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08.06.2017

FEI-Tribunal fällt mildes Urteil nach tragischem Tod eines Springpferdes

Im Oktober 2016 kam ein Springpferd während des Trainings auf einem Mehrtagesturnier in Frankreich zu Tode. Sein irischer Reiter sah sich danach mit schweren Anschuldigungen konfrontiert, er hätte den Wallach durch heftige Schläge in den Tod getrieben. Nun gibt es ein Urteil in der Sache.

© lichtreflexe - fotolia.com
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Wie genau sich der Tod des zehnjährigen Wallachs Flogas Sunset Cruise zugetragen hat, darüber gibt es geteilte Meinungen. Mehrere Zeugen wollen gesehen haben, wie Thornton das Pferd über einen längeren Zeitraum hinweg auf der Rennbahn der Anlage in Cagnes-Sur-Mer immer wieder mit der Gerte geschlagen und in hohem Tempo gehetzt habe bis es schließlich unter seinem Reiter zusammenbrach und an Ort und Stelle verstarb. Thornton indes bestritt die Vorwürfe. Er habe Flogas Sunset Cruise weder übermäßig belastet noch misshandelt. Vielmehr sei er den Wallach maximal 20 Minuten geritten und habe ihm, weil er zum Ausgang gedrängelt habe, dort zwei Schläge mit der Gerte verpasst. Rückendeckung erhielt Thornton von den Besitzern des Pferdes, die sich den Aussagen des 28-jährigen Iren anschlossen.

Nur wenige Wochen nach dem Vorfall, der international für großes Aufsehen sorgte, leitete der Weltreiterverband ein Verfahren gegen Thornton ein. Dieses ist nun zu einem Abschluss gekommen. Wie die FEI am Mittwoch mitteilte, hat das FEI-Tribunal Kevin Thornton für schuldig befunden. Für den Springreiter bedeutet das eine viermonatige Turniersperre nebst 5.000 Schweizer Franken Strafe und weiteren 5.000 Franken Verfahrenskosten.

In seinen Ausführungen erklärte das FEI Tribunal, dass Thorntons Verhalten gegenüber dem Pferd „ein annehmbares Maß bei Weitem überschritten habe“. Das Urteil sei gefällt worden „mit der Zuversicht, dass das Pferd wiederholt geschlagen worden sei, vehement und exzessiv und mit Sicherheit häufiger als die von Kevin Thornton angeführten drei Mal.“

Weiters führte die FEI aus, dass „selbst wenn das Pferd überlebt hätte, die FEI ein Verfahren  wegen Tierquälerei gegen den Reiter eröffnet hätte“. Weil die Autopsie den Grund für den Tod von Flogas Sunset Cruise nicht ans Licht bringen konnte, „habe man nicht auf Basis der potenziellen Verantwortung von Kevin Thornton für den tragischen Tod des Pferdes entschieden“.

Trotz des Schuldspruchs ist man bei der FEI nicht recht glücklich über das gefällte Strafmaß. „Die FEI ist in diesem Fall für das Wohl der Pferde eingetreten, indem sie die Angelegenheit vor das FEI Tribunal gebracht hat und angesichts der Schwere dieses Vorfalls hätte ich mir wirklich eine weit härtere Strafe erwartet“, wird FEI Generalsekretärin Sabrina Ibáñez in einer Aussendung des Weltreiterverbandes zitiert. „Für die FEI war es wichtig, dass der Tatbestand des Pferdemissbrauchs durch das Schiedsgericht bestätigt wurde. Wir hatten um eine zweijährige Sperre angesucht, aber das Strafausmaß ist Sache des Tribunals und wir respektieren dessen Unabhängigkeit“, erklärte Ibáñez weiter.

Das Urteil kann bis zum 6. Juni vor dem internationalen Sportgerichtshof angefochten werden.

ps