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19.04.2015

Weltcupfinale Dressur: Triumph für Dujardin, Blut-Regel bei Peters

Charlotte Dujardin hat es geschafft: Zum zweiten Mal in ihrer Karriere holte die Britin zusammen mit ihrem Valegro den Sieg im Reem Acra Dressur Weltcup. Für die Negativschlagzeile des Abends sorgte ein Amerikaner. Lokalmatador Steffen Peters wurde wegen Blut an der Flanke seines Pferdes Legolas disqualifiziert.

Haben ihren Titel erfolgreich verteidigt: Charlotte Dujardin (GBR) und Valegro © Tomas Holcbecher
Haben ihren Titel erfolgreich verteidigt: Charlotte Dujardin (GBR) und Valegro
© Tomas Holcbecher
Dass sie auch bei ihrem zweiten Antreten bei einem Weltcupfinale als Sieger vom Platz gehen würden, stand eigentlich schon fest, bevor Charlotte Dujardin und Valegro am Samstagmittag in die Thomas & Mack Arena von Las Vegas einritten. Das Paar ist derzeit in seiner technischen Perfektion einfach nicht zu schlagen – es sei denn, sie leisten sich gleich mehrere Fehler. Diesen Gefallen machten die Olympiasieger der Konkurrenz allerdings nicht. Wie ein Uhrwerk piaffierte und passagierte Valegro, sprang Wechsel zum Niederknien und drehte Mehrfach-Pirouetten, als wären sie das Einfachste der Welt.

Dujardin hatte den 13-jährigen niederländisch gezogenen Wallach zu jedem Zeitpunkt ihrer Kür zur Musik des Animations-Hits „Drachenzähmen leicht gemacht“ 100%ig an den Hilfen, die sie dezent und aus einem ruhigen Sitz heraus gibt. Nur in der Anlehnung würde man sich den ganggewaltigen Negro-Sohn vor allem in der Trabtour vielleicht wieder ein wenig leichter wünschen. Aber das mag der Preis sein, den man für die totale Kontrolle bezahlen muss.

42 Mal vergaben die Richter eine makellose 10, unisono wurde dem Paar die absolute Höchstnote für die Harmonie zwischen Pferd und Reiter zugestanden, auch bei der Bewertung von Schwierigkeitsgrad und Musik gab es  - bis auf eine Ausnahme – ausschließlich Zehnen. Am Ende standen 94,169 Prozent auf der Anzeigetafel. Kein neuer Weltrekord, den das Paar aktuell bei 94,3 Prozent hält, aber fast. Chefrichterin Liselotte Fore aus den USA honorierte die Leistung gar mit 97 Prozent.
Valegro ließ sich von nichts beeindrucken - auch nicht vom funkelnden Weltcup-Pokal, der viele seiner vierbeinigen Kollegen irritierte. © Arnd Bronkhorst /FEI
Valegro ließ sich von nichts beeindrucken - auch nicht vom funkelnden Weltcup-Pokal, der viele seiner vierbeinigen Kollegen irritierte.
© Arnd Bronkhorst /FEI
Bei dieser Vorgabe hatten es die übrigen ReiterInnen schwer. Am nächsten kam Edward Gal (NED) mit Glock’s Undercover an das britische Ausnahmepaar heran. Am nächsten äußerte sich an diesem Tag in einem Abstand von zehn Prozent. Und selbst die 84,696 Prozent, die das Duo für seinen Ritt erhielt, waren von den Richtern noch vergleichsweise wohlwollend vergeben, denn das holländische Duo kam auch im Finale nicht ohne Fehler durch seine Prüfung. Auch wenn sich der immer aktive Undercover etwas weniger spannig präsentierte als noch im Grand Prix zwei Tage zuvor, fehlte es der Darbietung an Losgelassenheit, was sich u.a. abermals in Fehlern in den Wechseln von Sprung zu Sprung bemerkbar machte.  

Die Galoppwechsel erwiesen sich auch bei Jessica von Bredow-Werndl erneut als Stolperschein. Der bildhübsche Unee BB hatte diesmal zwar kein Äppel-Problem, allerdings gefiel ihm wohl – wie einigen anderen Pferden auch – der funkelnde Siegerpokal, den man hell beleuchtet am Viereckrand aufgestellt hatte, nicht so recht. Als Ergebnis patzte der dunkelbraune Gribaldi-Sohn in den Zweierwechseln und auch der Wechsel am Ende des starken Galopps über die Diagonale misslang. Für die sehr interessante Kür mit ungewöhnlicher Linienführung und hohem Schwierigkeitsgrad erhielt das Paar immerhin noch 80,464 Prozent – Platz drei.
In diesem Moment war für  Publikumsliebling Steffen Peters noch alles in bester Ordnung. Wenig später wurde der US-Reiter wegen einer blutenden Stelle an der Flanke seines Legolas disqualifiziert. © Arnd Bronkhorst /FEI
In diesem Moment war für Publikumsliebling Steffen Peters noch alles in bester Ordnung. Wenig später wurde der US-Reiter wegen einer blutenden Stelle an der Flanke seines Legolas disqualifiziert.
© Arnd Bronkhorst /FEI
Auf Rang vier war ursprünglich noch Steffen Peters (USA) gelistet worden, der sich mit 80,286 Prozent unmittelbar vor seine Landsfrau Laura Graves auf Verdades (79,125 %) gesetzt hatte. Doch bei der Siegerehrung suchten die Fans des amerikanischen Dressurreiters ihr Idol vergeblich. Beim Ausreiten hatte man Blut an einer von Legolas’ Flanken und am Sporn seines Reiters entdeckt. Das Paar wurde unverzüglich disqualifiziert, wie es das REglement der FEI vorsieht. Bei der anschließenden Pressekonferenz gab sich Peters reumütig. „Das ist ganz klar mein Fehler“ sagte der Weltcupsieger von 2009 “Ich bin das Pferd geritten und für sein Wohlergehen verantwortlich. Ich kann nicht sagen, wann genau es passiert ist, aber es tut mir unheimlich leid für Legolas. I fühle mich schuldig und schäme mich für diesen Vorfall. Ich bitte Legolas Besitzer Akiko und Jerry unseren Verband sowie unsere Freunde und Unterstützer um Verzeihung. Nichts desto trotz bin ich sehr stolz auf Legolas, der einen wunderbaren Job gemacht hat.“    

Alle Ergebnisse im Detail können Sie hier nachlesen.
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