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31.08.2014

Zweimal Gold für Deutschland

Deutschlands Vielseitigkeitsreiter schlugen beim Finale groß zu und holten sich sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel die WM-Titel. Sandra Auffahrt entthronte dabei mit Opgun Louvo ihren Landsmann und Titelverteidiger Michael Jung, der aber dennoch über Silber jubeln durfte. Österreichs Springreiter sind mittlerweile eingetroffen und fiebern dem ersten Einsatz entgegen.

Sandra Auffahrt wurde verdiente Weltmeisterin in der Vielseitigkeit: Hier mit Opgun Louvo im Gelände. © Tomas Holcbecher
Sandra Auffahrt wurde verdiente Weltmeisterin in der Vielseitigkeit: Hier mit Opgun Louvo im Gelände.
© Tomas Holcbecher
Man merkte gerade jenen Pferden, die im Gelände forciert wurden, die Strapazen des gestrigen Wettkampfes doch an. So musste etwa der Australier Andrew Nicholson, der seinen Nereo auf den letzten Metern der Cross Country-Strecke ins Ziel pushte, nicht weniger als drei Abwürfe verzeichnen. Ganz anders hingegen das deutsche Medaillenpaar. Michael Jung trug "Ersatzpferd" Rocana (Weltmeister und Olympiasieger Sam musste ja verletzt zu Hause bleiben) dank seiner Springreit-Routine behutsam über den Sprungparcours und blieb ebenso fehlerfrei wie Sandra Auffahrt, deren Opgun Luovo scheinbar Cavaletti-Arbeit absolvierte. Mit einer ebensolchen Nullrunde seines Chilli Morning hätte William Fox-Pitt den Titel in der Tasche gehabt, aber der Brite versemmelte mit einem Fehler am ersten Sprung das zum Greifen nahe Gold. Er konnte sich mit der Bronzenen und einer Mannschaftssilbermedaille trösten. Sensationell arbeitete sich noch die niederländische Equipe auf den dritten Mannschaftsrang vor.
Dieter Köfler und sein Emir. © Tomas Holcbecher
Dieter Köfler und sein Emir.
© Tomas Holcbecher
Für Österreich steht nun auch das Springreitteam für die am Dienstag beginnenden Bewerbe fest: Dieter Köfler mit Emir vh Moleneind, Astrid Kneifel mit Royal des Bissons, Markus Saurugg mit Texas I und Stefanie Bistan mit Boogegardens Apollonia. Die vier absolvierten ebenso wie Ersatzmann Roland Englbrecht mit seinem Poorboy frühmorgens den Vet-Check.
Stefanie Bistan und ihre Apollonia. © Tomas Holcbecher
Stefanie Bistan und ihre Apollonia.
© Tomas Holcbecher
Rudi Kronsteiner voll in Action, da gibt es keine Nervosität mehr. © Tomas Holcbecher
Rudi Kronsteiner voll in Action, da gibt es keine Nervosität mehr.
© Tomas Holcbecher

Rudi hui, Mandy pfui

Die Erfolge der österreichischen Reiter in Caen finden auch ihren Niederschlag in den offiziellen WEG-Aussendungen, in denen die wichtigsten Sportler in den einzelnen Disziplinen porträtiert werden. Gab es zu Beginn gleich eine Geschichte über Pepo Puch, so folgte jetzt ein Feature über unseren Mannschafts-Bronzenen und Einzelfünften Rudi Kronsteiner. Er war ja der erste europäische Westernreiter, der eine Million Dollar gewann. Bis zum heutigen Tag gelang dies aus Europa nur dem Belgier Bernard Fonck.

Der in Deutschland lebende 38jährige Kronsteiner holte sich bisher alle europäischen Titel, die es zu gewinnen gibt. Der Profireiter wurde auch dreifacher FEI World Reining Masters-Champion. Die Pressemeldung gab auch Einblicke ins Private: "Mit dem Druck umzugehen ist immer mein Problem gewesen, auch als ich schon sehr erfolgreich war. Hier muss ich meiner Frau Steffi danken, die mir vor dem Wettkampf die Panik nimmt. Nur wenn ich mit meinem Pferd arbeite, dann kann ich mich voll konzentrieren und bin fokussiert."
Dr Lee Hook beim perfekten sliding stop. © Tomas Holcbecher
Dr Lee Hook beim perfekten sliding stop.
© Tomas Holcbecher
Mit 10 Jahren war Kronsteiner zum Pferdesport gekommen, aber erst mit seinem ersten Reining-Pferd Shades of Wonder entflammte die totale Begeisterung. Und die hält bis zum heutigen Tag an, das sah man am Samstagabend bei seinem fünften Platz in der WM. Was man dort aber leider auch sah, das war der Umgang der amerikanischen Medaillengewinner mit ihren Pferden. Über Weltmeister Shawn Flarida kursierten bald Bilder vom Abreitplatz durchs Netz, auf denen er die Nasenspitze seines Pferdes bis auf die Schulter zog. Und auch Bronzemedaillengewinnerin Mandy McCutcheon zog ihr Pferd nach der Prüfung wie einen Einkaufswagen hinter sich her – dabei hatte ihr Quarterhorse Yellow Jersey gerade Schwerstarbeit absolviert!
Johanna und Meli in der Stallgasse. © Ruth Büchlmann
Johanna und Meli in der Stallgasse.
© Ruth Büchlmann