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19.05.2011

Werden Pferde bald stubenrein?

Wenn es nach Alexander Kronsteiner und seinem Co-Erfinder Hermann Sonnleitner geht, sollen Boxenpferde künftig wie Hauskatzen nur noch an einer bestimmten Stelle ihr Geschäft verrichten.

Pferdemist © David MW
Solche Bilder sollen in Boxen bald der Vergangenheit angehören.
© David MW
Pferdemist zu entsorgen ist mit Problemen verbunden seit es die Pferdehaltung in Ställen gibt. Experten, Reiter und Stallbesitzer diskutieren über das Thema häufig kontrovers: Die einen plädieren für die tägliche Entfernung der gesamten oder zumindest eines Großteils der Einstreu. Dieses Verfahren ist zwar arbeitsaufwendig und materialintensiv, aber in der Regel hygienisch und damit angenehm fürs Pferd. Andere wiederum vertreten vehement die so genannte Matratzenstreu, die aus einer dicken Einstreuschicht besteht, bei der täglich nur Mist und nasse Bereiche entfernt werden und danach wieder mit zusätzlichem Stroh aufgefüllt wird.

Angesichts der wenig ausgeprägten technischen Innovationen in diesem Bereich, hat ein österreichischer Ingenieur jahrelang an einer Verbesserung getüftelt und ist nun fündig geworden. Tatsächlich wäre es eine Revolution in der Pferdehaltung, wenn es wirklich gelänge, die Idee von Alexander Kronsteiner und seines Co-Erfinders Hermann Sonnleitner in der Praxis zu verbreiten: das stubenreine Pferd. Wie Katzen im Haus auf ihr Kistchen gehen um ihr Geschäft zu verrichten, sollen Pferde nach seinem Konzept künftig nur noch auf eine Stelle misten. Und zwar dort, wo zuvor in der Box ein Gitterrost angebracht wurde, unter dem sich eine Auffanggrube befindet.

Konditionierung macht’s möglich

Wie aber das Pferd dazu bringen, das zu tun? Kronsteiners List: Das Pferd soll Futter zur Belohnung erhalten, just in dem Augenblick, in dem es (zunächst natürlich noch rein zufällig) seinen Mist auf den Gitterrost und damit in die Grube fallen lässt. Dabei handelt es sich im Grunde um eine ganz einfache Konditionierung. In der Grube sind Wärmesensoren und Kameras angebracht, die dem Futterautomaten in Sekundenschnelle die Nachricht vom erfolgten Geschäft übermittelt. Dieser wirft dann eine kleine Menge Kraftfutter ab, die per Computersteuerung von der normalen Tagesration abgezogen wird. Nach einiger Zeit soll das Pferd durch positive Verstärkung lernen, dass es sich lohnt, an eine bestimmte Stelle zu äppeln.

Firmenpartner gesucht

Als Vorteile für das so genannte "K-Boxs"-System werden von den Erfindern die Reduzierung des täglichen Aufwandes für die Boxenpflege, die Einsparung von Einstreu, die Verbesserung der Hygiene sowie der Luftqualität genannt. Außerdem blieben die Pferde sauberer, da sie sich nicht mehr in ihrem eigenen Mist wälzen könnten. Wie lange es dauerte, die Pferde an das System zu gewöhnen, ist wahrscheinlich von der Lernbereitschaft des einzelnen Tieres abhängig. Doch die Tests zeigen, dass es offenbar funktioniert. Nun sucht der Erfinder nach Unternehmen, die seine Idee aufgreifen und vermarkten. Seine Vision: Die Idee setzt sich durch und Pferde werden zukünftig zur Stubenreinheit erzogen.

Quelle: www.aid.de