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11.03.2014

Kampf dem Wurm mit Kokosnuss und Zwiebel

Könnte eine Mischung aus Zwiebelpulver und Kokosflocken künftig die handelsüblichen Wurmpasten überflüssig machen? Möglich wäre es, wie eine Studie aus Deutschland zeigt, die den Einsatz der ungewöhnlichen Mixtur an 20 Pferden testete und dabei zu verblüffenden Ergebnissen kam.

Ein neuer Lichtblick für Wurmpastenverweigerer und Befürworter natürlicher Anthelminthika: Eine Zehn-Tages-Kur aus mikronisierten Zwiebeln und Kokosflocken macht Würmern den effektiv Gar aus, sagt eine Studie deutscher Wissenschaftler. © Sven Cramer - Fotolia.com
Ein neuer Lichtblick für Wurmpastenverweigerer und Befürworter natürlicher Anthelminthika: Eine Zehn-Tages-Kur aus mikronisierten Zwiebeln und Kokosflocken macht Würmern den effektiv Gar aus, sagt eine Studie deutscher Wissenschaftler.
© Sven Cramer - Fotolia.com
Der Ruf nach natürlichen Entwurmungsmitteln wird spätestens seit dem stetig größer werden Problem der Resistenzentwicklung immer lauter. Weil derzeit keine neuen Wirkstoffe in Sichtweite sind, beschäftigen sich Wissenschaftler, wie der deutsche Parasitologe-Papst Prof. Dr. Heinz Mehlhorn von der Universität Düsseldorf, mit der Entwicklung neuer effizienter Mittel im Kampf gegen Wurm und Co. Dass die mitunter gar nicht dem Chemielabor entspringen müssen, sondern direkt aus Mutter Naturs großem Garten kommen können, beweisen die Ergebnisse einer unlängst veröffentlichen Studie, bei der ein Team rund um Mehlhorn 20 Testpferde zehn Tage lang mit zwei unterschiedlichen Gemischen aus Zwiebelpulver und Kokosflocken behandelte. Während Variante eins nur um Glukosepulver zur Geschmacksverbesserung ergänzt wurde, wurde Variante zwei durch die Beigabe einer Müslimischung der Firma Höveler aufgepeppt – was bei den Testpferden deutlich mehr Anklang fand.

Vor dem Testlauf wiesen die Kotproben aller Pferde noch einen Befall von Rund-, Spul- und Bandwürmer unterschiedlichen Ausmaßes auf. Mit Fortschreiten der Behandlung reduzierte sich die Wurmbürde jedoch enorm. Das zeigten die Proben, die nach drei, fünf und zum Abschluss nach zehn Tagen entnommen wurden. Bis auf jene Pferde, die die Zwiebel-Kokos-Kombination aus Akzeptanzgründen verweigerten, waren die Kotproben aller Pferde nach Abschluss des Experiments nahezu frei von Wurmeiern und -larven.

Während die wurmreduzierenden Eigenschaften beider Mischungen damit auf ganzer Linie überzeugten, könnte die Akzeptanz bei manchen Pferden ein Problem darstellen, so das Resümee der Forscher. Die Müsli-Variante, bestehend aus je 25 Prozent Zwiebelpulver und Kokosflocken plus 50 % Pferdemüsli wurde aufgrund der größeren Beliebtheit bei den Probanden mittlerweile patentiert. Sie ist derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Katar erhältlich und soll bald auch in Deutschland auf den Markt kommen.

Zum Nachkochen ungeeignet

Wer jetzt damit liebäugelt, handelsübliches Zwiebelpulver mit Kokosflocken zu mischen um sich in Eigenregie ein günstiges Entwurmungsmittel selbst zu mixen, muss leider enttäuscht werden. Nur in mikronisierter Form, d. h. in winzig kleine Partikel zermahlen, kann der ungewöhnliche Cocktail seine volle Wirkung entfalten. Die geringe Teilchengröße ermöglicht eine flächendeckende Verbreitung im gesamten Pferdedarm, zudem ist der Geschmack durch die Mikronisierung bei weitem nicht mehr so intensiv und die Mixtur damit leichter ins Pferd zu bekommen.

Davon abgesehen ist Zwiebel für den Pferdeorganismus nicht ganz unbedenklich. Neben Blähungen und Verdauungsproblemen kann eine Überdosierung des Lauchgewächs eine Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse) bewirken und der Entstehung einer Anämie Tür und Tor öffnen. Die Verwendung des Kokosnuss-Zwiebelmischung ist deshalb nur in Absprache mit einem  Veterinär empfohlen.
Die Ergebnisse der Studie "Nature helps: food addition of micronized coconut and onion reduced worm load in horses and sheep and increased body weight in sheep." wurde im Wissenschaftsmagazin Parasitology Research, Nr. 113, im Jänner 2014 veröffentlicht.

Quelle
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