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14.04.2018

Weltcupfinale Paris: Werth bleibt Hallenkönigin, Weinbauer Dreizehnte

Nach ihrem Grand-Prix-Sieg haben Laura Graves und Verdades auch in der Kür alles in die Waagschale geworfen – gereicht hat es am Ende trotzdem nicht. Dafür sorgte eine Isabell Werth in maximalem Wettkampfmodus. Belinda Weinbauer und Söhnlein Brilliant MJ wurden nach Fehlern in den Wechseln Dreizehnte.

Die Wechseltouren - im Grand Prix noch ein absolutes Highlight - mutierten in der Kür des Weltcupfinales zum Stolperstein für Belinda Weinbauer und Söhnlein Brilliant MJ. © Tomas Holcbecher
Die Wechseltouren - im Grand Prix noch ein absolutes Highlight - mutierten in der Kür des Weltcupfinales zum Stolperstein für Belinda Weinbauer und Söhnlein Brilliant MJ.
© Tomas Holcbecher
Dabei waren Weinbauer und Söhnlein Brilliant super in ihre Prüfung gestartet. Nach einem perfekten Halt – da hatte der Wallach im Grand Prix noch gepatzt – ging’s gleich mutig los mit je zweimal Passage und Piaffe im Wechsel, kraftvollen Trabverstärkungen, Zickzack-Traversalen im Wechsel zwischen Passage und versammeltem Trab. Danach punktete das Paar mit einem tollen starken Schritt mit reichlich Übertritt und deutlicher Dehnungsbereitschaft. Dann der Galopp, eigentlich die große Stärke des Paares. Und auch da gab’s Vieles, für das man sich begeistern konnte. Etwa den super dynamischen und mit Mut zum Risiko gerittenen starken Galopp oder die gelungenen Zick-Zack-Traversalen.

Der erste Dämpfer kam mit den Zweierchangements. Da zeigte Söhnlein zwischen zwei Wechseln einmal einen Galoppsprung zu wenig. Dieser Fehler war nur der Vorbote für weitere die noch folgen sollten, denn auch die Einerchangements gelangen nicht störungsfrei, ebenso wie die nochmaligen Zweierwechsel unmittelbar vor dem Schlusshalt. Schade, ohne diese Patzer wäre der angestrebte Top-Ten-Platz locker drin gewesen. „Söhnlein hat einen super Job gemacht, gestern im Grand Prix war er fehlerfrei, heute in der Kür waren leider teure Fehler in den Einser- und Zweier-Wechseltouren dabei. Die Atmosphäre in der Halle war doch sehr dicht, die vielen Fotografen am Rande des Vierecks haben ihn auch etwas abgelenkt. Schade, denn Söhnlein war sehr motiviert, extrem frisch und wirklich gut zu reiten“, zog die 42-jährige Burgenländerin nach ihrem Ritt Bilanz. Trotzdem überwiegt die Freude über die Teilnahme in Paris. „Es war sehr aufregend, Österreich bei so einem Großereignis vertreten zu dürfen.

Wettkampfpause für Söhnlein Brilliant MJ

Für Söhnlein Brilliant MJ steht nach der Hallensaison jetzt erst mal eine Pause auf dem Programm. „Die hat er sich nach dieser langen erfolgreichen Wintersaison verdient, wir werden ausreiten gehen, er darf sich am Paddock austoben und wird so schnell kein Viereck mehr sehen“, so Weinbauer im OEPS-Interview. Die Weltreiterspiele stehen erst im September auf dem Programm, deshalb bleibt viel Zeit für den Aufbau für die Freiluft-Saison. „Wir haben eine Einladung für das CHIO Aachen, auf das wir uns wieder sehr freuen, daheim in Österreich gibt es die Turniere in Achleiten und Fritzens wo wir immer gerne dabei sind.“
Isabell Werth spielte in der Kür ihre ganze Routine aus ... © FEI | Liz Gregg
Isabell Werth spielte in der Kür ihre ganze Routine aus ...
© FEI | Liz Gregg

Werth und "Weihe" schlagen zurück

Im Rennen um den Weltcup-Sieg gab es die fast zu erwartende Revanche von Isabell Werth. Zwar hatten Laura Graves und ihr Verdades mit einem fehlerfreien Ritt ordentlich vorgelegt, ihre 89,082 Prozent reichten jedoch nicht um Werth und Weihegold vom Weltcup-Thron zu stoßen. Das deutsche Duo fand nach dem Galopp-Debakel vom Vortag wieder zurück in die Spur und ließ in der gesamten Prüfung keine Punkte liegen. Gemeinsam holten die Weltranglistenersten und Titelverteidiger alles heraus, was ging. Und das war eine ganze Menge. Die letzten eineinhalb Minuten ihres Rittes konnte sich Isabell Werth ein breites Grinsen über ihre wieder perfekt mitarbeitende „Weihe“ nicht verkneifen. Nach dem Schlusshalt gab’s dann auch die Werth’sche Siegerfaust. Die Richter quittierten die Darbietung mit 90,657 Prozent, die die erfolgreiche Titelverteidigung der deutschen Rekordreiterin besiegelten.

„Merci an Weihe, ich bin sehr, sehr glücklich über ihre fantastische Performance heute. Das war eine ihrer besten, wenn nicht sogar die beste Kür bisher“, schwärmte Werth. „Wir haben unsere Fehler von gestern analysiert und korrigiert. Gestern war nicht unser Tag, heute dafür aber umso mehr.“ Letztlich spielte Werth all ihre langjährige Erfahrung aus, die sie selbst auch als Vorteil gegenüber der Konkurrenz betrachtete. Jeder hatte sie und Weihegold im Vorhinein als haushohe Favoritin gehandelt. Der Zweite Platz im Grand Prix habe gezeigt, dass nicht immer alles so laufe wie erwartet, sagte Werth. „Wenn man so viele Jahre in diesem Sport ist, dann weiß man, wie schnell sich alles ändern kann. Das gibt einem aber auch das Selbstvertrauen, im Viereck immer das Beste zu geben.“
Isabell Werth und Weihegold haben ihren Titel erfolgreich verteidigt. Für Werth ist es der vierte Weltcupsieg ihrer Karriere. © FEI | Liz Gregg
... und verteidigte erfolgreich ihren Titel.
© FEI | Liz Gregg
Tränen der Freude flossen bei Werths Landsfrau Jessica von Bredow-Werndl. Zum fünften Mal in Folge hatte sie sich mit ihrem Unée BB für das Weltcup-Finale qualifiziert, zum dritten Mal wurden die beiden in Paris Dritte. Für den 17-jährigen KWPN-Hengst war es das letzte Weltcup-Finale. Und das beendete der schicke Gribaldi-Sohn mit einer persönlichen internationalen Bestleistung: 83,725 Prozent.

Alle Ergebnisse im Überblick gibt’s hier.

PM/ps
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