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04.04.2018

Zwei Drittel der Reitpferde haben Veränderungen an der Halswirbelsäule

Schmerzen und Steifheit im Halsbereich sind häufige Probleme bei Reitpferden. Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge könnten sie aber nur die Spitze des Eisberges sein. Laut einer US-amerikanischen Studie haben knapp zwei Drittel der sportlich genutzten Pferde knöcherne Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule.

Viele pathologische Veränderungen im Halsbereich des Pferdes bleiben unentdeckt. © www.slawik.com
Viele pathologische Veränderungen im Halsbereich des Pferdes bleiben unentdeckt.
© www.slawik.com
Der Pferdehals spielt in der Reiterei eine entscheidende Rolle. Aufgrund seiner Länge, Lage und Beweglichkeit dient er dem Pferd als Balancierstange mit deren Hilfe es sein Gleichgewicht kontrolliert. Die Beherrschung dieses Gleichgewichts ist eines der Kernthemen der Reiterei. Wer den Pferdehals nach seinen Wünschen beeinflussen kann, ist auch in der Lage die Balance des Pferdes zu kontrollieren. Kein Wunder, also, dass die Positionierung des Pferdehalses häufig im Zentrum der reiterlichen Bemühungen steht – was für das Pferd durchaus auch unerwünschte Folgen mit sich bringen kann.

Steifheit und Schmerzen in diesem Bereich sind ein verbreitetes Problem, insbesondere bei Sportpferden. Gewöhnlich richtet sich die Aufmerksamkeit der Behandlung dabei auf das Pferdegenick. Meist unbeachtet und damit auch unentdeckt bleiben hingegen Veränderungen im Bereich der übrigen Halswirbel. Dabei treten hier besonders häufig Probleme auf, so das Fazit einer Studie US-amerikanischer Forscher um Dr. Kevin Haussler, Dozent für Veterinärmedizin an der Universität von Colorado.

72 Prozent mit knöchernen Abnormitäten

Untersuchungen an 56 euthanasierten Pferden, deren Tod nicht im Zusammenhang mit Problemen im Hals- und Genickbereich stand, ergaben, dass 72 Prozent der Tiere knöcherne Veränderungen im Bereich zwischen dem zweiten Halswirbel und dem dritten Brustwirbel aufwiesen. Die abnormen Veränderungen reichten in ihrem Ausmaß von leicht (28 Prozent) über moderat (22 %) bis hin zu schwer (5 %).  

In den meisten Fällen handelte es sich um arthrotische Veränderungen an den Wirbeln selbst, aber auch Verknöcherungen an Gelenken und Muskelansatzbereichen wurden festgestellt. Häufig hatten betroffene Pferde gleich mehrere Probleme.

Ältere, große Pferde besonders betroffen

Die Pferde waren zuvor in unterschiedlichen Disziplinen zum Einsatz gekommen, entstammten verschiednen Rassen und deckten hinsichtlich Größe und Alter ein breites Spektrum ab. Eine besondere Häufung von knöchernen Veränderungen war bei älteren und großgewachsenen Pferden festzustellen, wie Dr. Haussler erklärt.

Weitere Untersuchungen notwendig

Die Frage, warum knöcherne Veränderungen im Halsbereich derzeit in so vielen Fällen unentdeckt bleiben, beantwortete der erfahrene Sportmediziner damit, dass viele betroffenen Pferde keine offensichtlichen Anzeichen von Unbehagen oder Schmerzen erkennen lassen. Davon abgesehen könnten viele der pathologischen Prozesse durch routinemäßige Diagnoseverfahren nicht sichtbar gemacht werden. Noch ungeklärt ist, welche konkreten Knochenveränderungen für Schmerzen und Steifheit im Halsbereich mitverantwortlich sind. Um das herauszufinden, werden noch weitere Untersuchungen nötig sein.

Quelle

ps
 
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