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25.07.2017

Magengeschwüre beim Pferd: Richtige Diät verbessert Therapieerfolg nachhaltig

Magengeschwüre sind bei Pferden weit verbreitet, ein medikamentöse Behandlung die gängigste Therapie. Dass ihr Langzeiterfolg maßgeblich von einer angepassten Fütterung abhängig ist, zeigt eine aktuelle Studie.

Laut Studien leiden 70 bis 95 % der Rennpferde und 58 % der aktiven Turnierpferde unter Magengeschwüren. © www.slawik.com
Laut Studien leiden 70 bis 95 % der Rennpferde und 58 % der aktiven Turnierpferde unter Magengeschwüren.
© www.slawik.com
Magengeschwüre gelten beim Pferd als Volkskrankheit. Rund 90 Prozent der Rennpferde sollen darunter leiden, und auch bei Sport- und Freizeitpferden wird die Zahl der betroffenen Tiere auf hohe 30 bis 60 Prozent geschätzt.  

Verantwortlich für die Entstehung der krankhaften Läsionen ist ein erhöhter Säuregehalt. Gerät der Säurehaushalt des Pferdemagens erst einmal aus der Balance, funktioniert der natürliche Schutzfilm der Magenschleimhaut nicht mehr ausreichend. Es kann zu Reizungen und schließlich zu Geschwüren kommen, die für das Pferd ausgesprochen schmerzhaft sind.

Zur Therapie werden vornehmlich Medikamente eingesetzt, die die Produktion der Magensäure reduzieren (Protonenpumpenhemmer). Auf diese Weise wird der Übersäuerung effektiv entgegengewirkt und ein Milieu geschaffen, in dem die geschädigte Schleimhaut heilen kann.

Mit der Verabreichung von Medikamenten allein ist es bei Magengeschwüren aber noch lange nicht getan. Das zeigt eine aktuelle Studie dänischer, spanischer und schottischer Forscher.

In Zusammenarbeit mit dem britischen Futtermittelhersteller Spillers und der Waltham Equine Studies Group untersuchten sie, welchen Einfluss die Fütterung in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung mit Omeprazol auf den Therapieerfolg nimmt.

Für den Versucht wurden 32 Pferde herangezogen, bei denen im Vorfeld Magengeschwüre erheblichen Ausmaßes festgestellt worden waren. Alle Pferde befanden sich in schwerer Arbeit. Für einen besseren Vergleich wurden die Tiere nach der Schwere der Erkrankung, der Arbeitsanforderungen, der Haltung und ursprünglichen Fütterung paarweise zusammengefasst. Je Paar wurde ein Pferd auf eine Diät bestehend aus stärkearmen und rohfaserreichem Raufutter bei gleichzeitiger Gabe eines stärkearmen aber energie- und rohfaserreichen Kraftfutters (Spillers HDF Power Cubes, das insbesondere in Rennsportställen gefüttert wird) sowie eines Luzerne-basierten Futters mit niedrigem Stärkegehalt und hohem Ölanteil (Winergy Equilibrium Growth) gesetzt. Beim jeweils anderen Pferd wurde dessen ursprüngliche Fütterung beibehalten.  

Alle Pferde wurden vor und unmittelbar nach der medikamentösen Behandlung mit Omeprazol untersucht, sowie sechs Wochen nach Therapieende. Sämtliche Pferde, bei denen an der Fütterung nichts verändert worden war, zeigten unter der Omeprazol-Therapie eine signifikante Verbesserung des Krankheitsbildes. Sobald diese jedoch beendet wurde, verschlechterte sich ihr Zustand zusehends wieder, sodass gegen Ende des Versuchs kaum noch eine Therapieerfolg festzustellen war.

Anders die Pferde der Diätgruppe. Hier hielten die mithilfe der medikamentösen Behandlung erzielten Verbesserungen auch nach Beendigung der Therapie an.

„Diese spannende Arbeit bestätigt uns, was wir bereits vermutet haben: nämlich dass eine angepasste Fütterung die medikamentöse Behandlung von Magengeschwüren nicht nur unterstützen, sondern vor allem auch nach Ende der Therapie einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt einer besseren Magengesundheit leisten kann“, sagte Clare Barfoot, Forschungs- und Entwicklungsleiterin bei Spillers.

Die Studie “The effect of changing diet on gastric ulceration in exercising horses and ponies following cessation of omeprazole treatment” erhielt 2016 eine Auszeichnung der Fundación para la Promoción del Deporte Ecuestre in Spanien.

Quelle

ps
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