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12.08.2015

Wechselbad der Gefühle für Dressurteam

Licht und Schatten gab es am ersten Tag der EM-Dressurmannschafts-Entscheidung in Aachen. Alexandra Slanec strahlte nach einem fehlerfreien Ritt auf ihrem Lord of Dream, bei Evelyn Haim-Swarovski lief es mit Dorina leider nicht ganz so gut, aber die Tirolerin nahm es sportlich fair.

Hochkonzentriert ritt Alexandra Slanec bei ihrem EM-Debüt auf Lord of Dream in der Aachener Soers. © OEPS/Tomas Holcbecher
Hochkonzentriert ritt Alexandra Slanec bei ihrem EM-Debüt auf Lord of Dream in der Aachener Soers.
© OEPS/Tomas Holcbecher
Voll happy zeigte sich Slanec nach ihrem EM-Debüt. Als achte Reiterin kam sie in das riesige Stadion und zeigte eine störungsfreie Runde ohne grobe Fehler. Besonders gut gelangen die Wechsel, hakelig wurde es nur bei den Übergängen nach den Piaffen. Aber mit 66,943 % konnte sich die Wertung richtig sehen lassen – Platz 21 nach 35 Teilnehmern, Entsprechend positiv auch ihr Resümee unmittelbar nachher: "Super, ich fürchtete die Atmosphäre überwältigt einen, aber es ist so ein positives Gefühl. Ich dachte, dass ich sicher nervös sein werde, aber das war ich überhaupt nicht. Es war so eine positive Stimmung, die musste man einfach nur übernehmen und einfach positiv durchreiten. Auch mit meiner sportlichen Leistung kann ich zufrieden sein. Nachdem es beim Abreiten noch einige Fehler gab, wollte ich auch nicht allzu viel Druck machen. Er hat den lauten Applaus noch nicht so gekannt, drum wollte ich locker durchreiten und eine schöne Runde zeigen. Das haben wir geschafft und wir sind stolz darauf. Besonders froh bin ich, dass die Einer- und Zweierwechsel so gut gelangen, da hatten wir im Vorfeld Probleme. Besser hätte es nicht gehen können. Und die Organisation hier ist super, man muss einfach einmal hier gewesen sein."
Happy über eine fehlerfreie Runde beim EM-Debüt: Alexandra Slanec und Lord of Dream. © Tomas Holcbecher
Happy über eine fehlerfreie Runde beim EM-Debüt: Alexandra Slanec und Lord of Dream.
© Tomas Holcbecher
Richtiges Pech hatte Evelyn Haim-Swarovski, deren Stute Dorina beim Einritt bereits sehr heiss war. Richtig erfrischend aber dann die Reaktion von der WM-Teilnehmerin 2006, die keine Ausreden suchte und klipp und klar in der Mixed Zone bekannte: "Es war eine Herausforderung für mich, hat aber leider nicht so funktioniert. Die Stute war sehr nervig, nachdem sie im Vorbereitungsviereck die vielen Menschen gespürt hat. Als sie in die Arena rein musste, zog sie vor lauter Schreck die Zunge hoch und ich war machtlos. Die Folge der hochgezogenen Zunge war, dass sie immer nach links abbiegen wollte und das kostete natürlich bei den Richtern enorm viele Punkte. Nach dem Schritt war sie entspannt und sie brachte die Zunge wieder unter das Gebiss. Natürlich bin ich enttäuscht, nachdem es im Vorfeld gut lief. Aber so ist das Reiterleben, man muss die Situation akzeptieren und das Beste daraus machen." So standen am Ende lediglich 63,157 % zu Buche. Für Astrid Neumayer und Vici Max-Theurer wird die Aufholjagd für den erhofften Platz 6 ein wohl unmögliches Unterfangen.
Enttäuscht, aber fair und ehrlich: Evelyn Haim-Swarovski. © Ernst Kopica
Enttäuscht, aber fair und ehrlich: Evelyn Haim-Swarovski.
© Ernst Kopica
Im Kampf um die Medaillen ist noch keine (Vor-)Entscheidung gefallen. Der Niederländer Diederik van Silfhout (Arlando N.O.P.), die Engländerin Fiona Bigwood (Atterupgaards Orthilia) und Jessica von Bredow-Werndl (Unee BB) zeigten mit guten 75-Prozent-Runden feine Leistungen, Fehler in den Einerwechseln machen Isabell Werth mit Don Johnson wohl zum Streichresultat der auf Goldkurs segelnden Deutschen.
Ungewohnt, aber gut gelaunt: Alexandra Slanec bei der Medienarbeit! © Ernst Kopica
Ungewohnt, aber gut gelaunt: Alexandra Slanec bei der Medienarbeit!
© Ernst Kopica

Stallgeflüster

Eigentlich ist es der heilige Bereich eines jeden Championats und abgeriegelt wie Fort Knox: der Stallbereich! Aber hier in Aachen ließ es sich Cheforganisator Frank Kempermann nicht nehmen, einer guten Handvoll Journalisten den sonst verwährten Eintritt zu gewähren und während einer Führung aus dem Nähkästchen zu plaudern. Wie wichtig die strengen Zutrittsvorschriften sind, zeigten einige spektakuläre Dopingfälle der Vergangenheit (z.B. 2008 in HongKong), als sich im Nachhinein herausstellte, dass Personen über Zutrittskarten verfügten, die mit den Reitern aber schon gar nichts zu tun hatten. Aber Schwamm drüber, hier in Aachen wird kontrolliert, allein 16 FEI-Stewards sind tagsüber im Einsatz, wie der FEI-Delegierte Rolf-Peter Fuß erklärte. Die Nachtruhe ist streng, zwischen 23 und 6 Uhr bleibt das Stallgelände geschlossen und zusätzliche Securitykräfte kommen zum Einsatz.

Die Aachener Stallgebäude wurden bereits vor dem 2. Weltkrieg errichtet und bieten insgesamt Einstellmöglichkeiten für 428 Pferde. Traditionell ist die Aufteilung der Ställe: Nummer 1 für Großbritannien, Nummer 2 für Deutschland! Derzeit ist es noch ruhig, richtig quirlig wird es erst nächste Woche, wenn die Springpferde einrücken. Dann bekommt auch die Veterinärabteilung mehr zu tun, ausgerüstet ist sie für alle Notfälle mit besten Geräten. Da stört es auch nicht, dass aus Kostengründen das Top-Equipment von Sponsoren zur Verfügung gestellt wird, so etwa das Ultraschallgerät "prosound f 75", für das immerhin 60.000 Euro hingeblättert werden müsste.

Am Weg durch die Stallungen begegne ich auch Anky van Grunsven. Die dreifache Dressurolympiasiegerin hat seit neuestem die Sportart gewechselt und präsentiert gerne ihr Reining-Pferd. "Dressur war immer meine Leidenschaft, Reining ist nur mein Hobby. Und da gibt es bei uns im Team auch bessere. Aber trainieren muss ich genauso viel wie früher in der Dressur", plaudert die immer gut gelaunte Niederländerin aus der Schule.

Ein paar Schritte weiter beim deutschen Team die sprichwörtliche Ordentlichkeit: Klare Angaben, perfekt organisiert, mit fixem Ziel vor den Augen - der Goldmedaille! Von dieser deutschen Perfektion war ich gestern früh meilenweit entfernt, als der City-Bus gegen das Dach der Einfahrt des Busbahnhofes donnerte und wir auf einen Ersatzbus warten mussten. Daher wählten wir heute von unserem putzigen Stadthotel (hier wird das Frühstück noch an den Tisch serviert!) den offiziellen Hotel-Shuttle, der sich als noble Luxuslimousine entpuppte und einen Stern trug. Also doch deutsche Gründlichkeit und Perfektion!
Deutsches Team im Stall 2 - Tradition seit vielen Jahren! © Ernst Kopica
Deutsches Team im Stall 2 - Tradition seit vielen Jahren!
© Ernst Kopica
60.000 Euro für dieses Ultraschallgerät vom Feinsten! © Ernst Kopica
60.000 Euro für dieses Ultraschallgerät vom Feinsten!
© Ernst Kopica
Anky van Grunsven mit neuer Herausforderung! © Ernst Kopica
Anky van Grunsven mit neuer Herausforderung!
© Ernst Kopica
Ein klarer Plan für die Goldmedaille! © Ernst Kopica
Ein klarer Plan für die Goldmedaille!
© Ernst Kopica
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