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25.08.2011

Was die Öffentlichkeit nicht weiß ...

... macht sie nicht heiß?

Fairness gegenüber dem Pferd und ein respektvoller Umgang mit zwei- und vierbeinigen Kollegen sollte Grundvoraussetzung im Pferdesport sein. Egal ob im privaten oder im öffentlichen Raum.

Liebe Leserin, lieber Leser,

zum dritten Mal beschäftigt uns in der Septemberausgabe unseres Magazins (S. 58) ein Vorfall, der sich beim CSI** Linz-Ebelsberg zutrug. Nachdem er bereits am zweiten Tag des Turniers wegen Ausfälligkeiten gegen das Richterkollegium eine Gelbe Karte angedroht bekommen hatte, wurde Anton Martin Bauer, seines Zeichens sechsfacher Österreichischer Staatsmeister im Springreiten und Teilnehmer an zwei Olympischen Spielen, von Turnierveranstalter Helmut Morbitzer am Sonntag des Platzes verwiesen (siehe Bericht in PR 7/2011). Grund: Er hatte eine seiner Schülerinnen wiederholt aufgefordert, ihr Pferd zu schlagen. Dass dem so war, bestreitet Bauer gar nicht. Dennoch fand er sich zu Unrecht an den Pranger gestellt, da das Ganze ja „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ stattgefunden habe (siehe Entgegnung in PR 8/2011).

Abgesehen davon, dass ein offizieller Abreitplatz auf einem Turnier ein für jedermann zugänglicher Bereich ist, ist exzessives Strafen weder im privaten noch im öffentlichen Raum ein Verhalten, das man sich von einem österreichischen Vorzeigereiter und Jugendtrainer wünscht (siehe dazu auch den Leserbrief auf Seite 20). Wir wollen damit keineswegs behaupten, dass dies die üblichen Trainingsmethoden von AMB sind oder dass er der einzige ist, dem einmal die Gerte auskommt. Was allerdings irritiert, ist der unsensible Umgang mit einem hoch sensiblen Thema: Fairness gegenüber dem Pferd und respektvoller Umgang mit zwei- und vierbeinigen Kollegen ist keine Frage von öffentlich oder nicht öffentlich, sondern sollte Grundvoraussetzung im Pferdesport sein. Dass dem nicht immer und überall so ist, wissen alle, die mit dem Pferdesport zu tun haben. Dass Verstöße gegen „Grundsätze sportlich-fairer Haltung“ viel zu selten geahndet werden, ebenfalls. Dass dieses Laissez-faire Konsequenzen haben wird, dämmert vor allem den Turnierveranstaltern, die beklagen, dass es immer schwieriger wird, Sponsoren zu finden. Schade, dass vielfach erst finanzieller Druck dazu führt, dass der Ruf nach Richterinnen und Richtern laut wird, „die hinschauen und nicht wegschauen.“

Übrigens gab es in der Pferderevue im Juniheft 2006 einen differenzierten Artikel von Elke Hellmich, der das Thema „Strafe“ abhandelte. Resümee des mit dem Österreichischen Zeitschriftenpreis 2006 ausgezeichneten Beitrags: „Positive Bestärkung ist die einzig richtige Methode, sein Pferd zu einem vertrauensvollen, gehorsamen Partner zu erziehen.“

Herzlichst,

Eva Morawetz
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