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08.02.2012

Xenophon bestürzt über Janssen-Verpflichtung

Während sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung über die geplante Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Dressurreiter Matthias Alexander Rath und dem holländischen Chefcoach Sjef Janssen weiterhin in Schweigen hüllt, findet der Verein Xenophon in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme klare Worte.

"Die Gesellschaft Xenophon e.V. ist bestürzt über die Nachricht, dass Matthias Alexander Rath, ein Mitglied des deutschen Championatskaders Dressur, mit Sjef Janssen arbeiten möchte - einem Trainer, der nachweislich ein bekennender Vertreter, wenn nicht sogar der Erfinder, der sogenannten Rollkurmethode ist und diese sogar als neue, zeitgemäßere Reitlehre apostrophiert.

Kadermitglieder in Deutschland unterschreiben eine Vereinbarung mit dem Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR). Das bedeutet auch, dass sie sich verpflichten, im Bewusstsein der Vorbildfunktion, die sich aus der Kaderzugehörigkeit ergibt, mit besonderer Sorgfalt, das Ansehen des Pferdesports sowie die Grundsätze der Fairness und des Tierschutzes zu wahren. Außerdem erklären sie damit, dass sie u.a. die Bestimmungen der Leistungsprüfungsordnung (LPO) und die anerkannten Ausbildungsgrundsätze anerkennen. Die von Sjef Janssen vertretene Methode ist nach unserer Erkenntnis nicht mit den Grundsätzen einer pferdegerechten Ausbildung vereinbar, so wie es in den Richtlinien für Reiten und Fahren festgehalten ist. Die Richtlinien sind ein Teil der LPO.

Wir bedauern zutiefst, dass Matthias Alexander Rath mit der Institution Schafhof, wo sich seit Jahren die deutschen Kaderreiter auf Championate vorbereiten und die sich immer der pferdegerechten, klassischen Ausbildung verpflichtet gefühlt hat, diesen umstrittenen Weg beschreiten will.

Wir hoffen dringend, dass seitens der verantwortlichen Institutionen, vor allem des DOKR, der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und der Deutschen Richtervereinigung, Reaktionen erfolgen, die die Verantwortlichen zu einem Umdenken bewegen können.", beziehen Aufsichtsrat und Ehrenrat von Xenophon auf der Vereinshomepage klare Stellung.

Eine derartige Reaktion ist nicht weiter verwunderlich, gehörte doch Xenophons 1. Vorsitzender Klaus Balkenhol einst zum Trainerstab von Matthias Alexander Rath.

Dass der junge Kaderreiter dringend Unterstützung braucht, wurde am vergangenen Sonntag bei dessen Auftritt mit Totilas bei der Hengstschau in Vechta mehr als deutlich. Der erste öffentliche Auftritt des Paares seit den Dressureuropameisterschaften im vergangenen August geriet zu einem Desaster vor anwesendem Publikum. Während ursprünglich eine Kür geplant war, musste aufgrund großer Kommunikationsprobleme zwischen Hengst und Reiter das Programm umgestoßen werden und Vater Klaus Martin Rath unterstützend mit Anweisungen für den Sohn via Mikrofon einschreiten. Ein von der deutschen Reiterrevue zur Verfügung gestelltes ungeschnittenes Video der Darbietung erreichte binnen kürzester Zeit weit über 80.000 Klicks und sorgte für hitzige Diskussionen vor allem in deutschen und holländischen Foren. Offen bleibt die Frage, ob für diese Paarung überhaupt noch eine Chance besteht zusammenzuwachsen - und ob die Verpflichtung des umstrittenen Trainers Sjef Janssen tatsächlich die Lösung aller Probleme sein kann.

Matthias Rath und Totilas in Vechta