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13.11.2014

Winterschlaf bei Pferden – im Energiesparmodus durch die kalte Jahreszeit

Wer den Begriff Winterschlaf hört, denkt in erster Linie an Tiere wie den Siebenschläfer, das Murmeltier oder den Igel, das Pferd gehört mit Sicherheit nicht dazu. Eigentlich zu Unrecht, denn Wissenschaftler haben entdeckt, dass zumindest auch wildlebende Pferde in der kalten Jahreszeit in eine Art Stand-by-Modus umschalten können.

Sie sind zwar keine Murmeltiere, halten aber trotzdem eine Art Winterschlaf: Przewalski-Wildpferde. © Petra Eckerl - fotolia.com
Sie sind zwar keine Murmeltiere, halten aber trotzdem eine Art Winterschlaf: Przewalski-Wildpferde
© Petra Eckerl - fotolia.com
Zwei Jahre lang haben sich Wissenschaftler von der Veterinärmedizinischen Universität Wien intensiv mit einer Herde Przewalski-Pferde im Nationalpark Neusiedlersee- Seewinkel beschäftigt und dabei herausgefunden, dass die Wildpferde in der kalten Jahreszeit mehrere Gänge zurückschalten. Während ihr Herz zum Beispiel im Frühjahr im Durchschnitt etwa 89 Mal pro Minute schlägt, sind es in den Wintermonaten nur noch 44 Schläge. Weil die Stoffwechselaktivität so auf etwa die Hälfte sinkt, wird nicht mehr der gesamte Pferdekörper gleichmäßig warmgehalten, die Körperoberfläche und auch die Beine kühlen aus. Das macht sich auch in der Unterhaut der Tiere bemerkbar, die zwischen Juni und Oktober durch- schnittlich 36,2 Grad Celsius aufwies, im Winter hingegen oft stundenlang nicht wärmer als 32 Grad wurde. Manchmal sank die Temperatur sogar unter 25 Grad.

Auch die Verdauung passt sich an die äußeren Bedingungen an. So dauert es im Winter länger, bis das Futter den Darm passiert hat. Diese nützliche Einrichtung der Natur ermöglicht es, dass karge und schwer verdauliche Winterfutter besser verwertet wird.
 
Wenn im Winter das Futter knapp wird und die Energiereserven größtenteils aufgebraucht sind, können auch Pferde in den Energiesparmodus umschalten. © Rita Kochmarjova - fotolia.com
Wenn im Winter das Futter knapp wird und die Energiereserven größtenteils aufgebraucht sind, können auch Pferde in den Energiesparmodus umschalten.
© Rita Kochmarjova - fotolia.com

Energiesparen hat seinen Preis

Zwar ist der Energiesparmodus für die Pferde im Winter unheimlich praktisch, doch hat er auch seine negativen Seiten, denn auf ihren klammen Beinen können sich die Przewalski-Pferde lange nicht mehr so flink bewegen wie in den Sommermonaten, wehsalb eine schnelle Flucht vor Fressfeinden fast unmöglich wird. Aus diesem Grund nutzen Pferde ihre Energiespartricks nur dann, wenn ihnen keine andere Wahl bleibt. Das ist meist gegen Ende des Winters der Fall, wenn das Futter knapp wird und die Energiereserven größtenteils aufgebraucht sind.

Doch woher wissen die Tiere, wann Energiesparen angesagt ist? Die Przewalski-Pferde richten sich vornehmlich nach der Jahreszeit. Unbeirrt drosseln sie jeden Winter zur gleichen Zeit ihren Stoffwechsel – selbst wenn es zu dieser Zeit ungewöhnlich warm sein sollte und das Futterangebot noch reichlich ist.

Ob auch unsere Hauspferde die Kunst des „Beinahe-Winterschlafs“ beherrschen, ist nicht ganz geklärt. Wissenschaftler halten es zumindest bei den älteren, ursprünglichen Rassen für möglich.
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