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19.04.2014

Weltcupfinale Lyon: Perfekter Start für Charlotte Dujardin und Valegro mit neuem Weltrekord

Mit Spannung wurde das Aufeinandertreffen der britischen Multi-Championesse Charlotte Dujardin und der Vorjahressiegerin Helen Langehanenberg erwartet. Und auch wenn der Grand Prix nicht für die Gesamtwertung zählt: mit 87,129 Prozent und einem neuen Weltrekord machte Dujardin ihre Marschrichtung mehr als klar.

87,129 - Charlotte Dujardin und Valegro starteten am Samstagnachmittag mit einem neuen Weltrekord in das diesjährige Weltcupfinale. © Tomas Holcbecher
87,129 - Charlotte Dujardin und Valegro starteten am Samstagnachmittag mit einem neuen Weltrekord in das diesjährige Weltcupfinale. Die niedrigste Wertung gab"s übrigensvom österreichischen O-Richter Thomas Lang. Er bedachte das britische Ausnahmepaar "lediglich" mit 84,800 Prozent.
© Tomas Holcbecher
Dass dieser Ritt in einem neuen Weltrekord gipfeln könnte, war schon nach den ersten Lektionen klar. Zwischenzeitlich lag der Trend sogar bei atemberaubenden 88 Prozent! Charlotte Dujardin und Carl Hesters KWPN-Wallach Valegro kommen dem Begriff Perfektion schon sehr sehr nahe – dennoch, ganz fehlerfrei blieben auch die amtierenden Olympiasieger und Europameister nicht. Man will sich gar nicht ausmalen, wohin die Prozente noch geklettert wären, hätte es da nicht den kleinen Schnitzer im versammelten Schritt gegeben, als Valegro etwas zu früh mit dem Trab ansetzte, oder den kurzen Moment, als sich der kräftige Negro-Sohn in der zweiten Piaffe einen Hauch zu sehr setzte und aus dem Takt kam. Und dann könnte man noch die etwas schleppende Hinterhand in der Passage vor dem letzten Gruß bemängeln. Könnte man, wenn man wollte. Denn davon abgesehen, bot das britische Erfolgspaar Dressur vom Feinsten. Kraftvolle Trabverstärkungen, schnurgerade Wechsel, raumgreifende Traversalen, taktvolle, gut gesetzte Piaffen und hervorragende Übergänge in die Passage, dazu bestechend schön gesprungene Galopppirouetten – eine Augenweide. Die technische Perfektion wird lediglich durch die Harmonie des Paares überboten, die bei jedem Schritt zeigt: diese zwei verstehen sich blind. „Ich bin überglücklich, solch ein Pferd reiten zu dürfen. Wo immer wir auch hinkommen will Valegro alles geben. Ich hatte im Vorfeld so meine Zweifel, weil er am ersten Tag hier in Lyon extrem heiß war und ich dachte, dass könnte heute grenzwertig werden. Aber sobald wir auf der Mittellinie eingeritten sind, hat er einfach seinen Job gemacht, und ich konnte beinahe das Maximum aus ihm herausholen“, fand Dujardin durchwegs lobende Worte für ihren so einzigartigen Erfolgspartner. Für die alles entscheidende Kür am morgigen Sonntag hat die 28-jährige Britin allerdings noch ein weiteres Ass im Ärmel. “Ich habe in den vergangenen Monaten an einer neuen Kür gearbeitet. Die Choreographie ist ziemlich cool, mit einem interessanten Part am Ende. Auch Carl (Hester Anm.) ist sehr angetan davon und ich freue mich schon unheimlich darauf, sie morgen das erste Mal vor Publikum reiten zu können."
Trabverstärkung à la Damon Hill: Viel besser geht nicht! © Tomas Holcbecher
Trabverstärkung à la Damon Hill: Viel besser geht nicht!
© Tomas Holcbecher
Eine weitere Bestätigung für die außergewöhnliche Klasse des diesjährigen Weltcupfinales lieferte Helen Langehanenberg. Die 31-jährige Deutsche ritt ihren Dunkelfuchshengst Damon Hill NRW als sechste Starterin auf 83,343 Prozent – und wurde dennoch „nur“ Zweite. Auch wenn dem Paar vielleicht die letzte Perfektion gemessen an Dujardin und Valegro (noch) fehlt, den beiden deutschen Dressurmeistern sieht man einfach immer wieder gerne zu. Besonders in den Trab- und Galoppverstärkungen, den Passagen und der Schritt-Tour konnten die Weltcupsieger des Vorjahres punkten und auch in Selbsthaltung und Anlehnung ist das Duo ein echtes Vorzeigemodell der neuen, leichten und pferdefreundlichen Dressur. „Ich bin super zufrieden“, sagte Langehanenberg nach ihrem Ritt. „Dami war beim Abreiten heute sehr kernig, aber das liebe ich ja an ihm.“ Kernig präsentierte sich der Hengst auch in den letzten Sekunden vor der Grußaufstellung, so dass sich die Reiterin kurzerhand entschloss, auf Nummer sicher zu gehen und die Prüfung lieber ein paar Meter früher zu beenden. Ein guter Schachzug der Deutschen, wie der Blick ins Protokoll verrät, denn bis auf den dänischen Richter bei F sah die Jury großzügig über diesen Kniff hinweg.
Da war heute einfach zu viel Sapnnung drin: Edward Gal und Glock"s Undercover schafften dank der doppelt bewerteten Piaffen, für die sie insgesamt fünf Mal die Höchstnote zehn erhielten, den Sprung über die 80-Prozent-Marke. Rang drei. © Tomas Holcbecher
Da war heute einfach zu viel Sapnnung drin: Edward Gal und Glock"s Undercover schafften dank der doppelt bewerteten Piaffen, für die sie insgesamt fünf Mal die Höchstnote zehn erhielten, den Sprung über die 80-Prozent-Marke. Rang drei.
© Tomas Holcbecher
Mit einem Übermaß an Sapnnung hatte auch Edward Gal zu kämpfen. Glock’s Undercover lief bereits beim Abreiten heiß, im Bewerb klappte es dann zwar etwas besser, dennoch fehlte es dem 13-jährigen KWPN-Wallach schlicht an Losgelassenheit. Das geriet dem Paar zwar in den nun mit dem Koeffizienten Zwei bewerteten Piaffen und den Passagen nicht unbedingt zum Nachteil, sehr wohl jedoch in den Grußaufstellungen, Verstärkungen, Wechseln und im Schritt. Mit 80,029 Prozent setzte sich das Duo dennoch deutlich vom Rest des Feldes ab und belegte Rang drei.

Trotz Charlotte Dujardins Überlegenheit werden die Karten morgen Sonntag in der Kür neu gemischt, denn der Grand Prix zählt lediglich als erste Standortbestimmung und hat keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Wer sich Dressur-Weltcupsieger 2014 nennen darf, wird kurz vor 17 Uhr feststehen. FEI-TV überträgt live aus Lyon ab 13 Uhr 30.

Die Ergebnisse im Detail können Sie hier nachlesen.
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