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25.06.2013

Wie sicher ist die Pferde-Kennzeichnung mittels Mikrochip?

Die Kennzeichnung von Pferden mithilfe von Mikrochips hat in vielen Ländern den traditionellen Schenkelbrand abgelöst. Ob ein implantierter Mikrochip tatsächlich eine geeignete Alternative zum kontrovers diskutierten Brandzeichen ist, haben nun Wissenschafter der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersucht.

Eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigte, dass nur hochwertige Scangeräte gechippte Pferde wirklich verlässlich identifizieren. © Planet ID
Eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigte, dass nur hochwertige Scangeräte gechippte Pferde wirklich verlässlich identifizieren.
© Planet ID
Brandzeichen, Ohrmarken, Beringung, Tätowierung oder Microchips: Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Tiere zu kennzeichnen und so individuell unterscheidbar zu machen. Pferde werden üblicherweise mittels Brandzeichen markiert. Diese Praxis ist jahrhundertealt, sie bringt jedoch auch einige Komplikationen mit sich. So entstehen beim Brennen mitunter schlecht heilende Wunden, zudem sind Brandzeichen nicht selten auch schlecht lesbar. Diese Gründe haben dazu geführt, dass der Schenkelbrand in immer mehr Ländern vom implantierten Mikrochip nach und nach abgelöst wurde. Allerdings fehlte es bislang an umfassenden Untersuchungen zur Verträglichkeit und Verlässlichkeit derartiger Implantate beim Pferd. Christine Aurich und Manuela Wulf vom Graf Lehndorff Institut für Pferdewissenschaften der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben in ihrer Studie die Lesbarkeit von Mikrochips bei 428 Pferden mit verschiedenen Lesegeräten untersucht.

Nur Top-Geräte absolut zuverlässig

Die Forscher testeten drei verschiedene Scanner. Die verlässlichsten Ergebnisse erzielten die Wissenschafter mit dem hochwertigsten Gerät mit Digitalverarbeitungsfunktion und einem Filter gegen Störsignale. Dieses Gerät lokalisierte die Mikrochips zu 100 Prozent, wenn das Lesegerät auf der Halsseite angelegt wurde, auf der sich der Mikrochip befindet. Positionierten die Forscher den Scanner auf der gegenüberliegenden Halsseite, erkannte das Gerät auch von dort aus immerhin noch 90 Prozent der Implantate. Die beiden anderen Produkte schnitten mit Erfolgsraten zwischen 90 und 94 Prozent auf der richtigen, und mit 22 bis 27 Prozent auf der Gegenseite ab. „Es ist sehr wichtig, dass die Scanner jeden Mikrochip erkennen und auch korrekt auslesen. Nach unseren Untersuchungen können wir nur die Top-Liga unter den Scannern empfehlen“, fasst Manuela Wulf ihre Forschungserkenntnisse zusammen.

Mikrochips sind weniger gewebsverletzend als Brandzeichen

Zusammen mit Wissenschaftern vom Institut für Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchten die Forscher auch, ob implantierte Mikrochips gesundheitliche Folgen für die Tiere haben. Dazu analysierten sie Gewebeproben von 16 Pferden verschiedener Rassen und verschiedenen Alters. Die Proben stammten von verstorbenen Pferden, die der Vetmeduni Vienna zur Verfügung gestellt wurden. Ein genauer Blick auf die Implantationsstellen zeigte, dass die Chips sehr gut verträglich sind und im Regelfall keinerlei krankmachenden Auswirkungen auf das Gewebe haben. „Die Implantierung von Chips ist nicht nur die verlässlichere Methode zur Identifizierung der Tiere, sondern verursacht wesentlich geringere Gewebsverletzungen als Brandzeichen“, lautet das Resümee von Christine Aurich.

Das Kennzeichnen von Pferden ist in der EU-Richtlinie 504/2008 vorgeschrieben und seit 2010 in nationales Recht umgesetzt.
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