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04.12.2014

Wenn eingeweichtes Heu zum Bakterienherd wird

Das Einweichen von Heu wird heute vielerorts aus verschiedensten Gründen praktiziert, vor allem chronischen Hustern und Pferden mit Stoffwechselerkrankungen soll das nasse Raufutter das Leben erleichtern. Doch der Einweichvorgang kann auch eine dramatische Verschlechterung der Futterqualität nach sich ziehen. Das zeigt eine Studie britischer Forscher.

Laut einer britischen Studie ist Bedampfen die effektivste Methode um Bakterien und Schimmelpilze im Heu zu reduzieren. © pholidito - Fotolia.com
Laut einer britischen Studie ist Bedampfen die effektivste Methode um Bakterien und Schimmelpilze im Heu zu reduzieren.
© pholidito - Fotolia.com
Das Wässern von Heu wird zusehends populärer. Nicht nur lungenempfindliche Pferde reagieren positiv auf gewaschenes Raufutter, auch Rehe-Patienten, EMS-Pferde und Vierbeiner mit anderen Stoffwechselerkrankungen sollen vom getunkten Heu profitieren. Denn während durch den Einweichvorgang die Lungenpartikelkonzentration im Heu drastisch reduziert wird, kann auch der Gehalt an wasserlöslichen Kohlenhydraten deutlich verringert werden - was wiederum den gewünschten Effekt einer verminderten Glukosereaktion bei der Fütterung zur Folge hat.

Der Grad der Reduktion hängt jedoch stark von der Wässerungs-Methode ab, stellten britische Wissenschaftler im Rahmen einer jüngst im Wissenschaftsjournal PLOS One veröffentlichten Studie fest. In einer Gegenüberstellung vier unterschiedlicher Vorgänge (40 Minuten Bedampfen, bei 16 Grad Celsius über neun Stunden hinweg einweichen, 40 Minuten Bedampfung gefolgt von neun Stunden einweichen bei 16 Grad Celsius Temperatur bzw. umgekehrt) konnte das Team rund um Meriel Jean Scott Moore-Colyer die wasserlöslichen Kohlenhydrate um bis zu 53 Prozent reduzieren.

Gleichzeitig beobachteten die Forscher allerdings auch einen dramatischen Anstieg der mikrobiellen Verunreinigung des Futters mit Pilzen und Bakterien, wenn das Heu lediglich eingeweicht wurde ohne im Anschluss thermisch in einer Trocknungsanlage oder durch Bedampfen nachbehandelt zu werden. Der bis zu fünffache gesteigerte Wert könnte die positiven Aspekte des Wässerns zunichte machen und ein nicht zu unterschätzendes gesundheitliches Risiko darstellen, so das Fazit.

Als wirkungsvollste und gleichzeitig sicherte Variante, den Anteil an wasserlöslichen Kohlenhydraten zu reduzieren, erwies sich übrigens das neunstündige Einweichen des Heus gefolgt vom 40-minütigem Bedampfen. Auf diese Weise konnte nicht nur mehr als ein Drittel der Kohlenhydrate herausgewaschen werden, auch die Bakterienzahl wurde um bis zu 99 Prozent verringert. Der Bedampfer erwies sich auch als optimaler Verbündeter im Kampf  gegen Schimmelpilze. Durch die 40-minütigem Bedampfung des Heus konnte die Schimmel-Belastung signifikant reduziert werden, wobei es hier jedoch keinen Unterschied machte, ob das Heu zuvor trocken oder eingeweicht war.
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