury Maribel Alonso aus Mexiko aufgefallen. Von Gary Rockwell, Peter Holler, Eddy de Wolff van Westerrode und Stephen Clark kamen hingegen 8,0 bis 8,5.

Lang ist Österreichs einziger 5-Stern-Richter in der Dressur, für die Para-Dressur erhielt Dr. Eva Bachinger diese Auszeichnung. Insgesamt gibt es lediglich 30 Richter in der Dressur und 13 in der Para-Dressur, die in diesen exklusiven Club aufgenommen wurden. Wir vereinbarten schon beim Frühstück einen Interviewtermin und Punkt 15 Uhr stand Thomas im Pressezelt: Pünktlich, korrekt und zuverlässig, was soll man von einem Richter anderes erwarten!
Thomas Lang war einer der sieben Dressurrichter bei den olympischen Dressurbewerben. © Tomas Holcbecher
Thomas Lang war einer der sieben Dressurrichter bei den olympischen Dressurbewerben.
© Tomas Holcbecher
Pferderevue: Wie sind deine Erfahrungen nach einer Woche Olympia in Rio?

Thomas Lang: Wir waren alle überrascht, dass es in Wirklichkeit besser war, als es im Vorfeld erwartet wurde. Das Stadion ist schön, die Böden gut, die Stallungen sehr schön. Das war die positive Überraschung, als wir hier ankamen. Wir haben auch einen sehr tollen Sport gesehen. Ich denke, es gab noch nie auf einem Championat so eine Leistungsdichte wie hier.

Wie bekommt man als österreichischer Richter zu einer Olympiateilnahme?

Ich glaube, es gehört ein bisschen Glück dazu. Aber wenn du einmal unter diesen Fünf-Stern-Richtern bist, dann hat man es es leichter. Man muss aber schon gute Leistungen über das gesamte Jahr bringen, um für hier in die engere Wahl zu kommen.

Seit wann bist du Fünf-Stern Richter und seit wann richtest du überhaupt in der Dressur?

2013 wurde ich Fünf-Stern-Richter, seit Anfang der 1990er Jahre bin ich als Richter im Einsatz. Worauf kommt es als Dressurrichter an? Erstens auf ein gutes Auge, einfach um die technischen Dinge zu sehen. Und außerdem braucht man ein bisschen Gefühl für den Reiter und das Pferd.

Wie gut muss man reiten können um auf diesem Niveau zu richten?

Ich bin selber Grand Prix geritten. Das erleichtert natürlich die Sache ungemein, weil man Dinge viel schneller sieht als jemand, der das nicht geritten ist. Oft hat man auch mehr Verständnis für den Reiter, weil man weiß, wie sich das im Augenblick anfühlt.

Wie groß ist der Zeitaufwand, den man als internationaler Richter hat?

Fixpunkt für uns ist natürlich einmal jährlich ein Fünf-Stern-Seminar, wo alle zusammenkommen und Probleme bzw. Trends diskutiert werden. Im Vorfeld dieser Olympischen Spiele war der Zeitaufwand aber durchaus ein höherer, da wir jede Menge zusätzliche Seminare hatten. Das betraf Themen wie Sportpsychologie, Presse, Statistiken mit dem JSP und noch mehr, aber das war schon gut für die Vorbereitung.

Was ist der JSP?

Das ist der Judges Supervisory Panel. Das sind die drei Richter, welche darüber wachen, dass keine Fehler passieren.

Wie werden die Ergebnisse nach einer Prüfung besprochen?

Wie immer hatten wir nach dem Grand Prix und dem Spécial ein Meeting mit dem JSP, wo wir mit Videos und den aktuellen Richterblättern die Ergebnisse nochmals durchgehen. Nach der Kür werden wir das heute beim Abendessen machen.
Korrekt und zuverlässig machte er seine Sache richtig gut und kann Stolz sein. © Tomas Holcbecher
Korrekt und zuverlässig machte er seine Sache richtig gut und kann Stolz sein.
© Tomas Holcbecher
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