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05.03.2018

Vor, an oder hinter der Senkrechten? Eine App verrät’s

Schulbuchmäßig trägt das Pferd seine Stirnlinie in korrekter Anlehnung leicht vor oder an der Senkrechten. In der Realität bietet sich oft ein anderes Bild. Viele Pferde laufen unter ihrem Reiter überzäumt - oft ohne dass es dem Menschen im Sattel bewusst ist. Eine neue App will dieses Problem wirkungsvoll beheben.

"Vert" lässt Reitern wortwörtlich ein Licht aufgehen. © equla
"Vert" lässt Reitern wortwörtlich ein Licht aufgehen.
© equla
Reiten ist vor allem eins: Gefühlssache. Doch gerade das Gefühl kann trügerisch sein. Das trifft ganz besonders auf die korrekte Positionierung des Pferdekopfes zu. Nicht selten wähnt ein Reiter sein Pferd in optimaler Anlehnung, während es in Wahrheit bereits deutlich überzäumt mit der Nase hinter der Senkrechten läuft. Der Grund für dieses Problem liegt vor allem darin begründet, dass vom Sattel aus nur schwer zu erkennen ist, wie es um die Nasen-Stirnlinie des Pferdes bestellt ist. Ist zur Aufklärung der fehlerhaften Einschätzung keinen Hallenspiegel oder Trainer zur Stelle, festigt sich dieses falsche Gefühl rasch - es wird zur Normalität.
© equla
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Mit diesem Problem aufräumen will „Vert“, ein neues technisches Hilfsmittel das vom chicagoer Biotechnologieunternehmen equla unter der Leitung von US-Dressurreiterin und Pferdewissenschaftlerin Dr. Hilary Clayton entwickelt wurde. Das 5 mal 3,5 mal 3 Zentimeter kleine und 22 Gramm leichte Gadget wird mittels Klettverschluss am Genickstück des Pferdes montiert. Dort misst ein Mini-Sensor während des Reitens den Winkel des Pferdekopfes im Verhältnis zur Senkrechten und gibt dem Reiter visuell Feedback. Letzteres geschieht mithilfe eines kleinen Lämpchens, das – abhängig von der Kopfhaltung – in unterschiedlichen Farben leuchtet: Blau für vor der Senkrechten, Grün für an der Senkrechten und Rot für dahinter. Das alles natürlich in Echtzeit.

Nach dem Ritt kann der Reiter sein Training via Handy-App im Detail analysieren. Wie lange hat sich das Pferd in optimaler Haltung bewegt, wie oft und in welchen Phasen des Rittes war es hinter der Senkrechten oder zu wenig beigezäumt?
Vert © equla
© equla
Dass die Kopf-Hals-Positionierung alleine nicht ausreicht um Rückschlüsse auf die Qualität des Trainings zuzulassen, ist auch den Erfindern klar, die betonen man müsse die Haltung des Pferdekopfes immer im Kontext mit dem gesamten Pferdekörper bewerten. Nichtsdestotrotz sei sie ein wichtiges Indiz in der Pferdeausbildung. “Die Stirnlinie hinter der Senkrechten ist ein Warnsignal für Probleme bei der Kraftübertragung aus der Hinterhand. Und natürlich ist starkes Überzäumen ein ernstzunehmendes Problem, wenn es um das Wohlergehen des Pferdes geht. Im Gegenteil dazu kann ein zu geringer Grad an Beizäumung ein Zeichen dafür sein, dass sich das Pferd den Hilfen entzieht.“

Als Ersatz für qualifizierten Unterricht ist die technische Trainingshilfe nicht gedacht. Vielmehr solle „Vert“ helfen, das Gefühl für die Anlehnung zu schulen. So könnten Reiter einfach überprüfen, ob sich ihr Empfinden mit der Realität deckt und ihr Training gegebenenfalls optimieren. Gerät und App sind damit besonders für Einsteiger geeignet aber auch für Reiter, die sich regelmäßig selbst kontrollieren möchten.

ps
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