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16.02.2017

Gebisslos auf Dressurturnieren – für die FEI weiterhin kein Thema

Ihr Pferd ohne Metall im Maul im sportlichen Wettkampf auf Dressurturnieren vorstellen zu können, ist ein sehnlicher Wunsch zahlreicher Reiter. Doch abgesehen von wenigen Ausnahmen heißt es für sie sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene vorerst noch „bitte warten“.

Vielfach gefordert, weiterhin nur in wenigen Ländern möglich: die Teilnahme an konventionellen Dressurturnieren mit gebissloser Zäumung. © Tierfotoagentur.de
Vielfach gefordert, weiterhin nur in wenigen Ländern möglich: die Teilnahme an konventionellen Dressurturnieren mit gebissloser Zäumung.
© Tierfotoagentur.de
Denn der Weltreiterverband gibt sich in dieser Angelegenheit weiterhin unnachgiebig. Klar macht dies eine aktuelle Stellungnahme des britischen Dressur-Dachverbandes. Diese folgte dem Ansuchen einer Reiterin, die den Verband dazu aufforderte sein Reglement dahingehend zu ändern, dass Pferde im Rahmen von nationalen Dressurturnieren künftig auch mit gebisslosen Zäumungen vorgestellt werden dürfen.

„Es ist mir bewusst, dass eine Regeländerung zweifellos auf Gegenargumentation stoßen und Befürchtungen bei bestehenden Mitgliedern wecken würde. Aus meiner Sicht sind das aber alles keine Gründe, Regelanpassungen zum Wohle des Pferdes nicht durchzuführen“, argumentierte die britische Reiterin Tam Russel in ihrem Brief an British Dressage (BD). „Ein gebisslos gerittenes Pferd stellt mit Sicherheit keine Bedrohung für ein Pferd dar, das konventionell vorgestellt wird. Und sollte es doch eine sein: Wäre das nicht ein Grund mehr, die archaische Haltung in der Reiterwelt verstärkt zu thematisieren?“

Tam Russels Ansuchen ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren haben sich immer wieder zahlreiche Reiter Großbritanniens für eine Zulassung gebissloser Zäumungen auf Dressurturnieren stark gemacht. Bislang jedoch vergeblich. Denn British Dressage hält vehement an seinem bestehenden Reglement fest. Man habe die Angelegenheit in der Vergangenheit bereits ausführlich diskutiert und sei zu dem Entschluss gekommen, den zahlreichen Forderungen nicht nachzugeben, meinte dazu Jason Brautigam, Generaldirektor bei BD, in einer Stellungnahme des Verbandes.

Maßgeblicher Grund dafür sei auch die Haltung der internationalen Reitervereinigung: “Wir haben uns in dieser Angelegenheit mit der FEI beratschlagt und der Weltreiterverband hat ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass er vorerst keine gebisslosen Zäumungen auf Dressurturnieren in Betracht zieht."

Für BD sei es „von entscheidender Wichtigkeit, dass allen Turnierstartern gleiche Wettbewerbsbedingungen“ geboten würden, und das schließe die erlaubte Ausrüstung mit ein. Außerdem sei die Akzeptanz des Gebisses ein grundlegendes Prinzip der Dressur. „Diesen Grundsatz zu ändern hätte weitreichende Folgen, nicht zuletzt da sich die nationale Wettbewerbsstruktur auf internationaler Ebene fortsetzt“, argumentierte Brautigam weiter. „Schon allein aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass wir uns auf einer Linie mit der FEI bewegen.

Vorreiter Niederlande

Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick in die Niederlande. Nach einer drei Jahre dauernden Testphase gab der niederländische Verband KNHS 2014 grünes Licht für gebisslose Zäumungen in den Dressur-Einsteigerklassen. Seit 2016 darf bis M-Niveau ohne Metall im Maul gestartet werden. Davor hatte man gesonderte Bewerbe für gebisslose Dressuren veranstaltet.

Letztere sind derzeit auch die einzige Möglichkeit für Freunde gebissloser Reiterei in Deutschland ihr Pferd turniermäßig vorzustellen. Die FN hat den immer stärker aufkeimenden Wunsch seiner Mitglieder mit gebissloser Zäumung an Turnieren teilnehmen zu können erkannt und trägt diesem in der neuen Wettbewerbsordnung Rechnung. Ab 2018 soll es erstmals spezielle Wettbewerbe geben, in denen ausschließlich mit gebissloser Zäumung/Halsring geritten wird. Dazu zählen Geschicklichkeits- oder Rittigkeitswettbewerbe, Trails oder offene Küren.

Horse & Hound/ps
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