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07.08.2017

WM der Jungen Dressurpferde: Triumph der deutschen Pferdezucht, Spitzenplatz für Auheim’s Roi de Coeur und Stephanie Dearing

Die diesjährigen Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde gerieten mit zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze zum großen Triumphzug der deutschen Pferdezüchter. Einen starken Eindruck hinterließ auch Österreichs bestes Paar, Auheim’s Roi de Coeur und Stephanie Dearing, die im Finale der fünfjährigen Dressurpferde auf Rang vierzehn landeten.

Auheim"s Roi de Coeur und Stephanie Dearing holten mit Rang 14 einen Spitzenplatz im Finale der Fünfjährigen. © Hans Kraus
Auheim"s Roi de Coeur und Stephanie Dearing holten mit Rang 14 einen Spitzenplatz im Finale der Fünfjährigen.
© Hans Kraus
Bereits in der Qualifikation hatten Dearing und der hannoversch gebrannte Roi du Soleil-Sohn aus einer Don Gregory-Mutter eine famose Runde im Reiterstadion von Ermelo abgeliefert, in der der Dunkelbraune aus dem Besitz der Familie Pengg in Pörtschach am Wörthersee nicht nur seine ausgezeichneten Grundgangarten unter Beweis stellen konnte, sondern auch seine hervorragende Rittigkeit. Perfekt zur Geltung gebracht wurde diese einmal mehr von Stephanie Dearing. Die Kärntnerin war bereits 2014 und 2015 im Finale der Jungpferde-WM vertreten, beide Male mit Auheim-Pferden. 2014 war sie mit Auheim’s Del Magico sogar zum Vizeweltmeistertitel bei den Sechsjährigen geritten.

Ganz so weit vor ging es am Sonntag im Finale der fünfjährigen zwar nicht für Dearing und Auheim’s Roi de Coeur, dennoch verabschiedete sich das Paar mit einer guten Runde und einem starken vierzehnten Platz (Gesamtnote 7,74) im internationalen Spitzenfeld gebührend von dieser WM.

Gold ging an den Qualifikationsersten Don Martillo, der unter seiner Reiterin Ann-Christin Wienkamp einen Kantersieg feierte. Seit seinem Überraschungssieg bei den DKB-Bundeschampionaten im vergangenen Jahr feiert der Rapphengst von Don Juan de Hus aus einer Mutter von Benetton Dream – Warkant einen Erfolg nach dem anderen. Auf eine bravouröse 14-tägige Veranlagungsprüfung im Herbst folgte in diesem Frühjahr die zweimalige Teilnahme an der Sportprüfung für gekörte Hengste, die Don Martillo jeweils als Klassenbester beendete. Die Startgenehmigung für die WM schloss sich an. In Ermelo überzeugte der Rappe aus der Zucht von Axel Windeler (Verden) und im Mitbesitz von Gut Lonken nun erneut. Wie schon in der Qualifikation begeisterte Don Martillo durch seinen immer taktsicheren, fleißigen Schritt. Hierfür gab es erneut eine glatte 10, aber auch in Trab und Galopp fielen die Noten kaum schlechter aus, jeweils 9,7. Komplettiert durch die Schlussnoten von 9,5 für Gehorsam und Durchlässigkeit sowie 9,8 für die Perspektive als Dressurpferd, ergab sich daraus eine Gesamtergebnis von 9,74 Punkten – die mit Abstand beste Note dieses Fünfjährigen-Finales.

Der größte Konkurrent von Don Martillo vertrat in Ermelo die Farben des Oldenburger Verbandes und wurde von Andreas Helgstrand aus Dänemark vorgestellt. Der Foundation-Sohn Ferrari OLD stammt aus Zucht des Gestüt Lewitz und wurde aus einer Mutter von Blue Horse Hotline – Sandro Hit gezogen. Der braune Hengst zeigte insbesondere Höhepunkte in Trab (9,7) und Galopp (9,5) und kam am Ende auf 9,2 Punkte. Auf dem Bronzerang landete der aus dänischer Zucht stammende Hengst Hesselhoej Donkey Boy mit seinem dänischen Reiter Jan Moller Christensen mit 9,1 Punkten.

Lordwoods Dancing Diamond bester Sechsjähriger

Auch bei den sechsjährigen Pferden griffen die Richter tief in die Notenkiste, allen voran für den Hannoveraner Lordwoods Dancing Diamond. Die Höchstnote 10 erhielt der Hengst für seinen herausragenden Trab, für den Galopp die 9,5 und für den Schritt die 9,3. Doch nicht nur die Qualität der Grundgangarten überzeugte die Juroren, sondern auch die Leichtigkeit, mit der der Rappe von seiner Reiterin Anne-Kathrin Pohlmeier (GER) vorgestellt wurde. Für den Rappen, ein Sohn des jüngst verstorbenen Celler Landbeschälers Dancier aus einer Mutter von Wolkenstein II (Züchter: Heinrich Ebeling, Hollnseth), ist der Weltmeistertitel der jüngste Schritt einer bereits hoch erfolgreichen Karriere. Drei- und vierjährig war er Vize-Bundeschampion bei den Reitpferden, im vergangenen Jahr Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde. Auch damals gab es für die Perspektive und den Gesamteindruck die glatte 10 und dieser Meinung schloss sich nun auch die Jury in Ermelo ohne große Worte an. Das bedeutete im Gesamtergebnis 9,72 Punkte und damit die Goldmedaille für Lordswood Dancing Diamond, der von Beginn an von Anne-Kathrin Pohlmeier ausgebildet wurde und sich im Besitz von Alice Whitefield und Heather Stack aus Großbritannien befindet.

Die Silbermedaille ging an den Totilas-Sohn Governor Str, der unter seiner Reiterin Adelinde Cornelissen auf 9,06 Punkte kam. Dahinter reihte sich Quel Filou OLD mit 8,99 Punkten ein.

Mit Rhodium unter Stephanie Dearing und United Europ unter der deutschen Reiterin Geertje Hesse-Wadenspanner waren in dieser Klasse auch zwei österreichische Vertreter am Start. Für den hannoversch gezogenen Rhodium, ein Sohn des Blue Hors Romanov aus einer Sandro Hit-Mutter, war es bereits der zweite Start in Ermelo. Im Vorjahr hatte der schicke Braune Platz 15 im kleinen Finale belegt. Diesmal wurde es Rang 19 mit einer Gesamtnote von 7,66.
Für den Hannoveraner Hengst Rhodium aus dem Besitz der Familie Gasser in der Steiermark war es heuer bereits sein zweiter Start bei einer Jungpferde-WM. © Hans Kraus
Für den Hannoveraner Hengst Rhodium aus dem Besitz der Familie Gasser in der Steiermark war es heuer bereits sein zweiter Start bei einer Jungpferde-WM.
© Hans Kraus
Exakt dieselbe Punktzahl erzielte auch United Europ (Uphill x Almox Prints J), der unter deutscher Flagge an den Start ging. Der ÖWB-Hengst aus der Zucht von Josef Stürzlinger überzeugte die internationale Jury insbesondere durch seinen eleganten Trab (8) und den kraftvollen Galopp (8,3), Abzüge gab’s leider bei der Durchlässigkeit (7,2). Hier hatte der Dunkelbraune in der Qualifikation noch eine 8 erhalten.
Österreichische Qualität bei der Jungpferde-WM: Der ÖWB-Hengst United Europ belegte unter seiner deutschen Reiterin Geertje Hesse-Wadenspanner Platz 19 im kleinen Finale. © Hans Kraus
Österreichische Qualität bei der Jungpferde-WM: Der ÖWB-Hengst United Europ belegte unter seiner deutschen Reiterin Geertje Hesse-Wadenspanner Platz 19 im kleinen Finale.
© Hans Kraus

Fiontini holt dritten Sieg in Folge

Eine Wiederholungssiegerin sah das Finale der siebenjährigen Dressurpferde. Hier setzte sich einmal mehr die dänische Warmblutstute Fiontini unter ihrem spanischen Reiter Severo Jesus Jurado Lopez durch. Die Grundqualität der Stute, insbesondere in der Schritttour, begeisterte auch in diesem Jahr die Richter, so dass auch zwei kleine Patzer den erneuten Sieg nicht gefährden konnten. Fiontini kam auf das Spitzenergebnis von 88,369 Prozent. Für die Tochter des Florestan-Enkels Fassbinder ist es der dritte WM-Titel in Folge. Silber ging an den hochbeinigen, viermal weiß gestiefelten Fuchswallach Sultan des Paluds, ein Sohn des Soliman de Hus aus einer Mutter von De Niro – Plaisir d’Amour. Mit Kirsten Brouwer im Sattel schloss der Hannoveraner bei 83,515 Prozent. Bronze ging an den ebenfalls in Dänemark gezogenen Trakehner Kipling, vorgestellt von Anne Troensegaard. Der dunkelbraune Hengst v. Hofrat x Hohenstein brachte es auf 82,445 Prozent.

Als bestes österreichisches Paar platzierten sich Damon’s Classic und Belinda Weinbauer im kleinen Finale auf dem hervorragenden zehnten Platz. Von der Jury wurde der Damon Hill-Sohn mit einer 7,6 für den Trab, einer 7,8 für den Schritt und einer 8,2 für den Galopp bedacht. Eine 7,7 für die Durchlässigkeit und eine 7,8 für die Perspektive als Dressurpferd ergaben unter dem Strich 74,178 Prozent in der Gesamtwertung.

Knapp außerhalb der Platzierungen belegte der Oldenburger Roberto Carlos MT unter seinem Reiter Stefan Lehfellner Platz 13. Die Noten 7,8 (Trab), 7 (Schritt), 7,6 (Galopp), 7,7 (Durchlässigkeit) und 7,8 (Perspektive) bescherten dem Paar 72,314 Prozent in der Endabrechnung.

Alle Ergebnisse im Detail können Sie hier nachlesen.

PM/ps
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