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23.08.2017

Züchter lässt Stute aus Versicherungsgründen qualvoll verenden

Weil er sich einer Versicherungszahlung sicher sein wollte, ließ ein 70-jähriger Züchter seine schwer kolikende Stute trotz dringender Empfehlung des Tierarztes nicht einschläfern. Die Stute starb unter starken Schmerzen, der Züchter wurde vom Gericht zu 2.700 Euro Strafe verurteilt.

Aus Angst, die Versicherung könnte die Entschädigungssumme in Höhe von 20.000 Euro nicht zahlen, ließ ein Warsteiner Pferdezüchter seine Stute qualvoll an einem Darmverschluss verenden. (Symbolfoto) © Jonnysek - fotolia.com
Aus Angst, die Versicherung könnte die Entschädigungssumme in Höhe von 20.000 Euro nicht zahlen, ließ ein Warsteiner Pferdezüchter seine Stute qualvoll an einem Darmverschluss verenden. (Symbolfoto)
© Jonnysek - fotolia.com
Der Fall reicht in den November des Vorjahres zurück. Als bei einer preisgekrönten Zuchtstute eine schwere Kolik diagnositziert wurde, empfahl der behandelnde Veterinär nach der Verabreichung hoch dosierter Schmerz- und Beruhigungsmittel das Tier schnellstmöglich zu erlösen.

Weil die Stute gegen Unfall und Tod mit 20.000 Euro versichert war, wollte der Besitzer, ein 70-jähriger Züchter aus Warstein, jedoch zuerst noch seine Versicherung kontaktieren. In einem Gespräch zwischen dem Sachverständigen des Versicherungsunternehmens und dem behandelnden Tierarzt kam man überein, dass eine Euthanasie des Pferdes die beste Lösung sei.

Doch dazu sollte es nicht kommen, denn der Pferdebesitzer beharrte zur Absicherung auf eine schriftliche Erlaubnis zur Nottötung. Die wollte ihm der Versicherungsarzt jedoch nicht ausstellen. „Es muss reichen, wenn ich die Freigabe mündlich erteile, weil die Ursache bei der späteren Sektion sowieso nachgewiesen wird“, sagte der Sachverständige bei der Verhandlung im Amtsgericht Warstein.

Darauf  wiederum, wollte sich der Pferdebesitzer nicht verlassen. In den nachfolgenden Stunden verharrte der 70-Jährige bei seiner Stute, bis diese schließlich in der Mittagszeit des Folgetages qualvoll verendete. Ein Darmverschluss hatte zu einer sekundären Magenüberladung geführt. Die Stute starb an einem geplatzen Magen. „Dass sind irre Schmerzen, das Tier hat trotz der Medikamente gelitten“, sagte eine Mitarbeiterin des Kreisveterinäramts während der Verhandlung.

Dass er in der Situation falsch gehandelt haben könnte, sah der Züchter nicht. „Ich bin der Ansicht nach bestem Wissen und Gewissen alles getan und dem Tier keinen Schaden zugefügt zu haben“, beharrte der Angeklagte.

Das Gericht kam zu einer anderen Einschätzung und verurteilte ihn zu einer Geldbuße in der Höhe von 2.700 Euro wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz durch Unterlassen. „Sie haben die Nottötung verweigert und das Tier dadurch weiter leiden lassen“, warf Richterin Schmidt-Wegener dem Angeklagten vor. Wahrscheinlich, so fügte sie hinzu, „musste es über Stunden in der Box liegen aus Angst, dass die Versicherung die 20.000 Euro nicht zahlt.“

Von der Verhängung eines Tierhaltungsverbotes sah das Gericht ab. Der Warsteiner habe die Stute immerhin 26 Jahre versorgt und sich bis zu ihrem Tod um sie gekümmert“, lautete die Begründung der Richterin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle

ps
 
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